Weiterbildung für Erzieher: 13 Tipps für deinen beruflichen Aufstieg

Verfasst von Daniel Duddek

Wenn du es liebst, Kinder zu betreuen und zu fördern, könnte eine Weiterbildung für Erzieher genau das Richtige für dich sein. Einsatzmöglichkeiten gibt es aber nicht nur in Kinderkrippen- und Gärten, sondern ebenso in Horten, Jugendzentren oder Kinderheimen. Möchtest du freiberuflich tätig werden, kannst du dich als Tagesmutter- oder Vater selbstständig machen. Aufgrund des breiten Einsatzfeldes sind die Berufsaussichten und Aufstiegsmöglichkeiten für qualifizierte Erzieher sehr gut. 

 

Hinzu kommt, dass Eltern in Deutschland einen gesetzlichen Anspruch auf einen Platz im Kindergarten haben. Darum werden ausgebildete Fachkräfte aktuell und vermutlich auch zukünftig ständig gesucht. Nachdem du eine Zusatzausbildung für Erzieher abgeschlossen hast, kannst du natürlich auch mehr Gehalt verlangen. Zu Beginn kannst du mit etwa 2000 Euro brutto im Monat rechnen, mit einiger Berufserfahrung sind bis zu 3000 Euro pro Monat möglich.

 

Der Verdienst sollte aber nicht der einzige Aspekt sein, weshalb du eine neue Qualifikation erwerben möchtest. Wichtig ist, dass du dich bei der Arbeit mit Kindern wohlfühlst und Spaß daran hast, mit den kleinen Leuten zu spielen und zu deren positiver Entwicklung beitragen möchtest. Außerdem solltest du motiviert sein, auch neue Aufgabenbereiche zu übernehmen. Überlege dir, wo deine persönlichen Stärken liegen und wie du diese möglichst optimal nutzen kannst. 

 

Was du beachten solltest, wenn du Interesse an einer Fortbildung hast, erfährst du in den folgenden Abschnitten. 

Weiterbildung Erzieher

Weiterbildung Erzieher im sozialen Bereich

Im sozialen Bereich gibt es eine Vielzahl an Fortbildungsmöglichkeiten. Dies ermöglicht ein lebenslanges Lernen und offenbart neue Aufstiegschancen. Hierbei spielt es keine Rolle, ob du erst seit kurzer Zeit oder schon seit vielen Jahren in deinem Beruf tätig bist. Sofern es deine Zeit zulässt, kannst du dich jederzeit für den Erwerb einer neuen Qualifikation entscheiden.

 

Die Weiterbildungen für Erzieher sind in jedem Bundesland anders geregelt. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit, eine berufsbegleitende Weiterbildung für Erzieher in Voll- oder Teilzeit zu absolvieren. An einigen Universitäten ist zudem ein Fernstudium möglich. Die Kosten und Dauer für die Fortbildung unterscheiden sich je nachdem, wo die Zusatzqualifikation für Erzieher absolviert wird. 

 

Informiere dich am besten bei verschiedenen Anbietern und entscheide dann, welches Angebot das Beste für dich ist.

 

Bevor du dir Gedanken über die Fortbildung machst, solltest du auch prüfen, ob du die nötigen Voraussetzungen erfüllst.

 

Diese lassen sich in persönliche und berufliche Bedingungen unterscheiden:

 

  • In persönlicher Hinsicht ist es das Wichtigste, dass du kommunikativ und empathisch bist, das heißt dass du dich gut in andere Personen hineinfühlen kannst. Darüber hinaus gehört es zur Arbeit mit Kindern dazu, dass du liebevoll Konsequenzen aufzeigen kannst und auch in Stresssituationen stets starke Nerven behältst. Und natürlich solltest du dich gern kreativ und im besten Fall musikalisch betätigen, da das Basteln und Singen bei der Arbeit mit Kindern einen großen Stellenwert einnimmt.

 

  • Auf der anderen Seite gibt es die klassischen Zugangsvoraussetzungen. Diese sind nicht einheitlich geregelt, sondern unterscheiden sich je nach gewählter Fortbildung und Einrichtung. Für einige Schulungen benötigst du einen Abschluss als Erzieher sowie eine gewisse Berufserfahrung im entsprechenden Beruf. Die Bedingung für ein Studium ist in der Regel die Allgemeine Hochschulreife. Darum ist diese Variante auch gut für Quereinsteiger geeignet. An einer Fachhochschule kannst du unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne Abitur studieren.

