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Vorteile bei einem Erste Hilfe Kurs am Kind für Erzieher

Erste Hilfe Kurs am Kind für Erzieher
Verfasst von Daniel Duddek

Zu den wichtigsten Eigenschaften einer Erzieherin gehören Empathie, Kreativität und Zuverlässigkeit. Darüber hinaus sollten Erzieherinnen eine Menge pädagogisches Fachwissen sowie die Fähigkeit, bei Notfällen richtig zu reagieren. Aus diesem Grund ist es unerlässlich, einen Erste Hilfe Kurs am Kind für Erzieher zu absolvieren. 

Dieser ist übrigens nicht nur für Erzieherinnen, sondern für alle Personen relevant, die regelmäßig mit Kindern zu tun haben. Er ersetzt natürlich keine medizinische Ausbildung

Doch er kann den Teilnehmenden Kenntnisse vermitteln, um bei einem Ernstfall sofort lebensrettende Maßnahmen ergreifen zu können. Damit kann das Leben eines Kindes gerettet werden. 

Ein wichtiger Bestandteil der Seminare ist neben dem theoretischen der praktische Teil. Durch verschiedene Übungen bekommst du das nötige Selbstvertrauen vermittelt, um die Techniken später sicher anwenden zu können. Denn wer erst im Internet nach entsprechenden Maßnahmen sucht, verliert bereits wertvolle Zeit. 

Weitere Punkte, warum ein Seminar sinnvoll ist, erfährst du im nächsten Abschnitt dieses Artikels. Darüber hinaus stellen wir dir einige Lerninhalte vor und weisen auf relevante präventive Maßnahmen hin. 

Diese sind genauso wichtig wie die Fähigkeit, im Ernstfall sicher helfen zu können. Daher ist ein Seminar auch nicht nur für Erzieherinnen relevant, sondern immer dann empfehlenswert, wenn du beruflich oder privat viel mit Heranwachsenden zu tun hast. 

Da Online-Kurse immer beliebter werden, möchten wir zum Schluss außerdem einen Blick auf die Vor- und Nachteile der Variante dieser Art von Schulung werfen. 

Warum ist ein Erste-Hilfe-Kurs sinnvoll?

Arbeitest du als Erzieher oder einem verwandten Beruf, bist du für das Wohl vieler Sprösslinge verantwortlich. Unter anderem musst du darauf achten, dass sie sich beim Spielen und Herumtollen keinen Schaden zufügen. 

Unfälle passieren jedoch schneller als gedacht und lassen sich nicht immer vermeiden. Darum ist es wichtig, dass du im Ernstfall weißt, wie du richtig handelst.

Im Rahmen deiner Ausbildung zum Erzieher hast du bereits gelernt, was zum Beispiel bei Verletzungen zu tun ist. Mit einem speziellen Kurs erwirbst du noch einmal mehr Fachwissen und bleibst zudem auf dem neuesten Stand. Zudem schadet es nie, noch einmal zu wiederholen, was man vor längerer Zeit gelernt hat. 

Ein entsprechender Workshop dient jedoch nicht nur Erneuerung deiner Kenntnisse, sondern erfüllt ebenso eine präventive Wirkung

  • Gefahrensituationen erkennen: Je besser du gefährliche Situationen einschätzen kannst, umso besser lassen sich Unfälle vermeiden. Mögliche Verletzungen werden somit aktiv verhindert. Außerdem kannst du schnell reagieren und angemessen auf Notfälle reagieren. 
  • Sicherheit im Alltag: Hast du das nötige Wissen und die Fähigkeiten, um im Notfall angemessen zu handeln, bist du im Umgang mit den Heranwachsenden entspannter. Die Teilnahme am Kurs ist somit sowohl eine Investition in deine eigene berufliche Entwicklung als auch für das Wohlergehen der Sprösslinge, die du betreust.

Nicht zuletzt zeigt der Besitz eines Zertifikats über die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs am Kind deine Professionalität als Erzieherin. Eltern setzen diese voraus, wenn sie ihr Kind in deine Hände abgeben. Des Weiteren lernst du im Workshop, wie du Kinder beziehungsweise deren Eltern bei einem Notfall beruhigst. 

Gefahrensituationen als Erzieher erkennen

Welche Lerninhalte werden vermittelt?

Die meisten Teilnehmenden der Kurse hoffen, die gelernten Inhalte nie zur Anwendung bringen zu müssen. Dennoch sollte jeder auf den Ernstfall vorbereitet sein, denn dieser tritt stets unerwartet ein. 

