Schulsozialarbeit vermittelt Schülern neue Perspektiven

Verfasst von Daniel Duddek

Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben!

 

Diesen Spruch mussten sich bereits etliche Generationen von Schülern anhören. Und doch haben die meisten Fakten aus Mathematik, Geschichte, Geografie und anderen Fächern nach dem Abschluss wieder vergessen. Was neben den trockenen Inhalten jedoch viel wichtiger ist, sind Konfliktlösungsstrategien.

 

Denn bekommen Menschen bereits in jungen Jahren vermittelt, wie sie Streitigkeiten konstruktiv und ohne Gewalt lösen, können sie auch im Erwachsenenleben besser mit Disputen umgehen. 

 

An dieser Stelle setzt die Schulsozialarbeit an. Denn leider gibt es kein Schulfach, in denen Kinder und Jugendliche gezielt Sozialkompetenzen erlernen können.

 

Hinzu kommt, dass die pädagogische Ausbildung von Lehrern oft nicht ausreicht, um den Schülern gezielt Kenntnisse in diesem Bereich zu vermitteln. Straffe Lehrpläne und ein schlechtes Klassenklima können die Situation noch zusätzlich erschweren. 

Schulsozialarbeit

Im Rahmen der Schulsozialarbeit wurden Methoden entwickelt, mit denen sowohl einzelnen Schülern als auch ganzen Gruppen neue Herangehensweisen an Konflikte vermittelt werden können.

 

Ziel ist es, dass die Kinder und Jugendlichen lernen, ihre Gefühle zu verstehen und sich bei Streitereien in andere Personen hineinzuversetzen. Überdies setzen sich die Sozialarbeiter für die Bildungs- und Chancengerechtigkeit aller Schüler ein und sind Ansprechpartner für Eltern.

 

Um diese Aufgaben der Schulsozialarbeit zu verstehen, absolvieren die Schulsozialarbeiter in der Regel ein Studium oder eine Umschulung im sozialen Bereich. Dabei lernen sie eine breite Auswahl an möglichen Methoden, mit denen sie die Schüler bei der Problembewältigung unterstützen können.

 

Ebenso sinnvoll ist es jedoch, die Sozialarbeit präventiv einzusetzen. Auf diese Weise kann die Entstehung großer Konflikte verhindert werden. 

 

Beim Lesen diesen Artikel erfährst du noch mehr über die Aufgaben und Ziele der Schulsozialarbeit. Zudem stellen wir die Methoden vor, die am häufigsten in der Praxis angewendet werden.

 

Im Anschluss wirst du wissen, was gute Sozialarbeit ausmacht und warum diese in jeder Schule eine essenzielle Rolle spielen sollte.

 

 

Aufgaben in den verschiedenen Klassenstufen

 

Die in Schulen tätigen Sozialarbeiter nehmen eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben wahr. Ähnlich wie Personen, die eine Weiterbildung zum Erzieher abgeschlossen haben, sind sie nicht nur Ansprechpartner für Kinder, sondern ebenso für Eltern.

 

Durch Projekte, offene Angebote sowie die Beratung von Einzelpersonen oder Gruppen tragen die Programme der Sozialarbeit zur Besserung des Klassen- bzw. Schulklimas bei. 

 

Hieraus ergeben sich die folgenden übergeordneten Aufgaben:

 

  • Präventionsarbeit: Im besten Fall initiieren die Schulsozialarbeiter Projekte, noch bevor Konflikte auftreten. Die Angebote sollten für jeden leicht zugänglich sein, um möglichst viele Schüler zu erreichen. Ziel der Präventionsarbeit ist es, die Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen frühzeitig zu erkennen und ggf. abzubauen.

 

  • Krisenintervention: Machen sich Konflikte in einer Klasse bemerkbar, sollte möglichst schnell gehandelt werden. Dabei ist es wichtig, dass alle Beteiligten freiwillig an den Maßnahmen teilnehmen. Zudem solltest du die Gruppe kontinuierlich begleiten, um sicherzustellen, dass die Probleme wirklich beseitigt sind.

 

  • Hilfe beim Übergang von der Schule zum Beruf: Mit dem Erwerb des Schulabschlusses beginnt für Jugendliche ein neuer Lebensabschnitt. Von diesem können sie schnell überfordert sein. Außerdem können schlechte Noten dazu führen, dass nicht gleich ein Ausbildungsplatz gefunden wird. Ein Schulsozialarbeiter kann die Schüler in diesem Fall bei der Suche unterstützen. Zudem kann ergänzend ein Lerncoach hinzugezogen werden.

