Resilienz bei Kindern fördern: 5 Tipps für Eltern & Kinder

Verfasst von Daniel Duddek

Im Leben gibt es Höhen und Tiefen. Während alle Menschen die Höhen genießen, gehen sie mit den Tiefen sehr unterschiedlich um. Krisen gut zu meistens ist allerdings nicht nur eine Frage der Persönlichkeit.

 

Ganz im Gegenteil: Seelische Widerstandsfähigkeit ist trainierbar. Ebendarum ist es elementar, Resilienz bei Kindern zu fördern. Die Erfahrungen in der Kindheit prägen später auch das Erwachsenenalter.

 

Wer einen der gängigen Berufe mit Kindern ausübt, sieht immer wieder sogenannte Helikopter-Eltern, die ihre Kinder Tag und Nacht beschützen. Das führt dazu, dass die Heranwachsenden keine eigenen Erfahrungen machen.

 

Sind sie später auf sich allein gestellt, scheitern sie schnell an den kleinsten Hürden. Denn nur durch das Bewältigen von schwierigen Situationen lernen wir, mit diesen umzugehen.

 

Das heißt nicht, dass du deinem Kind alles erlauben sollst. Vor Gefahren musst du es natürlich beschützen. In einem sicheren Rahmen muss es jedoch die Möglichkeit haben, sich auszuprobieren. Hierdurch entwickelt es Problemlösungskompetenzen und gewinnt Selbstvertrauen

 

Soll sich ein Kind beispielsweise selbst anziehen und bekommt den Reißverschluss nicht zu, musst du nicht sofort eingreifen. Vielleicht schließt es die Jacke stattdessen mit Wäscheklammern. Damit erreicht es sein Ziel doch noch. Entscheidend ist nicht der Weg, sondern das Ergebnis!

In diesem Artikel zeigen wir dir, wie du deinem Nachwuchs seelische Widerstandskraft vermitteln kannst und welche Rolle die Kita hierbei einnimmt.

 

Was ist Resilienz?

 

Hast du eine pädagogische Ausbildung absolviert, ist dir der Begriff wahrscheinlich schon einmal über den Weg gelaufen. Das Wort Resilienz stammt aus dem Lateinischen und bedeutet übersetzt „Abprallen“.

 

Ein resilientes Kind lässt sich von auftretenden Problemen nicht umwerfen, sondern passt sein Verhalten der neuen Situation an.

 

Entscheidend für den Aufbau der psychischen Widerstandskraft bei Kindern sind diese Faktoren:

 

  • Stressresistenz: Im Alltag treten immer wieder stressige Situationen auf. Je besser ein Heranwachsender damit umgeht, desto besser findet er auch in turbulenten Zeiten Entspannung. Zudem ist es essenziell, auch einmal „Nein“ zu sagen. Niemand kann allen Anforderungen gerecht werden! Das kann dein Schatz schon frühzeitig lernen.

 

  • Eigene Bedürfnisse: Um glücklich zu sein, muss ein Mensch seine eigenen Bedürfnisse kennen. Je besser ein Kind weiß, was ihm wichtig ist und wie es seine Ziele erreicht, desto motivierter verfolgt es seine Pläne – und desto weniger lässt es sich von Hürden davon abhalten.

 

  • Selbstbewusstsein: Jeder kann etwas bewegen! Je höher die eigene Selbstwirksamkeitserwartung ist, desto selbstsicherer geht dein Nachwuchs durchs Leben. Schüchterne Kinder nehmen sich die Kritik von anderen schnell zu Herzen und zerbrechen manchmal sogar daran. Ein selbstbewusstes Kind lässt sich dagegen von Mobbingversuchen nicht verunsichern.

 

Es ist nie zu spät, um Resilienz zu trainieren. Sowohl die Eltern als auch das pädagogische Personal in Kitas und Schulen nehmen dabei eine relevante Rolle ein.

 

Doch auch ein Kinder- und Jugendcoach kann deinen Sprössling in seiner Entwicklung gezielt unterstützen. Achte hierbei darauf, dass dieser eine abgeschlossene Ausbildung hat.

 

Kinder- und Jugendcoach werden

 

Wie Eltern die Resilienz bei Kindern fördern

 

Um deinem Nachwuchs ein positives Selbstbild zu vermitteln, musst du keine Fortbildung zum Erzieher absolvieren. Entscheidend ist, dass du deinem Sprössling im Alltag das Gefühl vermittelst, dass er wertvoll ist und seine Meinung etwas zählt.

 

Bestimme darum nicht alles über den Kopf deiner Kids hinweg. Beziehe sie stattdessen in kleine Entscheidungen mit ein. 

 

Das gelingt unter anderem gut bei der Frage, was es heute zum Abendessen gibt. Außerdem können schon die Kleinsten mit darüber bestimmen, welchen Spielplatz ihr besucht. Durch solche kleinen Verhandlungen kannst du das Selbstbewusstsein der Kinder stärken und die Resilienz fördern.

 

Besondere Achtsamkeit gilt, wenn Ängste bei Kindern auftreten. In diesem Fall ist das Hinzuziehen eines Psychologen ratsam. Ergänzend kann ein Resilienztrainer für Kinder deinen Nachwuchs für die Zukunft stärken. 

