Kompetenzen Erzieher: Welche solltest du mitbringen?

Verfasst von Daniel Duddek

Warum Erzieher werden? Dafür gibt es viele stichhaltige Gründe. Denn die Arbeit mit Kindern zählt zu den verantwortungsvollsten und erfüllendsten Aufgaben überhaupt. Wenn du gerne mit Menschen umgehst und die Abwechslung liebst, findest du hier vielleicht deine Berufung. Welche Kompetenzen Erzieher brauchen erfährst du hier!

 

Die Einsatzmöglichkeiten für Erzieherinnen sind vielfältig und du stehst täglich vor neuen Herausforderungen. Um sie zu bewältigen, brauchst du neben Motivation, Liebe und Geduld auch die nötige Kompetenz.

 

Auf welche Fähigkeiten es dabei besonders ankommt, erklären wir in diesem Artikel. Du erfährst außerdem, welche Ausbildung du benötigst, wo du als Erzieher arbeiten kannst und welche Tätigkeitsbereiche dich erwarten.

 

Welche Kompetenzen benötigen Erzieher?

 

Im Studium für Erzieher erhältst du in erster Linie die fachliche Qualifikation. Im Berufsalltag jedoch kommst du mit deiner ganzen Persönlichkeit zum Einsatz.

 

Wahrscheinlich ist es gerade das, was die Pädagogik für viele junge Menschen so attraktiv macht. Die Qualitäten, die du mitbringen solltest, sind ebenso breit gefächert wie das gesamte Tätigkeitsfeld.

 

Sie lassen sich in vier Hauptkompetenzen zusammenfassen:

 

  • Fachkompetenz
  • Sozialkompetenz
  • Persönlichkeitskompetenz
  • Reflexionskompetenz

 

Pädagogisches Fachwissen bildet die Grundlage von allem. In der Ausbildung lernst du deshalb viel über Entwicklungspsychologie, Psychomotorik und Sprachentwicklung. Du befasst dich mit unterschiedlichen Erziehungsmethoden und entwickelst didaktische Fähigkeiten.

 

Forschungs-, Analyse- und Moderationstechniken zählen ebenso zur Fachkompetenz wie dein Allgemeinwissen. Wenn du ein Instrument spielst, eine Sportart oder ein kreatives Hobby betreibst, kannst du auch diese Fähigkeiten im Berufsalltag einbringen.  

 

Kinder- und Jugendcoach werden

 

Sozialkompetenz

 

Zur Sozialkompetenz gehört alles, was für die zwischenmenschliche Interaktion von Bedeutung ist:

 

  • Rhetorik
  • Verbale und nonverbale Kommunikation
  • Empathie und Einfühlungsvermögen
  • Integration
  • Verständnis für andere Kulturen

 

Du solltest in der Lage sein, die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und adäquat darauf einzugehen. Als Erzieherin erfüllst du außerdem eine Vorbildfunktion. Entscheidend ist deshalb, dass du klare Wertevorstellungen hast und diese nach außen konsequent vertrittst.

 

Bei der Persönlichkeitskompetenz geht es um deine eigenen Ressourcen. Hier brauchst du vor allem eine hohe Anpassungsfähigkeit, Stressresistenz und Flexibilität. Teamfähigkeit, Kompromissbereitschaft, eine schnelle Auffassungsgabe und Spontaneität sind ebenfalls gefragt.

 

Ob das Wetter deine Planung durchkreuzt oder ob du an deinem freien Tag für eine kranke Kollegin einspringen musst – im Idealfall bringt dich gar nichts aus der Ruhe.

 

Aus Erfahrung wird man klug. Deshalb ist es wichtig, dass du dein eigenes Handeln reflektierst, um die Qualität deiner Arbeit stetig zu verbessern.

 

Die Reflexionskompetenz bezieht sich auf mehrere Bereiche:

 

  • Teamarbeit
  • Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Beziehungsfähigkeit
  • Kritikfähigkeit
  • Bereitschaft zu lebenslangem Lernen

 

Aus der Reflexionskompetenz ergibt sich auch eine gesunde Selbstfürsorge: Du solltest deine Grenzen kennen und rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen, wenn du Probleme hast oder dich überlastet fühlst. 

