Verlustangst Kind: 5 Symptome & wie du sie behandelst

Verfasst von Daniel Duddek

Ein Heranwachsender braucht seine Eltern oder andere enge Bezugspersonen. Zwischenmenschliche Beziehungen helfen uns, den ganz normalen Alltag zu bewältigen und als Stütze in schwierigen Situationen. Diese Abhängigkeit ist bereits bei den Kleinsten unbewusst im Bewusstsein verankert.

 

Darum fällt es ihnen oftmals schwer, sich von den Eltern zu trennen. In den meisten Fällen ist das ein ganz normales Verhalten. Manchmal kann es allerdings vorkommen, dass ein Kind eine starke Verlustangst entwickelt. 

 

Absolvierst du eine Ausbildung für einen Beruf mit Kindern, weil du beispielsweise als Erzieherin arbeiten möchtest, thematisiert ihr die Verlustängste gesondert. Dabei lernst du auch, dass diese als Urinstinkt tief in uns verwurzelt sind. Problematisch werden die Umstände erst dann, wenn sie große Auswirkungen auf den Alltag haben. Das ist etwa dann der Fall, wenn dein Nachwuchs nicht mehr zur Schule gehen möchte. Oftmals kommen zudem noch körperliche Symptome hinzu.

Verlustängste erkennen

Diese Angst kann sich entweder nach und nach entwickeln oder durch ein Ereignis plötzlich ausgelöst werden. Je eher du erkennst, dass dein Sprössling Hilfe benötigt, desto schneller und besser kann ihm in der Regel geholfen werden. 

 

Manchmal überträgt sich auch die Angst eines Elternteils unbemerkt auf ein Kind. Schickst du dein Kind jeden Tag mit einem mulmigen Gefühl in die Kita, kann es das spüren. Möglicherweise bekommt es Schwierigkeiten, sich von dir zu lösen und entwickelt Angst. Ein Psychologe oder ein Kinder- und Jugendcoach können euch dabei helfen, die Situation wieder in den Griff zu bekommen.

 

Die Angst als Urinstinkt

 

Zunächst einmal ist es wichtig, dass du weißt, dass Angst etwas vollkommen Natürliches ist. Sie sorgt dafür, dass du bei Gefahren vorsichtig bist. Bei Kindern gehört die Angst sogar zum Überlebensinstinkt, da sie ohne die Fürsorge einer erwachsenen Person verloren sind. Fühlen sich Babys allein, beginnen sie zu schreien und machen so auf sich aufmerksam. Damit stellen sie sicher, dass ihre Bedürfnisse nach Nähe und Nahrung gestillt sind.

 

In den ersten Monaten ist es den Babys dabei egal, wer ihre Wünsche erfüllt. Je besser es lernt, Bezugspersonen und fremde Menschen zu unterscheiden, desto mehr fixiert es sich auf die ihm bekannten Personen. Diese Phase bezeichnen wir auch als „Fremdeln“. Es muss nun erst einmal lernen, dass es auch anderen Personen vertrauen kann. Hierzu zählen unter anderem die Erzieher in der Krippe. 

 

Du musst dir also keine Sorgen machen, wenn dein Sprössling eine Zeitlang sehr auf dich fixiert ist. Spürst du, dass die Trennungsängste besonders stark sind oder über mehrere Monate hinweg durchgängig anhalten? Dahinter steckt womöglich ein größeres Problem. 

 

Zum Beispiel

 

  • hat dein Nachwuchs eine traumatische Erfahrung erlebt oder
  • er/sie empfindet eine emotionale Vernachlässigung, die dir womöglich gar nicht bewusst ist.

 

Beispielsweise haben viele Kinder auch nachts das Bedürfnis, den Eltern nah zu sein. Können Eltern dieser Nähe nicht nachkommen, klammern manche Heranwachsende am Tag umso mehr.

 

5 Symptome bei Verlustangst Kind

 

Die Angst davor, etwas zu verlieren, kann sich bei Heranwachsenden auf verschiedene Art und Weise auswirken. Jedes Kind reagiert anders auf den psychischen Stress, den es während einer Angstphase erlebt.

 

Gemeinsam haben die Betroffenen in der Regel jedoch, dass sie sich an ihre Bezugspersonen klammern. Das sind in den meisten Fällen die Mutter und / oder der Vater. 