 

Ebenso ist Freiraum für Heranwachsende sehr wichtig. Erlaube deinem Sprössling, sich auszuprobieren! Am Anfang fällt dir das vielleicht schwer, weil du dein Kind vor schlechten Erfahrungen beschützen möchtest.

 

Doch nur, wenn ihm nicht alles gelingt, lernt es, mit Rückschlägen umzugehen. Sei hierbei an seiner Seite und sprich mit ihm über seine Emotionen.

 

Dass du die Gefühle deines Sprösslings wahrnimmst, ist ein Zeichen der Wertschätzung. Er soll lernen, dass es in Ordnung ist, auch mal traurig zu sein. Gemeinsam findet ihr sicher eine Lösung für sein Problem!

 

Resilienz bei Kindern fördern

 

Resilienz bei Kindern fördern – 5 Tipps

 

  • Optimismus: Wer an eine gute Zukunft glaubt, geht motivierter durchs Leben. Vermittle deinem Schatz das Gefühl, dass er seine Ziele erreichen kann. Überlegt, was ihr tun müsst. Dann kann dein Sprössling darauf hinarbeiten. Achte aber auch darauf, dass er sich nicht zu sehr unter Druck setzt. Blockieren negative Gedanken die Entwicklung deines Nachwuchses, kann ein Kindercoaching helfen. Die Ausbildung wird als alternativer Beruf für Erzieher angeboten. 

 

  • Liebe: Aufmerksamkeit und Zuneigung sind zwei der besten Geschenke, die du deinem kleinen Schatz jeden Tag aufs Neue mit auf den Weg geben kannst. Hat ein Heranwachsender zu Hause einen sicheren Hafen, gibt ihm das eine Menge Kraft. Ein Kind kann Schwierigkeiten oft viel leichter aus dem Weg räumen, wenn es dir diese anvertrauen kann.

 

  • Vorbilder: Das nächste Vorbild für Heranwachsende sind seine Bezugspersonen, meist Mutter und Vater. Lebe deinem Nachwuchs vor, wie du gut mit schwierigen Situationen umgehst. Dann kann es sich viel von dir abschauen. Gelingt dir mal etwas nicht, dann steh dazu. Weder du, noch dein Kind müssen perfekt sein! 

 

  • Sport: Sport führt zur Ausschüttung von Glückshormonen. Darum gehen viele Menschen joggen. Um einen klaren Kopf zu bekommen. Lass deinen Sprössling eine Sportart aussuchen, die er gern ausprobieren möchte. Oder geht gemeinsam nach draußen. Beim Schwimmen, Radfahren oder auf dem Spielplatz, könnt ihr euch super auspowern! Übt dein Nachwuchs eine Mannschaftssportart aus, führt das gleichzeitig dazu, dass sein Gemeinschaftsgefühl gestärkt wird.

 

  • Zeit: Ein grundlegender Faktor ist Zeit. Ihr wollt früh zur Kita und deinem Schatz gelingt es nicht, seine Haare zu kämmen? Bleib ruhig und rede ihm gut zu. Gib ihm die Zeit, es noch ein fünftes oder sechstes Mal zu versuchen. Übernimmst du das Kämmen, nimmst du ihm die Gelegenheit, stolz auf sich zu sein. 

 

Beherzigst du diese Ratschläge, schaffst du eine gute Basis für die psychische Entwicklung deines Kindes!

 

Kinder- und Jugendcoach werden

 

Resilienzförderung in der Kita

 

Die meisten Heranwachsenden besuchen regelmäßig eine Kindertageseinrichtung. Dort findet zum Beispiel eine Sprach- und Bewegungsförderung statt, um die Resilienz der Kinder zu stärken.

 

Bei dem Erlernen der pädagogischen Berufe bekommen die Erzieher die hierfür nötigen Techniken vermittelt. Wie gut diese im Kita-Alltag tatsächlich zur Anwendung kommen, ist jedoch unterschiedlich. 

 

Suchst du eine Kindertagesbetreuung? Dann lass dir am besten das Konzept erklären und achte auf ein gutes Betreuungsverhältnis. Im besten Fall sollten nicht mehr als sieben Heranwachsende von einem Erzieher betreut werden.

 

Freiraum zum Ausprobieren neuer Dinge ist außerdem besser als zu viele Regeln. Wenn die Kleinsten von Beginn an ihre Umgebung aktiv mitgestalten können, entwickelt sich von ganz allein eine psychische Widerstandskraft.

 

Positiv ist es ebenfalls, wenn die Pädagogen eine Zusatzausbildung in alternativen Berufsfeldern für Erzieher haben. Beispiele hierfür sind eine Weiterbildung zum Lerncoach.

 

Durch diese Qualifikationen besitzen die Erzieher eine breite Fach- und Methodenkompetenz. Sie erkennen, in welchen Bereichen die Heranwachsenden Entwicklungsbedarf haben und fördern diese gezielt.

 

Achte außerdem darauf, ob sich dein Nachwuchs in der Kita wohlfühlt:

 

  • Hat es eine Bezugsperson?

 

  • Beschäftigt es sich mit den anderen Kindern?

 

  • Darf es viel im Freien spielen?

 

  • Haben die Erzieher Zeit, um auf die individuellen Bedürfnisse der Heranwachsenden einzugehen?

 

Diese Dinge tragen dazu bei, die Resilienz bei Kindern zu fördern und ermöglichen ihnen ein selbstbestimmtes Leben.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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