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Ausbildung als Erzieherin für Ausländer: Welche Möglichkeiten gibt es?

Ausbildung als Erzieherin für Ausländer
Verfasst von Daniel Duddek

Du wohnst schon länger in Deutschland und suchst nach einer beruflichen Alternative, mit der du etwas Sinnvolles tun kannst? Oder hast du bereits im Ausland in einer Kita gearbeitet und möchtest das gern wieder tun? Dann gibt es gute Chancen, eine Anstellung in einer Krippe oder einem Kindergarten zu finden.

Eine Ausbildung als Erzieherin ist in Deutschland auch für Ausländer gut möglich, solange du gute Deutschkenntnisse besitzt. Mit einer bereits absolvierten Ausbildung zur Erzieherin im Ausland kannst du sogar direkt in den Job einsteigen. Hierfür musst du diese per Antrag mit einer deutschen Ausbildung gleichstellen lassen.

Besitzt du die Allgemeine Hochschulreife oder eine andere Berechtigung zum Studieren, stehen dir in Deutschland ebenfalls viele Möglichkeiten offen, Erzieherin zu werden. Du kannst zum Beispiel zwischen den Fächern Erziehungswissenschaft, Pädagogik, Soziale Arbeit oder Psychologie wählen.

Ein Bachelorstudium dauert in der Regel drei Jahre, der anschließende Master noch einmal zwei Jahre. Es ist jedoch ebenso möglich, das Studium in Teilzeit zu absolvieren. Die Studienzeit ist dann etwa doppelt so lang.

Im Gegensatz zu manchen Formen der Fachausbildung verdienst du während des Studiums prinzipiell kein Geld. Dafür stehen dir anschließend mehr Arbeitsfelder für Erzieher sowie bessere Aufstiegsmöglichkeiten offen. Nach dem Studium verdienst du bei einer Anstellung zudem mehr als deine Kollegen mit einer Berufsausbildung.

Welche Möglichkeiten gibt es für eine Ausbildung zur Erzieherin?

Möchtest du als Migrantin eine Ausbildung zur Erzieherin in Deutschland absolvieren, kannst du zwischen drei verschiedenen Ausbildungsmodellen wählen:

  • Vollzeit-Ausbildung: Das ist der klassische Weg. Als Voraussetzung gilt mindestens der mittlere Bildungsabschluss. Je nach Bundesland dauert die Ausbildung drei bis vier Jahre. Untergliedert ist sie in einen theoretischen und einen praktischen Ausbildungsteil. Das letzte Jahr ist das sogenannte Anerkennungsjahr. In dieser Zeit arbeitest du in einer Kindertageseinrichtung und erhältst ein Gehalt.
  • Teilzeit-Ausbildung: Ebenfalls möglich ist es, die Ausbildung in Teilzeit zu absolvieren. Sie dauert in diesem Fall bis zu sechs Jahren. Dieser Weg ist sinnvoll, wenn du bereits in einem anderen Beruf arbeitet und eine Umschulung zum Erzieher machen will. Stimmt dein Arbeitgeber zu, musst du deinen aktuellen Job nicht kündigen und erhältst weiterhin etwas Gehalt. Allerdings ist es schwer, zeitlich beides in Einklang miteinander zu bringen.
  • Praxisintegrierte Ausbildung: Das Modell „Pia“ ist noch relativ neu. Hierbei gibt es keine eindeutig abgegrenzten Theorie- und Praxisphasen. Stattdessen arbeiten die Azubis von Beginn an zwei bis drei Tage in der Woche in einer Kita, die anderen Tage besuchst du die Berufsschule. Das hat den Vorteil, dass du von Beginn an Geld verdienen kannst. Die praxisintegrierte Ausbildung dauert wie die Vollzeit-Ausbildung in der Regel drei Jahre.

Hast du schon eine andere Ausbildung im Bereich Soziales absolviert, ist darüber hinaus ein Quereinstieg in die soziale Arbeit möglich. Das bedeutet, dass du keine zweite Berufsausbildung zur Erzieherin abschließen musst, sondern direkt in dem Job arbeitest.

Entspreche Qualifizierungsprogramme helfen dabei, das noch fehlende Fachwissen zu erwerben. Da sich der Fachkräftemangel in den kommen Jahren weiter verstärken wird, stehen die Chancen für einen Quereinstieg gut.

Kinder- und Jugendcoach werden

Was sind die Inhalte der Ausbildung?   

Fragst du dich noch, warum es sich lohnt, Erzieher zu werden und ob der Beruf wirklich das Richtige für dich ist? Dann werfe einen Blick auf die entsprechenden Lehrinhalte. Auf diese Weise bekommst du ein Gefühl dafür, ob dich die Themen interessieren.

Beachte jedoch, dass sich die Lehrpläne je nach Bundesland etwas unterscheiden. Die Recherche verschiedener Berufsschulen kann sich daher lohnen.