 

Inhalte der Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher

Wenn du bereits eine Ausbildung oder Umschulung im Bereich Erziehung absolviert hast, kannst du schon eine Menge Grundkenntnisse in diesem Themengebiet vorweisen. Bei einer weiteren Qualifikation wirst du jedoch mit einer ganzen Reihe weiterer Thematiken in Kontakt kommen. Hierzu zählen beispielsweise die Psychologie und Soziologie sowie die Didaktik. Auf diese Weise erweitern sich automatisch die Möglichkeiten, wo man als Erzieher arbeiten kann.

 

Du musst nicht zwangsläufig nur Kinder betreuen, sondern kannst ebenso beratend tätig werden.

 

In einigen Bundesländern werden die Lehrgänge außerdem durch allgemeinbildende Fächer ergänzt. In diesem Fall stehen etwa Deutsch, Musik und Sport oder auch Politik auf dem Lehrplan. Des Weiteren kannst du dich bei einigen Fortbildungen für eine Spezialisierung entscheiden. Das bietet dir die Gelegenheit, weitere Aufgaben in verschiedenen Bereichen wahrzunehmen. 

 

Die folgende Liste kann dir dabei helfen, eine Vorstellung davon zu bekommen, welche Inhalte bei der Ausbildung denkbar sind:

 

  • Deutsch
  • Englisch
  • Musik
  • Kunst
  • Sport
  • Gesundheitserziehung
  • Pädagogik (zum Beispiel Spiel-, Theater-, Wald- oder Heimpädagogik)
  • Sozialkunde / Soziologie
  • Jugendarbeit
  • Psychologie

 

Findest du dich in diesen Fächern wieder, stehen die Chancen gut, dass du in der Fortbildung deine Erfüllung findest. Darüber hinaus können die Fortbildungen verschiedene thematische Schwerpunkte enthalten, zum Beispiel Integration oder Karriereberatung.

Kinder- und Jugendcoach werden

Verschiedene Aufstiegsmöglichkeiten für Erzieher und Erzieherinnen

Nachdem du deine Ausbildung zum Erzieher erfolgreich abgeschlossen hast, muss das noch lange nicht bedeuten, dass du dein Berufsziel final erreicht hast. Auch Erzieher können weitere Fortbildungsmöglichkeiten nutzen, um sich für zusätzliche Berufsbereiche zu qualifizieren.

 

Als Erzieher hast du die Möglichkeit zu folgenden Fortbildungen:

  • Fachwirt für Erziehungswesen 
  • Betriebswirt für Sozialwesen 
  • Fachlehrer für Sonderschulen
  • Sozialpädagogik
  • Heilpädagogik
  • Fachwirt für Organisation und Führung
  • Kinder- und Jugendcoach

 

Zudem kannst du verschiedene Studiengänge als Weiterbildung absolvieren:

 

  • Erziehungswissenschaften
  • Bildungswissenschaften
  • Pädagogik
  • Psychologie
  • Soziale Arbeit
  • Kinder- und Jugendpsychologie

 

Um eine weitere Qualifizierung zu absolvieren, benötigst du eine Menge Motivation. Vor allem ein Studium bedeutet viel Arbeit und setzt auch die nötige Zeit voraus. Befindest du dich gerade ohnehin in einer stressigen Lebensphase, weil du vielleicht selbst gerade ein Kind bekommen hast, solltest du mit einer weiteren Fortbildung womöglich noch etwas warten. Zudem strebt nicht jeder eine steile berufliche Karriere an. 

 

Setze dich darum nicht unter Druck und entscheide ganz in Ruhe für dich, ob du den Stress einer weiteren Qualifizierung auf dich nehmen möchtest. 

 

Hast du jedoch Lust, beruflich aufzusteigen und genug Ehrgeiz für eine neue Qualifizierung mitbringst, können sich ganz neue Berufsfelder für dich eröffnen. Es ist beispielsweise möglich, dass du später eine leitende Position einnehmen kannst. Diese Führungsposition kann, muss jedoch nicht in einer pädagogischen Einrichtung sein. Ein weiterer Vorteil ist, dass hochqualifizierte Personen mehr verdienen und nicht einfach zu ersetzen sind. Du sicherst dich somit auch gegen eine eventuelle Arbeitslosigkeit besser ab.

