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Wie kann ich ohne Ausbildung Erzieher werden?

Erzieher werden ohne Ausbildung
Verfasst von Daniel Duddek

Früher war es oft nicht möglich, ohne Ausbildung Erzieher zu werden und in einer Einrichtung für Kinderbetreuung zu arbeiten. Denn in Deutschland gibt es für diesen Beruf eine gesetzlich geregelte Lehrzeit durch die jeweiligen Bundesländer. 

Diese schließt sich in der Regel an eine Ausbildung zum Kinderpfleger an und dauert dann weitere drei Jahre. Sie umfasst sowohl theoretische als auch praktische Anteile. 

Die angehenden Erzieher werden dabei auf ihre Tätigkeit als pädagogische Fachkräfte in der Kinderbetreuung vorbereitet und erwerben umfassende Kenntnisse in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise der kindlichen Entwicklung, Pädagogik, Psychologie oder Didaktik.

Mittlerweile gibt es aufgrund des Fachkräftemangels jedoch auch andere Möglichkeiten, in diesem Bereich tätig zu werden, beispielsweise als Sozialassistent oder Heilerziehungspfleger. 

Diese Ausbildungen sind zwar kürzer als diejenige zum Erzieher, bereiten aber ebenfalls auf eine Tätigkeit in der Kinderbetreuung vor. Darüber hinaus gibt es immer mehr Personen, die einen Quereinstieg in den Bereich schaffen. Die Frage, welchen Schulabschluss du als Erzieher brauchst, lässt sich also nicht eindeutig beantworten. 

Daneben erfordert die Arbeit im Kindergarten oder einer Kinderkrippe eine Vielzahl von persönlichen Eigenschaften. 

Natürlich solltest du auch Spaß daran haben, dich täglich mit Kindern zu beschäftigen und dich dafür einsetzen, dass sie sich in der Kindertageseinrichtung geborgen fühlen. Damit legst du eine wichtige Grundlage für die glückliche Kindheit deiner Schützlinge.

Welche Eigenschaften brauchen Erzieher?

Ausbildungen in der Kindererziehung sind beliebt, weil sie die Möglichkeit eröffnen, Tag für Tag etwas Sinnvolles zu tun. Nicht jeder ist jedoch für die Arbeit geeignet. Es gibt bestimmte Kompetenzen für Erzieher, die du in jedem Fall für den Job mitbringen solltest. 

Um den Herausforderungen im Kita-Alltag gerecht zu werden, solltest du folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Verantwortungsbewusstsein: Als Erzieherin trägst du eine große Verantwortung, da du für das Wohlergehen und die Entwicklung von Heranwachsenden verantwortlich bist. Daher solltest du verantwortungsbewusst handeln und ein hohes Maß an Zuverlässigkeit sowie Vertrauenswürdigkeit besitzen.
  • Soziale Kompetenz: Des Weiteren solltest du über ausgeprägte soziale Fähigkeiten verfügen. Diese helfen dir dabei, Kinder darin zu ermutigen, Beziehungen aufzubauen, Freundschaften zu schließen und ihre sozialen Fähigkeiten zu entwickeln. Zudem solltest du in der Lage sein, mit den Eltern der Kinder zu kommunizieren, um sie über die Fortschritte ihrer Sprösslinge zu informieren.
  • Kreativität: Als Erzieherin ist es eine deiner Aufgaben, vielfältige Lernaktivitäten zu gestalten, um die Interessen und Bedürfnisse der Kinder zu fördern. Du solltest daher kreativ genug sein, den Kita-Alltag auf spielerische und interaktive Weise zu gestalten, sodass du die Heranwachsenden motivierst sowie inspiriert.
  • Geduld: Ebenso wichtig sind Geduld und Einfühlungsvermögen, um mit den unterschiedlichen Temperamenten sowie den Bedürfnissen der Kinder umzugehen und auch schwierige Situationen zu meistern.
  • Lernbereitschaft: Du solltest bereit sein, dich regelmäßig weiterzubilden, um die Qualität deiner Arbeit weiter zu verbessern. Hierzu gehört auch Offenheit für neue Methoden und Ansätze, die du zum Beispiel bei einer Weiterbildung für Diplom-Pädagogen lernst.

Diese Aufgaben warten auf Erzieher

Ob als Quereinsteiger oder Erzieher mit Ausbildung: Wenn du in einer Kindertageseinrichtung arbeitest, gibt es bestimmte Aufgaben, an denen sich alle Mitarbeitenden beteiligen müssen. 