 

Je nachdem, in welcher Klassenstufe sich die Klienten gefunden, müssen unterschiedliche Ansätze und Methoden gewählt werden. Grundsätzlich sollten sich die Angebote immer an den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen orientieren. 

 

Die Schulsozialarbeit in der Grundschule hat prinzipiell die gleichen Aufgaben wie die Sozialarbeit in den größeren Klassenstufen. Allerdings muss bei Grundschülern darauf geachtet werden, die Methoden ihrem Entwicklungsstand anzupassen.

 

Beispielsweise sind siebenjährige Kinder noch nicht in der Lage, ihr Verhalten so genau zu reflektieren, wie dies Jugendliche tun können. Daher kann auch die Einbeziehung von einem Kindercoach bei Projekten in der Grundschule sinnvoll sein.

Schulsozialarbeiter:in Grundschule

Die Ziele eines Schulsozialarbeiters

 

Aus den eben beschriebenen Aufgaben resultiert eine Reihe an Zielen. Diese gehen weit über die klassische Problembewältigung und Unterstützung von Schülern in Krisensituationen hinaus. Darum unterscheiden sich auch die Tätigkeitsbereiche eines Schulsozialarbeiters je nachdem, wo er eingesetzt wird.

 

Während du nach einer Fortbildung zum Erzieher ziemlich genau weißt, welche Aufgaben dich später erwarten, können sich diese im Bereich der Sozialarbeit an Schulen auf diverse Bereiche ausweiten:

 

  • Gesundheit: Ein Ziel kann es sein, die Gesundheit der Schüler zu fördern. Hierzu gehört nicht nur die physische, sondern auch die psychische Verfassung der Kinder und Jugendlichen. Denn wer mental stark ist, kann auftretende Probleme besser bewältigen. Ebenso können die Schulsozialarbeiter über Ernährung, Suchtverhalten oder Sexualität informieren. Auch die Vermittlung von Lern- und Entspannungstechniken kann die mentale Gesundheit unterstützen.

 

  • Politik: Ebenso ist es wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, welche politischen Partizipationsmöglichkeiten sie haben. Dies verhindert, dass sie sich machtlos fühlen. Projekte, bei denen eine etwa beispielhaft eine Bundestagswahl auf Schulebene durchgeführt wird, können ebenso zum politischen Verständnis beitragen.

 

  • Inklusion: Körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen haben es oft schwer, in unserer Gesellschaft Anschluss zu finden. Dabei können sie bei ausreichenden Integrationsmöglichkeiten eine wichtige Bereicherung sein. Diese Sichtweise allen Schülern zu vermitteln und die Inklusion zu fördern, ist ebenfalls ein wichtiges Ziel der Sozialarbeit.

 

  • Bildung: Der Bildungsstand von Kindern ist nach wie vor stark von der sozialen Schicht und Herkunft abhängig. Schüler aus sozial-schwachen Familien sowie Migranten gelingt es vergleichsweise selten, die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen und ein Studium zu absolvieren. Bildungsgerechtigkeit zu erreichen, ist daher ebenfalls ein wichtiges Bestreben. Weiterhin bemühen sich die Sozialarbeiter, Schulabsentismus (schwänzen) zu vermeiden, indem sie mögliche Ursachen dafür ergründen und versuchen, diesen entgegenzuwirken. Zudem sollte Betroffenen eine Rückkehr in den Unterricht möglichst einfach offenstehen.

 

Die Methoden der Schulsozialarbeit

 

Damit die Arbeit mit Schülern nachhaltige Erfolge zeigt, ist es für alle pädagogischen Berufe von großer Bedeutung, eine Reihe verschiedener Methoden anwenden zu können.

 

Diese wählst du dann individuell und situationsabhängig aus. Arbeitet beispielsweise ein Kinder- und Jugendcoach mit einer schüchternen Klientin zusammen, ist es zunächst wichtig, in Gesprächen Vertrauen aufzubauen, bevor in Rollenspielen Vorgehensweisen für die Praxis eingeübt werden. 

 

Auch die Schulsozialarbeit hat einen Methodenkoffer, aus dem, je nach Bedarf, verschiedene Techniken Anwendung finden:

 

  • Beratung: Beratung ist einer der Grundpfeiler der sozialen Arbeit. Wenn du eine Weiterbildung absolvierst, steht daher die Gestaltung und Kommunikation der Gespräche mit den Klienten im Mittelpunkt. Voraussetzung für das Gelingen der Beratung ist eine große Empathie sowie Kenntnisse über die Lebenswelt der Kinder seitens der Schulsozialarbeiter. Ein Spezialfall hierbei ist die Krisenintervention. Hier ist es angebracht, möglichst zeitnah zu reagieren, um die Kinder und Jugendlichen in einer plötzlich auftretenden Notfallsituation zu unterstützen.