 

Zu beachten ist, dass du dich durch die stetige Fortbildung immer weiter von deinem ursprünglichen Aufgabengebiet entfernst. Übernimmt du etwa die Leitung eines Kindergartens, kommen viele Büroaufgaben auf dich zu. Du managst zum Beispiel die Dienstpläne der Angestellten, stellst die Finanzierung der Einrichtung sicher oder führst Gespräche mit Eltern und manchmal auch mit Behörden. Mit den Kindern selbst kommst du weniger in Kontakt. 

 

Finanzierung der Fortbildung

Wie weit du dich qualifizieren kannst, ist letzten Endes auch eine Frage der Kosten. Um später mehr Gehalt zu bekommen, musst du erst einmal Geld investieren. Ein Fernstudium kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Bedenke hierbei zudem, dass du nicht nur die Schule oder Universität bezahlen musst, sondern während der Zeit deiner Fortbildung entweder gar nichts oder deutlich weniger verdienst. Dieser Verdienstausfall sollte bei deiner Planung mit eingerechnet werden.

 

Da sich die Kosten für die Fortbildungen stark unterscheiden, ist es wichtig, dass du dich vor deiner Entscheidung bei verschiedenen Schulen und Universitäten informierst. Achte hierbei auch darauf, dass der Abschluss staatlich anerkannt ist. Bei Fernstudiengängen gibt es außerdem manchmal das Angebot, die Fortbildung zunächst einmal für ein paar Wochen zu testen. Wenn du nicht weißt, ob es dir liegt, im Selbststudium zu Hause zu lernen, solltest du diese Chance nutzen.

 

Abgesehen davon kannst du darüber nachdenken, einen Kredit aufzunehmen. Achte dabei darauf, einen seriösen Anbieter auszuwählen und den Betrag so zu wählen, dass du ihn später auch mit Sicherheit zurückzahlen kannst! Schließlich solltest du nicht hochverschuldet in deine neue berufliche Karriere starten, sondern deinen Erfolg rundum genießen können!

 

Für die Fortbildungen gibt es übrigens keine Altersgrenze. Sowohl junge Personen als auch Menschen mit vielen Jahren Berufserfahrung sind, aufgrund des großen Bedarfs, stets willkommen. Zudem ist der Bereich Erziehung übrigens nicht nur etwas für Frauen, auch wenn diese nach wie vor die größte Gruppe darstellen. In den letzten Jahren haben sich auch immer mehr Männer dafür entschieden, im sozialen Bereich tätig zu werden.

 

Besonders aus pädagogischer Sicht ist dies eine sehr erfreuliche Entwicklung, da Kinder im besten Fall sowohl männliche als auch weibliche Betreuungs- und Bezugspersonen haben sollten. Auf diese Weise finden sie verschiedene Rollenvorbilder und können ihre eigene Persönlichkeit frei entfalten.

Weiterbildung für Erzieherin

Weiterbildung Erzieher: Fazit

Wenn du die Arbeit mit Kindern liebst, bereits Berufserfahrung sammeln konntest und für die Dauer der Fortbildung mit wenig Geld zurechtkommst, erfüllst du bereits die Grundlagen, die es für eine Fortbildung benötigt.

 

Informiere dich am besten möglichst frühzeitig bei verschiedenen Schulen und Universitäten über den Aufbau der Qualifizierung, denn die Inhalte und Kosten können sich stark unterscheiden. Außerdem solltest du rechtzeitig die Finanzierung regeln. Nichts wäre ärgerlicher, als die Fortbildung mittendrin abbrechen zu müssen, weil du deine Miete und dein Essen nicht mehr bezahlen kannst. Wenn du zusätzlich die passenden persönlichen Eigenschaften mitbringst, steht einer erfolgreichen Weiterbildung für Erzieher nichts mehr im Wege.

 

Falls du später doch einmal einen Durchhänger haben solltest, dann denke immer daran: Sobald du deine Qualifizierung erfolgreich abgeschlossen hast, steht dir eine Reihe weiterer Berufswege offen, an die du zuvor womöglich noch gar nicht gedacht hast. Da eine Weiterbildung für Erzieher in jedem Alter möglich ist, kannst du jederzeit die Möglichkeit nutzen, auf der Karriereleiter nach oben zu klettern.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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