Zu den grundsätzlichen Themen gehören:

  • Pädagogische Grundlagen
  • Prozesse des Lernens
  • Sprachentwicklung
  • Lerntheorien.

Zudem nimmt die Integration eine immer wichtigere Rolle ein, da viele Geflüchtete und Migranten nach Deutschland kommen. Diese in die Kita-Gruppe zu integrieren, spielt für die Entwicklung der Kinder eine relevante Rolle. Hilfreich sein können dabei zum Beispiel Sprach- und Bewegungsspiele.

Ebenfalls wichtig ist das Erlernen von Techniken der kreativen Gestaltung und musikalischen Erziehung. Des Weiteren lernst du, wie du richtig Elternarbeit betreibst.

Denn das Zusammenspiel zwischen Erziehern und Eltern ist für die Entwicklung von Kindern sehr wichtig. Als Grundlage hierfür erlernst du, wie Entwicklungsprozesse richtig dokumentiert werden.

Ebenso setzt du dich während der Ausbildung mit der Rolle der Medien auseinander. Wie wirken welche Medien auf Kinder? Wie können sie gezielt eingesetzt werden? In diesem Zusammenhang lernst du auch verschiedene Medien- und Kommunikationstheorien kennen.

Erzieherausbildung für Ausländer

Das passende Studium finden

Bist du im Besitz der allgemeinen Hochschulreife, solltest du diese in Deutschland anerkennen lassen. Dann kannst du studieren und eröffnest dir weitere berufliche Möglichkeiten. Beispielsweise kannst du mit einem Studium der Pädagogik in einer Krippe oder einem Kindergarten als Betreuungskraft arbeiten.

Ebenso bieten sich jedoch diese Tätigkeitsbereiche an:

  • Coaching und Beratung
  • Offene Jugendarbeit
  • Konzeption von Aus- und Weiterbildungen
  • Lehre an Fach- und Hochschulen
  • Forschung an verschiedenen Institutionen
  • Personal- und Organisationsentwicklung.

Mit der Wahl von Schwerpunkten kannst du dich außerdem auf einen bestimmten Bereich, zum Beispiel Medienpädagogik spezialisieren. Ebenso ist die Arbeit als Kindheitspädagoge möglich.

Neben einem Pädagogikstudium kannst du dich für das Fach Erziehungswissenschaft entscheiden. Hierbei stehen neben den entsprechenden Grundlagen auch die Evaluation von Bildungsprozessen sowie die Entwicklung von Lernumgebungen im Mittelpunkt. Der Fokus liegt hierbei jedoch nicht auf kindlichem Kompetenzerwerb.

Es erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung von Lernprozessen. Mit dem Abschluss in der Tasche kannst du nicht nur in sozialen Einrichtungen, sondern ebenso in Kultur- und Weiterbildungszentren und in der öffentlichen Verwaltung arbeiten.

Ein Fernstudium zum Erzieher ist auch möglich. Hierfür studierst du an einer Fernuni beispielsweise Kindheitspädagogik, Erziehungs- und Bildungswissenschaften oder Soziale Arbeit. Ein Fernstudium ist im Vergleich zu einer staatlichen Universität meist deutlich teurer.

Hier kann deine Zeit von dir frei eingeteilt werden. Du kannst dein Studium also gut mit deinen familiären Verpflichtungen oder einem Job unter einen Hut bringen. Wichtig dabei ist, dass du gut organisiert bist und dich selbst motivieren kannst.

Was ist die Voraussetzung zur Ausübung des Berufs?

Auf Heranwachsende aufzupassen und sie in ihrem Entwicklungsprozess zu begleiten, bringt eine große Verantwortung mit sich. Darum darf in Deutschland nicht jeder Erzieher werden.

Folgende Fähigkeiten und Eigenschaften sind dabei wichtig:

  • Solide Deutschkenntnisse: Im Kita-Alltag musst du mit den Kindern kommunizieren und ihre Sprachentwicklung fördern. Das geht nur, wenn du selbst die deutsche Sprache gut beherrschst. Für eine Ausbildung benötigst du mindestens das Sprachniveau B1. Die Universitäten legen ihre eigenen Regeln fest. Hier wird in der Regel das Sprachniveau B1 oder B2 gefordert.
  • Gute Schulnoten: Mindestens in Deutsch und Mathematik solltest du gute Schulnoten haben. Förderlich sind außerdem gute Zensuren in den naturwissenschaftlichen Fächern, Englisch und Musik. Je besser dein Schulabschluss ist, desto besser sind deine Chancen auf dem Ausbildungsmarkt. Als Abiturient findest du normalerweise einen zulassungsfreien Studiengang. Nur manche Fächer wie Psychologie haben einen Numerus clausus (nc). In diesem Fall werden die Bewerbenden mit dem besten Durchschnitt zum Studium zugelassen.
  • Zuverlässigkeit: Ebenso ist es wichtig, dass du zuverlässig arbeitest. Als Erzieherin bist du für das Wohlergehen deiner Schützlinge verantwortlich. Zu spät zur Arbeit kommen oder Unaufmerksamkeit darfst du dir nicht erlauben. Schließlich erwarten die Eltern, dass ihre Kinder bei dir in guten Händen sind.
  • Teamfähigkeit: Als Einzelkämpfer bist du bei diesem Beruf fehl am Platz. Alle Kita-Mitarbeiter bilden gemeinsam ein Team. Sie denken sich Spiele und Unternehmungen für die Kinder aus, basteln gemeinsam und unterstützen sich gegenseitig. Du solltest daher Spaß daran haben, mit anderen Personen Dinge zu planen, zu organisieren und Ideen zu verwirklichen.