 

  • Einzelfallarbeit: Im Rahmen der Einzelfallarbeit wird die Situation eines Kindes genauer herausgearbeitet. Sinnvoll kann es sein, dabei auch die Eltern mit einzubeziehen. Gemeinsam wird dann beraten, welche weiterführenden Angebote dem Klienten eine Unterstützung bieten können. Zum Beispiel kann ein Kindercoaching die Beratung der Schulsozialarbeit sinnvoll ergänzen. Wichtig ist zudem, dass ein Kind über einen längeren Zeitraum hinweg begleitet und der Erfolg der Unterstützungsangebote geprüft wird.

 

  • Gruppenarbeit: Liegen innerhalb einer Gruppe Konflikte vor, ist die Gruppenarbeit ein sinnvoller Ansatz, um diese zu lösen. Hierbei betreut ein Schulsozialarbeiter entweder Kleingruppen oder auch ganze Schulklassen. Dieser erörtert zunächst zusammen mit den Betroffenen die Ursache für die Konflikte. Anschließend sucht ihr nach Lösungen für eine Verbesserung des Gruppenklimas. Auch hier sollte die Begleitung über mehrere Monate hinweg erfolgen.

 

Bei allen Methoden der Schulsozialarbeit stehen die Konfliktlösung und Deeskalation besonders im Fokus. Alle Strategien sollten vermitteln, dass Auseinandersetzungen stets gewaltfrei zu lösen sind. 

Aufgaben Schulsozialarbeit

Was ist gute Schulsozialarbeit?

 

Damit Erfolge in der Sozialarbeit sichtbar werden, ist die Einhaltung von diversen Grundprinzipien wichtig. Eines hiervon ist die Qualitätssicherung. Diese kann zum Beispiel mittels einer regelmäßigen Evaluation sichergestellt werden.

 

Hierzu gehört zum einen, dass die Mitarbeitenden einschätzen, wie erfolgreich ihre Arbeit war. Überdies sollten Feedbacks von der Schulleitung, Lehrern und den Schülern eingeholt werden.

 

Auf diese Weise kannst du die eigene Arbeit weiter verbessern. Unabdingbar für ein gutes Qualitätsmanagement sind die Faktoren Transparenz und Nachvollziehbarkeit.

 

Ebenso essenziell ist die fachliche Qualifikation der Schulsozialarbeiter. Bisher gibt es keine direkte Ausbildung für die Schulsozialarbeit. Allerdings kannst du mit dem Studiengang Soziale Arbeit eine gute Grundlage schaffen, um in das Berufsfeld einzusteigen.

 

Doch auch Absolventen der Pädagogik oder der Sozialen Arbeit haben gute Chancen, in dem Beruf Fuß zu fassen. Des Weiteren gibt es immer wieder Quereinsteiger. Wenn du dich zum Beispiel fragst, wo man als Erzieher arbeiten kann, findest du womöglich deinen neuen Traumberuf in der Sozialarbeit. 

 

Nach dem Eintritt in den Beruf sollten Weiterbildungsangebote wahrgenommen werden, da sich die Anforderungen an das Tätigkeitsfeld der Schulsozialarbeiter immer wieder ändern können. Zudem kannst du dein Handlungsfeld auf diese Weise stetig erweitern.

 

Ebenso hilft ein kollegialer Austausch mit Sozialarbeitern von anderen Bildungseinrichtungen dabei, die eigene Arbeit zu reflektieren und neue Anregungen zu bekommen. 

 

Ansonsten gilt es, die rechtlichen Rahmenbedingungen zu beachten. So muss etwa darauf geachtet werden, dass alle personenbezogenen Daten entsprechend den aktuell geltenden datenschutzrechtlichen Regelungen vertraulich behandelt werden.


Pädagogische Fachkräfte der Schulsozialarbeit vermitteln zwischen Schülern untereinander, zwischen Schülern und Lehrern sowie zwischen Schülern und Eltern. Sie nehmen somit eine wichtige Brückenbaufunktion ein.

 

Empathie und Neutralität sind besonders wichtig, um dieser Aufgabe erfolgreich nachzukommen. Denn nur dann, wenn die Beteiligten den Sozialarbeitern vertrauen, akzeptieren sie gemeinsam ausgearbeitete Lösungen von allen Seiten.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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