 

Kompetenzen Erzieher

 

Welche Fähigkeiten sind außerdem noch wichtig?

 

Wer mit Kindern arbeitet, muss in der Lage sein, sich durchzusetzen. Gleichzeitig wird von dir erwartet, dass du schon die Kleinsten als eigenständige Persönlichkeiten respektierst.

 

Deren Entwicklung zu fördern, gehört im Berufsalltag zu deinen obersten Zielen. Du wirst also situationsbedingt abwägen müssen, wo du Grenzen setzt und wo du Freiheiten gewähren kannst.

 

Dafür brauchst du Gelassenheit und Nervenstärke ebenso wie die Fähigkeit zu vorausschauendem Handeln. 

 

Bei der pädagogischen Arbeit bewegst du dich in einem Bereich zwischen menschlicher Nähe und professioneller Distanz. Hier die richtige Balance zu finden, fällt Erziehern nicht immer leicht.

 

Die Grenzen sind fließend und hängen auch stark vom Alter und Entwicklungsstand der Kinder ab. In jedem Fall müssen deren Bedürfnisse im Vordergrund stehen und du solltest ein Gespür dafür haben, was gebraucht wird. 

 

Als Erzieher hast du es nicht nur mit Kindern, sondern auch mit deren Eltern zu tun. Offenheit sowie die Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen, ist auch hier der Schlüssel zum Erfolg.

 

Durch ein freundliches, selbstsicheres Auftreten verschaffst du dir Respekt und gewinnst das Vertrauen der Eltern. Je offener sie dir ihre Sorgen anvertrauen, desto besser kannst du ihnen und ihren Kindern helfen.

 

Du glaubst, all diesen Anforderungen nicht gewachsen zu sein? Keine Angst – es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Im Berufsalltag wirst du deine Kompetenzen ganz automatisch ausbauen und entwickeln.

 

Welche Kompetenzen Erzieher brauchen

 

Wer den Begriff Erzieherin hört, denkt spontan meist an Kitas. Tatsächlich bietet dir der Beruf jedoch eine große Bandbreite an Möglichkeiten. Je nachdem, für welchen Tätigkeitsbereich du dich entscheidest, kommen unterschiedliche Aufgaben auf dich zu.

 

Bewerben kannst du dich zum Beispiel an folgenden Einrichtungen:

 

  • Kindertagesstätten
  • Kinderhorte
  • Familienberatungsstellen
  • Förderschulen oder Einrichtungen für Kinder mit Behinderung
  • Jugendzentren
  • Ferienzentren
  • Kinderheime

 

Prinzipiell bringst du für all diese Stellen als Erzieher die Voraussetzungen mit. Bei deiner Wahl solltest du jedoch bedenken, welcher Arbeitsbereich dir am meisten liegt.

 

Die vier wichtigsten Komponenten fassen wir hier für dich zusammen:

 

  1. Pädagogische Arbeit

 

Hier steht die Beaufsichtigung und Betreuung der Kinder im Vordergrund. Du fungierst als aufmerksamer Beobachter, verlässlicher Ansprechpartner und wichtige Bezugsperson. Deine Aufgabe ist es, Probleme zu erkennen und den Kindern unterstützend zur Seite zu stehen. Du entwickelst sinnvolle Spielideen und achtest darauf, alle Kinder gut zu integrieren. 

 

  1. Pflege und Fürsorge

 

Die Kleinsten in der Kita müssen noch gewickelt und gefüttert werden. Sie können ihre Bedürfnisse nicht äußern, brauchen also deine besondere Fürsorge. Unterstützung beim Toilettengang benötigen oft auch kranke oder behinderte Kinder. Wenn du in einer entsprechenden Einrichtung arbeitest, gehören diese pflegerischen Aufgaben ganz selbstverständlich zu deinem Berufsalltag. 

