Studium für Erzieher: Welche Möglichkeiten gibt es?

Verfasst von Daniel Duddek

Die meisten Mitarbeitenden einer Kindertageseinrichtung haben eine Ausbildung oder Umschulung im sozialen Bereich absolviert. Durch die Zunahme an pädagogischen Studiengängen stellt sich für viele jedoch die Frage, ob ein Studium für Erzieher sinnvoll ist.

 

Die Vielzahl an Weiterbildungs- und Studienmöglichkeiten macht es schwer, eine Antwort hierauf zu finden. Darum möchten wir dich über deine Möglichkeiten sowie die Vor- und Nachteile eines Studiums informieren. 

 

Zählst du zu den Berufseinsteigern, kannst du mit einer universitären Ausbildung eine gute Grundlage für deinen späteren Jobeinstieg schaffen. Die Studienzeit bietet dir die Möglichkeit, verschiedene Schwerpunkte zu setzen.

 

Du kannst in Ruhe herausfinden, ob du bei deiner Arbeit täglich direkten Kontakt mit Kindern haben oder lieber verwalterische Aufgaben übernehmen möchtest. Dieser Weg ist jedoch nichts für Abiturienten, die möglichst schnell Geld verdienen möchten. Denn die Dauer des Studiums beträgt mindestens drei Jahre. 

 

Bist du bereits im Bereich der Kinderbetreuung tätig, kann die Aufnahme eines Studiums zu deiner persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung beitragen. Allerdings gibst du hierfür einen sicheren Job mit festem monatlichem Gehalt auf.

Erzieher

Daher solltest du dir auch immer die Frage stellen, ob eine Weiterbildung in der sozialen Arbeit vielleicht eine bessere Alternative ist. Diese ist günstiger und stellt nicht für mehrere Jahre eine Doppelbelastung für dein Privatleben dar.

 

Bevor du dich für oder gegen einen Studiengang entscheidest, solltest du daher gut alle Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen. Informiere dich bereits im Vorfeld über die späteren Jobmöglichkeiten. Wir unterstützen dich dabei, dir einen Überblick im Informationsdschungel zu verschaffen.

 

In diesem Artikel stellen wir dir die beliebtesten Studiengänge und -modelle vor. Zudem geben wir dir wertvolle Tipps für die Entscheidung für oder gegen den Gang an die Hochschule an die Hand.

 

 

Voraussetzungen für die Aufnahme eines Studiums

 

Bevor du dich für einen Studiengang entscheidest, solltest du dich zunächst über die Aufnahmekriterien informieren. Diese sind nicht einheitlich geregelt, sondern unterscheiden sich zwischen den Bildungseinrichtungen.

 

Für ein Studium an der Universität ist die Allgemeine Hochschulreife in der Regel die Grundvoraussetzung. Sind mehr Bewerber als Studienplätze verfügbar, kommt zudem ein Auswahlverfahren hinzu. Hierbei ist meist der Notendurchschnitt des Abiturzeugnisses entscheidend. Manche Universitäten verlangen außerdem ein Motivationsschreiben.

 

In diesem musst du glaubhaft darlegen, was sich für den Studiengang qualifiziert und welches berufliche Ziel du verfolgst. Bei deiner Begründung solltest du die Besonderheiten der jeweiligen Universität herausstellen. Das kann etwa ein angebotener Schwerpunkt oder die gute Betreuung der Studierenden sein.

 

Fachhochschulen bieten mitunter auch Personen einen Studienplatz an, die keine Allgemeine Hochschulreife erworben haben. Stattdessen können mit einem Fachabitur oder einer Ausbildung in Verbindung mit einer langen Berufspraxis ebenso die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt werden.

 

Andere Regeln gelten für ein berufsbegleitendes Präsenzstudium.

 

Hierfür müssen folgende Dinge vorliegen:

 

  • die Allgemeine Hochschulreife, ggf. gilt an einer Hochschule auch eine andere Hochschulzugangsberechtigung (beispielsweise ein Fachabitur)
  • eine abgeschlossene Ausbildung im sozialen Bereich 
  • eine Anstellung im Feld der sozialen Berufe, zum Beispiel als Kinderpfleger.

 

Die Anstellung kann auch Teilzeit ausgeübt werden. Wichtig ist jedoch, dass alle drei Kriterien erfüllt werden.

 

Welche Studiengänge für Erzieher gibt es?

 

Pädagogik, Psychologie, Soziale Arbeit – etliche Studiengänge tragen einen anderen Namen, sind sich in den Lehrinhalten jedoch ähnlich. Zudem bieten viele Hochschulen und Universitäten noch spezielle Studienfächer an.