Selbst wenn du eine Ausbildung zum Sozialberater machst, hast du manchmal mit schwierigen Fällen zu tun, für die ein entsprechender Lehrgang nicht schadet. 

In diesem lernst du unter anderem folgende Inhalte:

  • Grundlagen: Dir werden allgemeine Prinzipien und Maßnahmen bei Notfällen vermittelt. Dazu gehört auch, wie du einen Notruf richtig absetzt und das betroffene Kind beruhigst. 
  • Bauchschmerzen: Bauch- oder Magenschmerzen sind nicht immer harmlos. Du lernst daher, woran du ernsthafte Schmerzen erkennst und wann ein Arzt aufgesucht werden sollte. 
  • Kopfverletzungen: Fällt ein Sprössling irgendwo herunter und schlägt mit dem Kopf auf, kann das schlimme Folgen haben. Daher wird erklärt, was bei Kopfverletzungen zu tun ist und welche Maßnahmen bei Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ergriffen werden sollten. 
  • Verletzungen: Hierzu gehört zum Beispiel die Behandlung von Schnitten, Schürfwunden und Prellungen. Du solltest wissen, wie du diese richtig mit Kompressen, Verbänden und anderen Hilfsmitteln behandelst. 
  • Vergiftungen: Bei Vergiftungen ist schnelles Handeln gefragt. Daher ist es unerlässlich zu wissen, wie du vorgehst, wenn ein Sprössling etwas Giftiges gegessen oder getrunken hat. 
  • Verbrennungen: Verbrennungen und Verbrühungen können unterschiedlich stark sein. Im Seminar lernst du, wie du den Grad erkennst und was im nächsten Schritt zu tun ist. 
  • Hitze- und Kälteschäden: Besonders in den heißen Sommern können Heranwachsende Hitzschläge bekommen. Mit entsprechenden Maßnahmen kannst du einem Sonnenstich jedoch gut vorbeugen. Selbiges gilt für Unterkühlungen. 

Dies sind nur einige der wichtigsten Kenntnisse, die ein professioneller Kurs beinhaltet. Wichtig ist auch der Zuschnitt auf kinderspezifische medizinische Notfälle, etwa bei Asthma oder anderen Atemwegsbeschwerden.

Wichtige präventive Maßnahmen

Bei einem Kurs geht es in erster Linie darum, dass du auf Notfälle vorbereitet bist. Ebenso wichtig ist es jedoch, zu wissen, wie du präventiv Unfälle vermeiden kannst. Je kleiner der Nachwuchs ist, desto relevanter ist eine sichere Umgebung

Hierzu gehört es:

  • Reinigungsmittel und andere Chemikalien außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahren und diese nur in abgeschlossenen Schränken zu verstauen.
  • Elektrische Geräte und Steckdosen mit entsprechenden Sicherungen abzusperren.
  • Möbel an der Wand zu befestigen. Hängen sich Kinder daran, können diese sonst auf den Nachwuchs drauf fallen. 
  • Treppen und Geländer sorgfältig abzusichern, damit die Kleinen diese nicht selbst benutzen können.
  • Keine kleinen Gegenstände liegenzulassen, die von den Heranwachsenden verschluckt werden können.
  • Den Zugang zu Fenstern, Balkonen und Terrassen abzusperren, etwa durch entsprechende Sicherheitsgitter oder -schlösser.

Einen wichtigen Stellenwert nimmt außerdem die psychische Hilfe ein. In einem Erste Hilfe-Kurs findet zwar keine Ausbildung zum Jugendschutzgesetz statt, doch ein Grundwissen zur Handlung in Krisensituationen ist gerade bei der Arbeit in der Kita sehr nützlich. 

Dadurch lernst du, wie du Kinder in Krisensituationen unterstützt und psychische Erste Hilfe leistet.

Zu beachten gibt es dabei folgende Aspekte:

  • Schaffe zunächst eine Umgebung, in der sich der Heranwachsende sicher fühlt. Versichere ihm, dass er keine Angst haben muss und mit dir über alles reden kann.
  • Bleibe während der Erzählungen ruhig und fälle keine Urteile. Das hilft einem Kind nicht. Höre stattdessen aufmerksam zu und zeige Verständnis und Empathie. 
  • Biete dem Heranwachsenden deine Unterstützung an. Überlegt gemeinsam, wie das Problem bewältigt werden kann. Vielleicht ist es hilfreich, einen Arzt oder Kinder- und Jugendcoach hinzuzuziehen.