Ganz allgemein gesagt ist ein Erzieher dafür verantwortlich, eine sichere sowie fördernde Lernumgebung für Kinder zum Schuleintritt zu schaffen

Einige der wichtigsten Aufgaben sind dabei:

  • Pflege der Kinder: Heranwachsende im Kindergarten sind bereits recht selbstständig und müssen vor allem beim Gang zur Toilette begleitet und beim freien Spiel beobachtet werden. In der Krippe gehören Wickeln und Füttern zu deinen Hauptaufgaben. Zudem musst du die Kinder mittags ins Bett bringen und beim Schlafen beaufsichtigen. Darüber hinaus förderst du die Entwicklung von Empathie, Selbstregulierung und Teamarbeit bei den Kindern.
  • Schaffen einer altersgerechten Lernumgebung: Ein Erzieher im Kindergarten plant und führt Lernaktivitäten durch, die auf die Bedürfnisse sowie Interessen der Kinder abgestimmt sind. Diese Aktivitäten umfassen sowohl individuelle als auch gruppenbasierte Aktivitäten, die auf die kognitiven, sprachlichen, emotionalen, sozialen und motorischen Fähigkeiten der Kinder abzielen.
  • Unterstützung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen: In Krippen oder Kitas wirst du auch auf Heranwachsende treffen, die körperlich oder geistig beeinträchtigt sind und besondere Pflege benötigen. Für diese musst du individuell angepasste Lern- und Entwicklungspläne aufstellen. Hierfür arbeitest du zum Beispiel mit Therapeuten zusammen. Studierst du soziale Arbeit berufsbegleitend, kannst du dich hierauf spezialisieren.
  • Zusammenarbeit mit Eltern: Ein Erzieher im Kindergarten arbeitet eng mit den Eltern zusammen, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse der Kinder erfüllt werden. Dafür beobachtest und bewertest du regelmäßig den Fortschritt der Kinder in Bezug auf ihre Lern- sowie Entwicklungsziele. In diesem Zusammenhang kommunizierst du auch regelmäßig mit den Eltern, um sie über den Fortschritt ihrer Kinder zu informieren und ihnen Tipps zur Unterstützung des Lernprozesses zu geben.

Erzieher plant und führt Lernaktivitäten mit Kindern aus

Erzieher ohne Ausbildung – Alternative Wege

Erzieherin zu werden, setzt in der Regel eine Ausbildung zum Kinderpfleger voraus und dauert durchschnittlich drei Jahre. Viele Interessierte möchten jedoch diese lange Ausbildungsdauer in einer Kita arbeiten. 

Wir haben gute Nachrichten für dich: Auch mit einem Abschluss als Kinderpflegerin oder einem vergleichbaren Bildungsweg kannst du in einem Kindergarten oder einer Krippe arbeiten:

  • Sozialassistent: Diese Qualifizierung bereitet dich ganz allgemein auf eine Tätigkeit im sozialen Bereich vor und dauert meist zwei Jahre. Während dieser Zeit lernst du, wie du Menschen in schwierigen Situationen unterstützen und ihnen helfen kannst, ihr Leben zu meistern. Der Unterricht umfasst theoretische Kenntnisse in verschiedenen Bereichen wie Pädagogik und Gesellschaft. Während der Ausbildung absolvierst du auch ein Praktikum, um das Erlernte in der Praxis anzuwenden.
  • Heilerziehungspfleger: Möchtest du gezielt mit behinderten Kindern zusammenarbeiten, kannst du Heilerziehungspflegerin werden. Hierbei lernst du, individuelle Unterstützungspläne zu entwickeln und umzusetzen. Mit den Maßnahmen soll die körperliche, geistige und soziale Entwicklung der behinderten Heranwachsenden gefördert werden. Darüber hinaus bekommst du beigebracht, wie du den Kindern zu mehr Selbstständigkeit verhilfst.
  • Kinderpfleger: Viele Mitarbeitende in Kitas haben eine zweijährige Ausbildung zum Kinderpfleger absolviert. Diese setzt in der Regel einen Hauptschulabschluss voraus und besteht aus Unterrichtseinheiten in verschiedenen Fächern wie Deutsch, Mathematik und Musik. Zusätzlich gibt es auch praktische Unterrichtseinheiten, in denen du zum Beispiel Spiel- und Bastelangebote für Kinder entwickelst sowie durchführst.

Kinder- und Jugendcoach werden

Wie funktioniert der Quereinstieg in den Job?

In der Regel brauchst du in Deutschland eine Ausbildung in einem pädagogischen Beruf, um im Kindergarten als Betreuungskraft arbeiten zu können. Da aktuell nicht genügend ausgebildete Fachkräfte zur Verfügung stehen, gelingt immer mehr Personen ein Quereinstieg im sozialen Bereich. 

