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Kinder- & Jugendpsychotherapie Ausbildung mit Bachelor Soziale Arbeit

Kinder-und Jugendpsychotherapie Ausbildung mit Bachelor soziale Arbeit
Verfasst von Daniel Duddek

Wie Erwachsene brauchen auch Minderjährige manchmal Hilfe, um innere und zwischenmenschliche Konflikte lösen und Erlebnisse besser verarbeiten zu können. Unterstützungen bieten auf diese Altersgruppe spezialisierte Kinder- und Jugendpsychotherapeuten, von denen es in Deutschland bislang jedoch viel zu wenige gibt. Ein Grund dafür ist der lange Weg in diesen Beruf, der über eine Kinder- und Jugendpsychotherapie-Ausbildung mit Bachelor in Soziale Arbeit führt.

Berufsbild Kinder- und Jugendtherapeut

Bei der Jugendpsychotherapie handelt es sich um eine eigenständige medizinische Fachrichtung. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung, Diagnose, Therapie und Prävention sozialer Auffälligkeiten und psychischer Erkrankungen bei Heranwachsenden.

Um ihre Ziele zu erreichen, greift sie auf Erkenntnisse aus der Medizin, der Psychologie und der Biologie zurück. Ihre Zielgruppe sind in erster Linie Jungen und Mädchen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. In Ausnahmefällen behandeln die Psychotherapeuten aber auch ältere Jugendliche.

Was genau machen Kinder- und Jugendpsychotherapeuten?

Die von dieser Berufsgruppe therapierten Erkrankungen reichen von psychosomatischen und vegetativ-funktionellen Störungen wie:

Weiterhin umfasst der Aufgabenbereich dieser Spezialisten die Prävention bei Risikogruppen, die begleitende Behandlung chronischer oder fortschreitender Krankheiten sowie die Rehabilitation nach psychischen oder körperlichen Erkrankungen.

Um eine möglichst genaue Diagnose stellen zu können, erfragen die Psychotherapeuten die individuellen Lebensumstände des Kindes oder Jugendlichen und bringen psychodiagnostische Testverfahren zur Anwendung.

Erscheint eine psychotherapeutische Behandlung ratsam, wählt der Kinder- und Jugendtherapeut geeignete Verfahren aus und bespricht die Therapiemöglichkeiten, die jeweiligen Rahmenbedingungen und -risiken sowie die Behandlungsziele mit dem Heranwachsenden bzw. dessen Sorgeberechtigten.

Bei Einvernehmen beginnt die Therapie, deren Verlauf und Resultat die Mediziner dokumentieren und abschließend evaluieren.

Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit erstellen Psychotherapeuten Informationsmaterialien, halten Vorträge und schreiben Fachartikel. Zudem vermitteln sie angehenden Therapiefachkräften Konzepte und Inhalte ihres Fachgebietes, führen Supervisionen und Weiterbildungen durch und organisieren Praktika.

Im Zusammenhang mit behördlichen Entscheidungen und Gerichtsprozessen können sie außerdem als Gutachter gefragt sein.  

Für eine Tätigkeit in Lehre, Forschung und Wissenschaft reicht die Psychotherapie-Weiterbildung mit Bachelor Soziale Arbeit für gewöhnlich nicht. Hierfür ist meist eine Promotion erforderlich.

Kinder- und Jugendcoach werden

Wo arbeiten Psychotherapeuten für Minderjährige und wie viel verdienen sie? 

Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in vielen Bereichen und Organisationen des Sozial- und Gesundheitswesens, insbesondere in:

  • auf Heranwachsende spezialisierten psychotherapeutischen Praxen,
  • ambulanten Beratungsstellen und
  • der stationären Betreuung in Heimen, Krankenhäusern und Sanatorien.

Psychotherapeuten in Kliniken, Beratungszentren und dergleichen werden in aller Regel nach dem Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes – Sozial- und Erziehungsdienste (TVöD – SuE) bezahlt.

Zu Beginn erfolgt die Einstufung vornehmlich in die Entgeltgruppe S17, die einem Gehalt von circa 2.800 Euro entspricht. Durch das Aufsteigen in den sogenannten Erfahrungsstufen steigt das Einkommen regelmäßig automatisch an. In der Stufe 6 liegt es bei rund 4.500 Euro im Monat.

Wie viel Psychotherapeuten für Heranwachsende mit eigener Praxis verdienen, richtet sich nach verschiedenen Faktoren, beispielsweise nach:

  • der Größe des Patientenstamms,
  • den Kosten für die private Krankenversicherung,
  • der Anzahl der Therapiesitzungen,
  • den Aufwendungen, die für den Betrieb der eigenen Arztpraxis anfallen und
  • der Steuerklasse.

In erfolgreichen Praxen kann der Verdienst durchaus bis zu 8.500 Euro brutto pro Monat betragen.

Kinder und Jugendpsychotherapie Ausbildung mit Bachelor soziale Arbeit

Wie wirst du Kinder- und Jugendpsychotherapeut?