Voraussetzung als Erzieher für Ausländer

Anerkennung einer ausländischen Berufsausbildung?

Hast du im Ausland eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert, kannst du hierfür eine Anerkennung beantragen. Dann ist deine Ausbildung mit der Ausbildung zur staatlich anerkannten Erzieherin gleichgestellt.

Du kannst dich damit auf alle Stellenausschreibungen bewerben. Beantragst du die Anerkennung nicht, musst du hierzulande erst eine neue Ausbildung absolvieren. Anderenfalls darfst du nicht in einer Kindertageseinrichtung arbeiten.

Wie die Anerkennung abläuft und wie aufwendig diese ist, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Es ist beispielsweise relevant, ob dein Abschluss inner- oder außerhalb der EU erworben wurde.

Über das Informationsportal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen kannst du bequem online prüfen, ob dein Abschluss anerkannt werden kann. Zudem erfährst du die Anlaufstelle, die diesbezüglich für deine Stadt zuständig ist.

In der Regel gibt es hierfür eine Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung. In manchen Bundesländern ist die Beantragung auch über regionale Schulämter per Internet möglich.

Achte darauf, dass dem Antrag alle nötigen Unterlagen beigefügt werden. Hierzu zählt zum Beispiel eine Kopie deines Schul-Abschlusszeugnisses sowie dein Ausbildungsnachweis. Beide Kopien müssen amtlich beglaubigt sein.

Anschließend wird geprüft, ob deine ausländische Qualifikation der hiesigen Ausbildungsinhalte entspricht. Dieses Verfahren kann rund drei Monate dauern. Die Kosten betragen etwa zwischen 100 und 250 Euro.

Ist eine amtliche Übersetzung der Dokumente notwendig, müssen die Kosten auch von dir getragen werden. Dennoch lohnt sich der Aufwand: Eine neue Ausbildung zu absolvieren, würde viel länger dauern und kostenintensiver sein.

Nutze die Wartezeit sinnvoll. Informiere dich beispielsweise darüber, welche Einsatzmöglichkeiten für Erzieher dir offenstehen. Sobald dein ausländischer Abschluss anerkannt wurde, kannst du dich direkt auf eine Vielzahl offener Stellen bewerben und deinen neuen Traumjob finden.

Kinder- und Jugendcoach werden

Ausbildung für Ausländer: Weiterbildungsmöglichkeiten für Erzieher

Arbeitest du in Deutschland als Erzieherin, steht dir eine Vielzahl an Weiterbildungsmöglichkeiten offen. Diese können von dir genutzt werden, um eine bessere Position im Job zu erreichen oder deine Einsatzgebiete auszuweiten.

Mögliche Fortbildungsgebiete sind diese:

  • Sozialpädagogik: Möchtest du als Erzieherin eine Weiterbildung zur Sozialpädagogin absolvieren, wird von dir die Allgemeine Hochschulreife benötigt. Denn dies ist nur über ein entsprechendes Studium möglich. Es vereint Inhalte aus der Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sozialarbeit.
  • Schulsozialarbeit: Möchtest du dich nicht mehr auf Kindergartenkinder konzentrieren, sondern mit Schülern zusammenarbeiten? Dann kannst du als Sozialarbeiter an einer Grund- oder weiterführenden Schule Heranwachsende in problematischen Lagen unterstützen. Zudem bist du für Mobbing- und Gewalt-Prävention verantwortlich.
  • Musiktherapie: Eine therapeutische Weiterbildung für Erzieher gibt es in diversen Bereichen. Ein interessantes Feld ist die Musiktherapie. Hierbei lernst du, wie Musik gezielt für die Förderung der physischen und psychischen Gesundheit eingesetzt wird. Die Klienten hören dabei entweder Musik oder musizieren selbst.

Eine Ausbildung als Erzieherin eröffnet auch für Ausländer vielfältige Berufs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Arbeitest du gern mit Heranwachsenden zusammen und bringst die nötigen Eigenschaften mit, steht einem neuen Job nichts mehr im Weg.

Über unseren Autor
Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.