 

Die Angst vor Trennungen äußert sich außerdem in jedem Alter anders. Während Babys und Kleinkinder hauptsächlich mit Weinen und Schreien ihr Unbehagen ausdrücken, merken Eltern von Kita- und Schulkindern oft, dass das Kind plötzlich Angst hat, alleine zu schlafen.

 

Weiterhin kann es vorkommen, dass ein Heranwachsender nicht mehr in die Schule gehen möchte oder sich sogar komplett zurückzieht.

 

Symptome bei Verlustängsten

 

Außerdem können folgende Symptome auf Ängste bei Kindern hinweisen:

 

  • Alpträume: Im Schlaf verarbeitet das menschliche Gehirn die Ereignisse des Tages und unsere Ängste. Während Erwachsene in psychisch anstrengenden Phasen häufig an Schlafstörungen leiden, haben Heranwachsende häufig mit Albträumen zu kämpfen. Anschließend wachen sie meist schreiend auf. Es ist wichtig, dass du deinen Sprössling dann nicht mit seinen Gefühlen allein lässt, sondern ihn beruhigst.

  • Bauchschmerzen: Bauchschmerzen und Magen-Darm-Probleme hängen nicht nur bei Kindern des Öfteren mit psychischen Problemen zusammen. Dennoch solltest du die Symptome nicht verharmlosen. Treten sie dauerhaft auf, können sich chronische Beschwerden entwickeln.

  • Kopfschmerzen: Das Gleiche gilt auch für Kopfschmerzen. Diese deuten bei Kindern auf zu viel Stress hin und sollten mit natürlichen Methoden behandelt werden. Vor allem solltest du darauf achten, deinem Sprössling bei körperlichen Symptomen möglichst viel Ruhe zu gönnen.

  • Konzentrationsschwierigkeiten: Um sich auf eine Sache konzentrieren zu können, benötigt dein Kind einen freien Kopf. Drehen sich die Gedanken hingegen ständig um die eigenen Ängste, können Lernschwierigkeiten auftreten.

 

Verlustangst Kind: Wie kannst du helfen?

 

Die Ängste deines Sprösslings solltest du niemals ignorieren, sondern immer ernst nehmen. Je mehr sich dein Kind von dir verstanden fühlt, desto besser lässt sich seine Angststörung behandeln. Hierzu gehört auch, dass du deinen Schatz niemals für seine Gefühle bestrafst. Stattdessen solltest du ruhig mit ihm sprechen, um herauszubekommen, warum er Ängste hat. 

 

Wenn du weißt, woher die Verlustängste kommen, kannst du deinem Kind am schnellsten helfen.

 

Hilfe bei Verlustangst

 

Manchmal sind die Ursachen leicht herauszufinden. Haben sich etwa die Eltern eines Kindes kürzlich getrennt, fühlt es sich von der neuen Situation verunsichert. Auch wenn ein Kleinkind gerade in der Krippe oder im Kindergarten eingewöhnt wird, kann es plötzlich verstärkt die Nähe von Mama und Papa suchen.

 

Zeige hierfür verständlich und mache ihm deutlich, dass es sich auf dich verlassen kann. Ebenso kann ein Kuscheltier dabei helfen, dass sich dein Sprössling in der Kindertagesstätte nicht so allein fühlt.

 

Auch verstärkte Kuscheleinheiten zu Hause können deinem Nachwuchs zeigen, dass du weiterhin für ihn da bist. Nachts im gemeinsamen Bett schlafen kann ebenfalls über die Zeit der Trennung am Tag hinweghelfen. 

 

Bei größeren Heranwachsenden stecken hinter den Verlustängsten manchmal auch andere Probleme. Ängste bei 11-Jährigen können sich etwa darauf zurückführen lassen, dass sie befürchten, später keinen Partner zu finden. Hier kann es helfen, das Selbstbewusstsein deiner Kinder zu stärken.

 

Verschwindet die Verlustangst bei deinem Kind nicht, kannst du mit ihm einen Psychologen aufsuchen. Dieser kann dir Tipps geben, wie du deinen Nachwuchs bei der Bewältigung seiner Probleme unterstützen kannst.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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