Wer sollte den Kurs besuchen?

Bei Ausbildungen mit Kindern gehört das Erlernen von Erste-Hilfe-Maßnahmen in der Regel zum Standard. Sie kann jedoch ebenso als Weiterbildung für Diplom Pädagogen oder andere Berufsgruppen sinnvoll sein. 

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Dort, wo Heranwachsende spielen, kommt es oft zu gefährlichen Situationen. Das gilt nicht nur für Kindergärten, sondern gleichermaßen für Schulen und Horte. 

Auch wenn du bereits einen Erste-Hilfe-Kurs für Erwachsene besucht hast, sollte dich das nicht davon abhalten, ein spezielles Seminar für Kinder zu besuchen. Heranwachsende bringen einige körperliche Besonderheiten mit, die im Ernstfall beachtet werden müssen. 

Darüber hinaus gibt es jedoch noch weitere Zielgruppen, die einen Erste-Hilfe-Kurs für Kinder besuchen sollten. 

Hierzu zählen:

  • Babysitter: Babysitter tragen genauso die Verantwortung für Kinder wie Erzieherinnen in einer Kita. Darum sollten auch sie ein Seminar besuchen, in dem sie lernen, bei Notfällen angemessen zu reagieren.
  • Gruppenleiter: Leitest du regelmäßig Freizeitgruppen oder bist als Ferienhelfer aktiv, solltest du ebenfalls wissen, wie du im Notfall schnell und richtig helfen kannst.
  • Eltern: Alle Eltern kennen Situationen, in denen sie schon einmal Angst um ihren Nachwuchs hatten. Um in diesen Momenten die Nerven zu behalten und richtig zu handeln, können sie mit einem Kurs gute Erste-Hilfe-Maßnahmen erlernen. 
  • Großeltern: Das Gleiche gilt auch für die Großeltern und alle anderen Personen, die den Nachwuchs regelmäßig betreuen. 

Kinder- und Jugendcoach werden

Erste Hilfe Kurs: Wie sinnvoll sind Online-Schulungen?

In den letzten Jahren haben viele Anbieter ihre Seminare auf Online-Veranstaltungen umgestellt. Für eine Reihe an Lerninhalten, etwa eine Fortbildung für gewaltfreie Kommunikation, ist dies durchaus sinnvoll. Die Frage bei einem Erste Hilfe Kurs ist jedoch, ob online hierbei eine angemessene Form ist. 

Der wichtigste Nachteil hierbei ist das Fehlen der praktischen Übungen. Gerade durch die Praxis wird das Gelernte verinnerlicht und Sicherheit für den Notfall gewonnen. Ebenso können sich die folgenden Aspekte negativ auf den Lernerfolg auswirken

  • Bei Online-Formaten gibt es weniger Interaktionsmöglichkeiten als bei einem Präsenz-Kurs. Es ist daher schwierig, Fragen zu stellen.
  • Ebenso lässt es sich bei Web-Schulungen leichter ablenken. Du bekommst einen Teil des Kurses vermutlich gar nicht mit, wenn du nicht konzentriert oder motiviert genug bist. 

Im Gegensatz dazu bietet die Online-Variante aber natürlich auch einige Vorteile:

  • Du kannst ortsunabhängig lernen und sparst dir die Zeit für die An- und Abreise. 
  • Darüber hinaus sind online durchgeführte Seminare oftmals günstiger. 

Entscheidest du dich für das virtuelle Angebot, solltest du darauf achten, dass ein Dozent das Seminar live unterrichtet. Reine Selbstlern-Kurse sind weniger effektiv, da du keine zusätzlichen Erklärungen erhältst und keine Rückfragen stellen kannst. Ebenso fehlen die Berichte aus der Praxis und das Diskutieren gefährlicher Situationen. 

Nach dem Abschluss solltest du eine ehrliche und kritische Selbsteinschätzung vornehmen: Genügt das, was ich theoretisch gelernt habe, für die Praxis?

Vielleicht hast du die Möglichkeit, zusätzlich einen Erste Hilfe Kurs am Kind für Erzieher in Präsenz zu besuchen oder mit deinen Kollegen in der Kita die praktische Anwendung des Gelernten zu üben. Je öfter du dies tust, desto besser. Dann musst du im Notfall nicht erst überlegen, was zu tun ist.

Über unseren Autor
Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.