Voraussetzung für die einschlägige Weiterbildung an einem anerkannten Ausbildungszentrum ist ein abgeschlossenes Studium, etwa der Bachelor in:

  • Soziale Arbeit,
  • Psychosoziale Beratung und Therapie,
  • Erziehungswissenschaften oder
  • Bildungswissenschaften.

In Vollzeit beträgt die Ausbildungsdauer drei, in Teilzeit fünf bis sieben Jahre.

Hierbei müssen die Teilnehmenden mindestens folgende Leistungen erbringen (Abweichungen je nach Ausbildungsinstitut möglich):

 

  • Theorie: 600 Stunden,
  • Praxis: 1.800 Stunden (davon 2/3 in einer klinischen Einrichtung),
  • Behandlung von Patienten unter Supervision: 1.000 bis 1.600 Stunden,
  • Supervision: 250 Stunden,
  • Selbsterfahrung: 300 Stunden.

Um als Jugendpsychotherapeut arbeiten zu können, brauchst du neben dem abgeschlossenen Studium und der vollendeten Weiterbildung eine Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz (PsychThG).

Da du es in diesem Tätigkeitsfeld mit Minderjährigen zu tun hast, kann außerdem ein erweitertes Führungszeugnis notwendig sein.

Bachelorstudiengang Soziale Arbeit als Voraussetzung für die Weiterbildung zum Jugendtherapeuten 

Dieses Studium bereitet dich eingehend auf die Tätigkeit im Sozialwesen vor. Dabei hast du die Möglichkeit, neben dem Bachelor oder dem Master auch einen staatlich anerkannten Abschluss in Sozialer Arbeit, zu erlangen.

Während der Hochschulausbildung erwirbst du fachliche und methodische Kompetenzen auf dem Gebiet der Sozialarbeit sowie Grundlagenwissen aus den Fachbereichen Psychologie, Soziologie und Sozialpädagogik.

Des Weiteren sammelst du praktische Erfahrung in einem Praxissemester oder einem Praxisprojekt.

Voraussetzungen für das Bachelorstudium

Um zum Studium zugelassen zu werden, benötigst du das Abitur (Universitätsstudiengänge) oder das Fachabitur (Fachhochschulstudiengänge).

Einige Hochschulen lassen auch Bewerber zu, die ein Fachabitur im pflegerischen oder sozialen Bereich erworben haben, eine einschlägige Berufsausbildung plus mindestens drei Jahren Berufserfahrung vorweisen können oder eine Aufstiegsfortbildung absolviert haben.

Zum Teil umfassen die Zugangsvoraussetzungen auch ein Vorpraktikum und/oder einen Zugangstest. Einige Studiengänge sind mit einem NC belegt. Für diese benötigst du eine bestimmte Abschlussnote.

Neben den formalen Voraussetzungen solltest du auch gewisse persönliche Eigenschaften zum Bachelorstudiengang mitbringen. Eine hohe Sozialkompetenz, Toleranz und Empathie sind ebenso wichtig wie Kommunikationsstärke sowie Konflikt- und Kritikfähigkeit.

Unverzichtbar ist auch eine hohe psychische Belastbarkeit.

Was brauche ich, um Soziale Arbeit zu studieren?

Studieninhalte im Bachelorstudium

Je nach Hochschule gehört der Studiengang zu den Humanwissenschaften oder zur Angewandten Sozialwissenschaft. Dadurch können die Studieninhalte variieren. 

Im Großen und Ganzen befasst sich das Studium mit folgenden Themenfeldern:

  1. Einführung in das Sozialwesen,
  2. Methodik der Sozialarbeit,
  3. Psychologie,
  4. Ethik,
  5. Sozialpädagogik,
  6. Sozialwirtschaft,
  7. Rechtliche Grundlagen.

Studierst du an einer kirchlichen Hochschule, gehören darüber hinaus Vorlesungen in Theologie zu den Ausbildungsinhalten.

Da die Schwerpunkte der Lehre je nach Bildungseinrichtung und Fakultät variieren, solltest du dir vor der Bewerbung einen Blick in das jeweilige Vorlesungsverzeichnis werfen.

Grundsätzlich kannst du über das Studium Soziale Arbeit in Berufsfelder wie die Folgenden einsteigen:

  1. Kinderschutz und Jugendschutz,
  2. Gesundheitshilfe,
  3. Erziehungshilfe,
  4. Behindertenpflege und -therapie,
  5. Sozialpsychiatrie,
  6. Aufklärungsarbeit, z. B. in Bezug auf Sexualität oder Gewaltprävention,
  7. Sozialmanagement und -planung,
  8. Frauenhilfe und -förderung.

Alternativen zur Psychotherapeuten-Ausbildung

Neben der Jugendpsychotherapie gibt es verschiedene weitere Berufe mit Kindern, die dir ermöglichen, Heranwachsende zu unterstützen. Manche davon führen ebenfalls über ein Studium, einige über eine normale Berufsausbildung und wieder andere über eine Weiterbildung.

Je nach deinem derzeitigen Ausbildungsstand eignet sich die eine oder die andere Variante besser für einen Quereinstieg in die Soziale Arbeit im Allgemeinen oder die Jugendarbeit im Speziellen. 