 

  1. Hauswirtschaftliche Tätigkeiten

 

In Tagesstätten wirst du vornehmlich auch für die Zubereitung von Frühstück oder Mittagessen zuständig sein. Reinigungsarbeiten gehören offiziell nicht zu deinem Aufgabengebiet lassen sich aber nicht immer vermeiden. Dass du bei größeren oder kleineren Missgeschicken gelegentlich zum Lappen greifen musst, liegt einfach in der Natur der Dinge. 

 

  1. Kooperation mit Eltern und Einrichtungsträgern

 

Als Kinder- und Jugendcoach nimmst du eine Vermittlerrolle ein zwischen Eltern und Einrichtungsträgern. Um die Interessen beider in Einklang zu bringen, braucht es regelmäßige Feedbacks und Gespräche.

 

Eine besondere Herausforderung stellt hier die Integration von Kindern mit speziellen Bedürfnissen oder das „Aufeinanderprallen“ unterschiedlicher Kulturen dar.

 

Wo kann ich als Erzieherin sonst noch arbeiten?

 

Du bist schon eine Weile im Beruf und möchtest dich verändern? Alternative Berufe für Erzieher zu finden ist nicht schwer, denn pädagogische Fähigkeiten werden an vielen Stellen gebraucht! Wo kann man als Erzieher arbeiten? Diese Frage beantworten wir dir jetzt!

 

Interessante Einsatzmöglichkeiten für Erzieher gibt es zum Beispiel in Ämtern und Beratungsstellen:

 

  • Jugendamt
  • Familienberatung
  • Suchtberatung

 

Immer größer wird die Nachfrage nach Erziehern auch als Schulbegleiter für Kinder mit speziellem Förderungsbedarf. Dabei unterstützt du körperlich oder geistig behinderte Kinder im Schulalltag – natürlich in enger Zusammenarbeit mit den Lehrern.

 

In sozialen Brennpunkten können Erzieherinnen als Kinder- und Jugendcoach wertvolle Dienste leisten.

 

Kinder- und Jugendcoach werden

 

Wie verläuft die Aus- und Weiterbildung für Erzieher?

 

Die klassische Erzieherausbildung in Vollzeit dauert normalerweise drei Jahre. Sie beinhaltet zwei Jahre an einer Fachhochschule für Sozialpädagogik und ein berufspraktisches Jahr.

 

Dieses absolvierst du an einer Kita oder in einer sonstigen sozialpädagogischen Einrichtung. Am Ende der Ausbildung steht die staatliche Prüfung.

 

Wir alle lernen lebenslang und eine regelmäßige berufsbegleitende Weiterbildung ist für Erzieher daher selbstverständlich.

 

Je nach Zielsetzung bieten sich hier verschiedene Möglichkeiten:

 

  1. Anpassungsweiterbildung

 

Bei der Anpassungsweiterbildung geht es einfach darum, deine Kenntnisse zu erweitern oder bereits vorhandenes Wissen zu vertiefen. Ob Sprachförderung oder Integration, ob Psychomotorik, gesunde Ernährung oder die Gesprächsführung im Elternkontakt – es kommen viele Themen in Frage. Zum Abschluss der Weiterbildung für Erzieher erhältst du als Nachweis eine Urkunde oder ein Zertifikat. Eine Prüfung findet in diesem Rahmen normalerweise nicht statt.

 

  1. Aufstiegsweiterbildung

 

Bei der Aufstiegsweiterbildung geht es um eine Zusatzqualifikation für Erzieher, die in ihrem Beruf eine führende Stellung erreichen möchten.

 

Dafür bieten sich folgende Fachrichtungen an:

 

  • Fachwirt im Erziehungswesen
  • Betriebswirt im Sozialwesen
  • Fachwirt für Organisation und Führung im Sozialwesen

 

Eine solche berufsbegleitende Weiterbildung für Erzieher kann mehrere Jahre dauern. Am Ende legst du eine staatliche Prüfung ab und verdienst dank der neu erworbenen Kompetenz mehr Geld.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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