 

Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltest du vor der Aufnahme eines Studiums genau recherchieren, welche inhaltlichen Schwerpunkte jeweils gesetzt werden.

 

Möchtest du zum Beispiel später in der Schulsozialarbeit tätig werden, ist die klassische Sozialpädagogik besser für dich geeignet. Der Studiengang „Frühkindliche Entwicklung“ eignet sich hervorragend, wenn du an bildungsbezogenen Forschungsschwerpunkten mitwirken möchtest.

 

Beliebte Studiengänge für Berufe mit Kindern, präsentieren wir dir im nächsten Abschnitt.

 

Die beliebtesten Studiengänge für Berufe mit Kindern

 

  • Pädagogik: Dieser Studiengang vermittelt dir die pädagogischen Grundlagen, die du für die Arbeit in Kindertagesstätten und Bildungseinrichtungen benötigst. An vielen Universitäten besteht die Möglichkeit, den Studiengang mit einem Nebenfach zu ergänzen. Strebst du eine leitende Funktion an, verschafft dir die Kombination mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Fach wie BWL eine gute Basis. Zudem können dir die zusätzlichen Kenntnisse helfen, wenn du dich später als Kindercoach selbstständig machen möchtest.

 

  • Psychologie: Kinder- und Jugendpsychologen arbeiten Konzepte aus und unterstützen Heranwachsende in Krisensituationen. Nicht selten machen sie sich zudem selbstständig, zum Beispiel als Lerncoach. Die Studieninhalte sind in der Regel recht theoretisch ausgerichtet. Sie sind eher für Personen geeignet, die später nicht mit Kindern spielen, sondern ihnen beratend zur Seite stehen wollen.

 

  • Erziehungswissenschaft: In diesem Studienfach werden die pädagogischen und psychologischen Grundlagen zusammengeführt. Möchtest du Erzieher werden oder bist es bereits und strebst eine Fortbildung als Erzieher an, ist dies eine gute Wahl, um bestehende Kenntnisse zu vertiefen und weiterzuentwickeln. Hast du vor, im Bereich der Jugendarbeit tätig zu werden, kannst du mit diesem Studienfach ebenfalls die Chancen auf deinen Traumjob steigern.

 

  • Soziale Arbeit: Soziale Arbeit findet sich nicht nur im Bereich der Kinderpflege. Ebenso spielt die Betreuung von älteren Menschen sowie von körperlich oder geistig beeinträchtigen Personen eine große Rolle. Darum hast du nach der Absolvierung dieses Studiengangs diverse Jobmöglichkeiten. Darüber hinaus kannst du dich mit einem entsprechenden Schwerpunkt auch für leitende Aufgaben qualifizieren.

studieren

Welche verschiedenen Studienmodelle gibt es?

 

Wenn du studieren willst, kannst du dies Vollzeit oder berufsbegleitend tun. Der größte Unterschied zwischen beiden Modellen ist, dass du bei der ersten Variante schneller deinen Bachelor-Abschluss in der Tasche hast. Als Nachteil erweist sich jedoch oftmals das Prinzip der Finanzierung.

 

Der Erhalt von BAföG ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich und reicht oftmals nicht aus, um alle Lebenshaltungskosten zu decken.

 

Folglich müssen viele Studierende trotz Vollzeit-Auslastung einem Nebenjob nachgehen. Bei einem berufsbegleitenden Modell kannst du hingegen weiterhin deiner Arbeit in Teilzeit nachgehen und Lohn beziehen. Dieser sollte so hoch sein, dass du anfallende Kosten damit decken kannst.

 

Doch es gibt noch eine weitere Option: Möchtest du während deines Studiums flexibel bleiben, könnte ein Fernstudium das Richtige für dich sein. Bei diesem kannst du dir deine Zeit frei einteilen, da du in der Regel zu Hause lernst.

 

Auf diese Weise kannst du nebenbei weiter deinem bisherigen Job nachgehen oder dir eine andere Arbeit suchen, indem du dich zum Beispiel als Kinder- und Jugendcoach selbstständig machst. Unabdingbar sind hierfür ein gutes Zeitmanagement sowie Selbstmotivation.

 

In der Regel hat ein Bachelorstudium sechs Semester. Das heißt, dass die Regelstudienzeit drei Jahre beträgt. Bei berufsbegleitenden Studiengängen oder anderen Teilzeitmodellen verlängert sich dieser Zeitraum auf bis zu sechs Jahre. Anschließend hast du die Möglichkeit, dich mit einem vier Semester dauernden Masterstudium auf ein Fachgebiet zu spezialisieren.