Bachelorstudium Soziale Arbeit

Duales Studium Soziale Arbeit im Kinder- und Jugendhilfe-Bereich

Neben dem klassischen Bachelorstudium gibt es mittlerweile die Möglichkeit, ein duales Studium in der sozialen Arbeit zu absolvieren. Hierbei wird das wissenschaftlich fundiert theoretische Studium viel enger mit Praxiserfahrung verknüpft als beim rein akademischen Bildungsgang.

Indem du zwischen Hochschule oder Universität und einem Praxispartner wechselst, sammelst du bereits während des Studiums Berufserfahrung und nutzt dein erlerntes Wissen direkt, um Kindern und Jugendlichen zu helfen.

Zusätzlich zum Bachelor kannst du mit diesem Studiengang den Abschluss als staatlich anerkannter Sozialpädagoge oder Sozialarbeiter erwerben.

Damit erfüllst du alle Voraussetzungen für einen Einstieg in verschiedenste Bereiche des Sozialwesens, beispielsweise in: 

  • Familienhilfe,
  • Suchtberatung oder
  • Integration.

Die Voraussetzungen und Inhalte sind weitgehend dieselben wie beim herkömmlichen Bachelorstudium. Letztere werden dir aber in aller Regel in wesentlich kompakterer Form zur Verfügung gestellt.

Ausbildung zum Kinder- und Jugendcoach

In dieser Funktion unterstützt du Heranwachsende, die Schwierigkeiten bei der Bewältigung des Alltags haben. Gemeinsam mit deinen Schützlingen analysierst du deren Probleme und eruierst Lösungsmöglichkeiten. Außerdem trägst du dazu bei, ihr Selbstbewusstsein zu stärken.

Die Kinder- und Jugendcoach-Ausbildung steht jedem offen, unabhängig vom Schulabschluss, der Vorbildung oder dem Alter. Besonders gut eignet sie sich als Zusatzqualifikation für Erzieher, die ihr Aufgabenfeld erweitern oder sich ein neues Standbein schaffen wollen.

Sie kann aber beispielsweise auch für Eltern sinnvoll sein, die einen neuen Zugang zu ihren Kindern suchen.

Diese Voraussetzungen solltest du mitbringen

Um erfolgreich als Kinder- und Jugendcoach arbeiten zu können, sind folgende persönliche Eigenschaften essentiell:

  • Empathie,
  • Kommunikationsfähigkeit,
  • Stressresistenz,
  • Konsequenz.

Das lernst du in der Coaching-Ausbildung

In erster Linie geht es beim Coaching darum, Heranwachsende mental zu stärken und sie in die Lage zu versetzen, neue Potenziale in sich zu entdecken. 

Darüber hinaus lernst du Techniken zur Stressreduktion und Entspannung, die du später zusammen mit deinen Schützlingen anwenden kannst.

Wichtige Themen sind:

  • Kommunikationstraining,
  • das Beseitigen von Ängsten und
  • Selbstsicherheitscoaching.

Abhängig vom Ausbildungsinstitut können weitere Module hinzukommen. Da es sich hierbei um keine geschützte Berufsbezeichnung handelt, variieren die vermittelten Inhalte zum Teil deutlich. 

Kinder- und Jugendcoach werden

Fortbildung Schulsozialarbeit

Fachkräfte für Schulsozialarbeit fungieren als Schnittstelle zwischen Schülern, Lehrern und Eltern.

Fortbildungen in der Schulsozialarbeit richten sich speziell an Personen aus dem Schulumfeld, insbesondere an …

  • Lehrer,
  • Erzieher,
  • Schul-Sozialarbeiter,
  • Mitglieder von Schulelternräten und
  • Fördervereinen sowie Sozialpädagogen.

Die mehrmonatige Fortbildung vermittelt Wissen rund um: 

  • Handlungsprinzipien und -ansätze,
  • Resilienz und Frustrationstoleranz,
  • Konfliktmanagement und Konfliktberatung,
  • aktivierende Elternarbeit,
  • Erziehungsberatung und vieles mehr.

Voraussetzung für die Teilnahme ist ein abgeschlossenes Diplom- oder Bachelorstudium im sozialen Bereich oder eine mindestens gleichwertige Hochschulausbildung. Zusätzlich kann eine mindesten zweijährige praktische Berufserfahrung im schulpädagogischen Bereich gefordert sein.

Fazit

Ob du über eine Fortbildung in die soziale Arbeit mit Heranwachsenden einsteigst oder den langen Weg über die Kinder- und Jugendpsychotherapie-Ausbildung mit Bachelor in Soziale Arbeit gehst.

Mit der richtigen Einstellung kannst du dir den Traum von einer Tätigkeit mit Kindern und Jugendlichen erfüllen. Die beruflichen Perspektiven werden aufgrund des zunehmenden Fachkräftemangels auch für Quereinsteiger immer besser.

Du möchtest mehr über die verschiedenen Ausbildungsmöglichkeiten erfahren oder bist dir nicht sicher, ob du dich für eine solche Tätigkeit überhaupt eignest? Dann setze dich einfach mit uns in Verbindung. Wir helfen dir gerne weiter.

Über unseren Autor
Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.