Je nach Bundesland gibt es hierfür jedoch unterschiedliche Voraussetzungen. Beispielsweise sind in Berlin, Hamburg und Sachsen auch fachfremde Berufsabschlüsse erlaubt. In Thüringen und Niedersachsen sind Berufe mit Kindern ohne entsprechende Vorerfahrung jedoch kaum möglich.

Informiere dich am besten, welche Regeln in deinem Bundesland gelten. Mitunter kann sich auch ein Umzug lohnen, um deinen Traumjob zu bekommen. 

Bedenke dabei: Auch wenn du nicht zwingend eine Ausbildung zum Sozialberater oder Erzieher benötigst, solltest du zeigen, dass du gut mit Kindern arbeiten kannst.

Hierfür eignen sich etwa Praktika oder die Absolvierung einer Weiterbildung:

  • Praktikum: Ein Praktikum bietet dir die Möglichkeit, praktische Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern zu sammeln. Du kannst ausprobieren, ob dir dieser Beruf liegt und ob du dich in diesem Arbeitsfeld wohlfühlst. Durch die Arbeit mit den Kindern lernst du außerdem die verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten kennen, die in diesem Beruf anfallen.
  • Fortbildung: Nutze Fortbildung, um dich gezielt in bestimmten Themenbereichen weiterzubilden. Informiere dich über die verschiedenen Optionen und wähle eine Fortbildung aus, die zu deinen Bedürfnissen und Interessen passt.

Nach Abschluss eines Praktikums oder einer Fortbildung kannst du dich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben. Schau dir hierfür die Stellenanzeigen genau an und achte auf die Voraussetzungen. Überlege dir zudem, ob du lieber in einer Krippe mit sehr kleinen Kindern oder einem Kindergarten arbeiten möchtest. 

Hast du das Abitur, bietet sich als Alternative zu einer Ausbildung auch ein Studium an. Neben Erziehungswissenschaften sind beispielsweise Allgemeine Pädagogik, Psychologie oder Soziale Arbeit geeignete Studienfächer. 

Alternative zur Erzieherausbildung ist die Pädagogik

Erzieher werden ohne Ausbildung: Warum lohnt sich der Quereinstieg?

Aufgrund des demografischen Wandels wird die Zahl der Quereinsteiger in pädagogischen Berufen in den nächsten Jahren weiter zunehmen. Auch für dich kann sich der Jobwechsel lohnen, wenn dich diese Aspekte überzeugen:

  • Arbeit mit Kindern: Die Arbeit mit Heranwachsenden kann sehr bereichernd sein. Kinder sind neugierig, lebhaft und haben viel Energie. Als Erzieherin hast du die Möglichkeit, ihre Entwicklung sowie Kreativität zu fördern sowie ihre Persönlichkeit zu stärken.
  • Abwechslungsreiche Aufgaben: Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen ist der Alltag in einer Kita abwechslungsreich und bietet viele unterschiedliche Aufgaben. Du planst und organisierst etwa pädagogische Aktivitäten, begleitest Ausflüge, betreust die Kinder im Alltag und stehst im Austausch mit Eltern sowie Kollegen.
  • Verantwortungsvolle Tätigkeit: Du übernimmst eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe, indem du dich um die Betreuung, Bildung und Entwicklung der nächsten Generation kümmerst. Darüber hinaus trägst du dazu bei, dass sich die Heranwachsenden zu selbständigen, selbstbewussten und sozial kompetenten Persönlichkeiten entwickeln.
  • Teamarbeit: In einer Kita arbeitest du meistens im Team und kannst dich dabei mit Kollegen austauschen. Gemeinsam tragt ihr dazu bei, dass die Kinder eine gute Betreuung und eine sinnvolle Förderung erhalten.
  • Job-Sicherheit: In Deutschland herrscht seit Jahren ein Mangel an Fachkräften in der Kinderbetreuung. Deshalb ist die Nachfrage nach qualifizierten Mitarbeitern groß, die Jobperspektiven sind sehr gut.
  • Vielfältige Weiterbildungsmöglichkeiten: Als Erzieher hast du die Möglichkeit, dich durch Zusatzqualifikationen weiterzubilden und deine Kompetenzen zu erweitern. Damit kannst du dich spezialisieren und später auch in anderen Berufsfeldern tätig werden.

Der Beruf des Erziehers ist folglich eine verantwortungsvolle und abwechslungsreiche Tätigkeit. Wer Freude an der Arbeit mit Kindern hat und gerne im Team arbeitet, ist hier genau richtig, solange du die nötigen persönlichen Eigenschaften mitbringst. 

Immer mehr Erzieher werden ohne Ausbildung eingestellt, da nur durch den Quereinstieg genügend Personal gewonnen werden kann.

Über unseren Autor
Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.