 

In jedem Fall ist es wichtig, deine Pläne frühzeitig mit deinem Arbeitgeber abzusprechen. So könnt ihr gemeinsam überlegen, wie deine Arbeitszeiten im Falle eines berufsbegleitenden Studiums aussehen könnten, damit du beides gut vereinbaren kannst.

 

Ziehst du hingegen die Vollzeit-Variante vor, ist zu klären, ob du später wieder zu deinem Arbeitgeber zurückkehren oder dir einen neuen Job suchen möchtest. Wenn dein Arbeitsvertrag erst einmal ruht, hast du jederzeit eine Backup-Option, falls sich deine Pläne ändern.

 

Eröffnung neuer Perspektiven durch ein Studium für Erzieher

 

Der wesentliche Vorteil von einem Studium für Erzieher ist die Bandbreite an Möglichkeiten, die dir als Uniabsolvent offenstehen. Wenn du dich fragst, wo man als Erzieher arbeiten kann, fallen dir womöglich zunächst nur Kindertageseinrichtungen und Kinderheime ein.

 

Nach einem Studienabschluss hast du jedoch eine umfassende pädagogische Ausbildung erworben. Somit kannst du aus weitaus mehr Tätigkeitsfeldern wählen, als es nach einer Weiterbildung zum Erzieher der Fall ist.

 

Gehst du in der direkten Arbeit mit Kindern in deinem Job auf, kannst du natürlich in einem Kindergarten tätig werden. Ebenso ist es jedoch möglich, dass du im Hintergrund die Fäden in die Hand nimmst und Leitungsaufgaben in einer Betreuungseinrichtung für Kinder übernimmst.

 

Darüber hinaus kannst du eine Anstellung beim Jugendamt finden oder in einer sozialen Einrichtung beratend tätig werden.

 

Hast du bereits deinen Masterabschluss in der Tasche, kannst du außerdem im Bereich der Forschung arbeiten. Hierfür wird in der Regel eine Promotion an die Studienzeit angeschlossen. Während des Schreibens deiner Doktorarbeit kannst du als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität oder bei einer Forschungseinrichtung mitarbeiten.

 

Ein Nachteil ist allerdings, dass die Arbeitsverträge für Forschende oftmals befristet sind. Schlägst du diesen Weg ein, musst du folglich damit rechnen, dir alle paar Jahre einen neuen Job suchen zu müssen.

 

Egal, für welchen Weg du dich entscheidest: Wichtig ist, dass du dir vor der Aufnahme deines Studiums Gedanken darüber machst, wo dein Weg hinführen soll. Mit diesem Wissen kannst du den für dich passenden Studiengang auswählen und deine Schwerpunkte festlegen.

Studiengang

Studium für Erzieher – ja oder nein?

 

Ob eine universitäre Ausbildung für dich der richtige Weg ist, musst du selbst herausfinden.

 

Helfen können dir bei der Entscheidung diese Fragen:

 

  • Schaffst du es, das Studium zu finanzieren?
  • Hast du genügend Zeit dafür?
  • Was möchtest du auf lange Sicht beruflich machen? 
  • Brauchst du hierfür einen Studienabschluss?
  • Schaffst du es, dich in immer wieder zum Lernen zu motivieren?
  • Welche Alternativen hast du?

 

Wenn du diese Fragen ehrlich beantwortest, bekommst du ein besseres Gefühl dafür, ob dich die Aufnahme eines Studiums beruflich weiterbringt. Hast du Lust, dich zu verändern, ist das auch ohne den Besuch der Uni möglich.

 

Beispielsweise gibt es die Möglichkeit, die nebenberuflich im Bereich des Kindercoachings selbstständig zu machen. Auf diese Weise kannst du etwas Neues ausprobieren, ohne deinen sicheren Job aufgeben zu müssen.

 

Darüber hinaus solltest du wissen, dass eine universitäre Ausbildung keine Garantie für ein höheres Gehalt mit sich bringt. Ob du mehr nach einem Uniabschluss mehr verdienst, hängt vor allem davon ab, welche Stellen verfügbar sind und welchen Tätigkeiten du ausüben möchtest.

 

Die Gehälter von Mitarbeitern in städtischen Kindergärten sind fest in Tarifverträgen verankert. Ein Studium für Erzieher lohnt sich nur dann, wenn du durch deine Qualifikation besondere Aufgaben übertragen bekommst, die eine höhere Eingruppierung zur Folge haben.

 

Solche Aufgaben können etwa die Übernahme der Kita-Leitung sein. Außerdem steht dir mit einem Studienabschluss in der Tasche die Möglichkeit offen, in der Verwaltung von gemeinnützigen Organisationen oder Stiftungen Fuß zu fassen. In diesen Bereichen hast du die Chance, im Laufe der Jahre weiter aufzusteigen und erfolgreich Karriere zu machen

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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