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Wie lässt sich ein Familienstreit lösen?

Familienstreit
Autor - Daniel Duddek
Verfasst von Daniel Duddek - Cheftrainer

In einer Familie treffen unterschiedliche Charaktere, Meinungen und Erwartungen aufeinander. Aus diesem Grund lässt sich ein Familienstreit nicht immer verhindern, sondern gehört zum Familienleben dazu.

Es macht jedoch einen Unterschied, wie mit den Problemen umgegangen wird. Bei einer offenen und liebevollen Kommunikation können die Konflikte meist schnell und für alle zufriedenstellend gelöst werden.

Manchmal führt ein Streit jedoch zu Spannungen und belastet das gesamte Familienleben, sodass keine Harmonie mehr einkehrt. Diese psychische Belastung führt zum Beispiel zu schlechten Noten beim Nachwuchs. Es ist schwierig, die Konzentration der Kinder zu fördern, wenn diese aufgrund der Situation im Elternhaus mit Ängsten zu kämpfen haben.  

Lässt sich ein Familienstreit nicht innerhalb kurzer Zeit selbst lösen oder herrscht dauerhaft eine unangenehme Grundstimmung in der Familie, sollte externe Hilfe in Anspruch genommen werden.

Denn trotz der bestehenden Spannungen bietet ein Familienstreit die Chance, die generelle Kommunikation zu verbessern und die Bindung zwischen den Beteiligten zu stärken. Voraussetzung hierfür ist, dass alle aktiv an der Konfliktlösung mitarbeiten. 

In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, welche Gründe häufig zur Entstehung familiärer Konflikte beitragen.

Anschließend geht es darum, wie die Familienmitglieder gemeinsam einen Streit konstruktiv angehen und lösen können, um wieder zu einem Zustand der Harmonie und des gegenseitigen Respekts zu gelangen. Zum Schluss gehen wir darauf ein, wann professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden sollte.

Gründe für einen Familienstreit

Ein Familienstreit kann viele Ursachen haben. In den meisten Fällen entsteht ein schwerwiegender Familienstreit nicht von heute auf morgen, sondern baut sich über die Zeit hinweg auf. Kleine Unstimmigkeiten werden nicht geklärt, sodass sich immer mehr Konflikte dazugesellen. 

Manchmal resultieren die Gründe aus einer mangelnden Kommunikationsfähigkeit. Entweder findet zwischen den Familienmitgliedern zu wenig Kommunikation statt oder die Beteiligten können ihre Wünsche und Gedanken nicht klar ausdrücken, was wiederum zu Missverständnissen führt. 

Ebenso können diese Aspekte zu Streitigkeiten führen:

  • Interessenkonflikte: Unterschiedliche Bedürfnisse können zu Konflikten führen, wenn Familienmitglieder Ziele verfolgen, die miteinander kollidieren. Überdies kann die Verteilung von Ressourcen wie Geld oder Aufmerksamkeit eine Rolle spielen. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn mehrere Kinder in der Familie aufwachsen und sich eines davon benachteiligt fühlt. Diese Situation kann auch Wutanfälle bei Kindern im Grundschulalter hervorrufen.
  • Wertedifferenzen: Ein weiterer Aspekt sind Normen und Werte. Wenn es um Fragen zur politischen Einstellung, zur Moral, Religion oder dem Lebensstil geht, sind diese oftmals mit Emotionen verbunden. Unstimmigkeiten können daher schnell Spannungen hervorrufen.
  • Erwartungen: Haben Familienmitglieder unterschiedliche Erwartungen an ihre Rollen und Verantwortlichkeiten, bilden sich Rollenkonflikte heraus. Ein typisches Beispiel dafür ist der Spagat zwischen Hausarbeit, Kindererziehung und Job. Darüber hinaus verschiebt sich die familiäre Dynamik, wenn der Nachwuchs erwachsen wird und immer seine eigenen Entscheidungen durchsetzen möchte. Zieht er aus oder werden Familienmitglieder pflegebedürftig, entstehen weitere Herausforderungen.

Ebenso sollten innerhalb der Familie die verschiedenen Persönlichkeiten und Temperamente Akzeptanz finden. Ein liebevoller Umgang trägt dazu bei, dass sich jeder anerkannt und wohlfühlt. Zeigen die Familienmitglieder dagegen keine Empathie, führt das zu einer schlechten Stimmung und Konflikten. 

Nicht außer Acht gelassen werden dürfen die externen Stressfaktoren wie finanzielle Schwierigkeiten oder berufliche Herausforderungen. Fühlt sich eine Person gestresst, hat dies häufig einen negativen Einfluss auf das Privatleben.

FamiliencoachIn als Karrierechance

Wie lässt sich ein Familienstreit lösen?

Ein Familienstreit ist eine unschöne Situation, die dauerhaft alle Beteiligten belastet. Konflikte können sogar Ängste bei Kindern hervorrufen, wenn diese dauerhaft bestehen. Die Heranwachsenden haben dann zum Beispiel Angst, dass sie nicht geliebt werden oder sich die Eltern trennen. 

Die Grundlage zum Lösen der Streitigkeiten ist eine offene und ehrliche Kommunikation. Es ist wichtig, einen Raum zu schaffen, in dem jedes Familienmitglied gehört und respektiert wird. Die Vermeidung von Schuldzuweisungen hilft dabei, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen. In diesem Rahmen können die Ursachen der Probleme identifiziert werden. 

Oft sind familiäre Streitigkeiten Symptome tieferliegender Probleme, sodass eine Reflexion über vergangene Ereignisse nötig ist. Zudem müssen die Beziehungsstrukturen sowie individuelle Bedürfnisse und Ängste berücksichtigt werden. Jeder sollte die Möglichkeit haben, seine Gefühle frei auszudrücken, ohne dafür ausgelacht oder verurteilt zu werden.

Familienstreit wird im Wohnzimmer gelöst

Eine weitere Grundvoraussetzung für die Lösung von Konflikten ist das Zeigen von Kompromissbereitschaft. Nur wenn jeder ein Stück auf alle anderen Beteiligten zugeht, wird eine Lösung gefunden, die für jeden akzeptabel ist. Diese Fähigkeit sollten bereits Heranwachsende vermittelt bekommen. 

Die Eltern übernehmen hierbei eine wichtige Vorbildfunktion. Liegt eine geringe Frustrationstoleranz bei Kindern vor, werden diese im Erwachsenenleben Probleme haben, Konflikte friedlich zu lösen.

In diesem Fall kann ein Emotionscoaching Kindern helfen, die eigenen Emotionen besser wahrzunehmen, zu verstehen und schließlich einen angemessenen Umgang mit ihnen zu finden. 

Eine Familie ist ein Ort der Gemeinsamkeit und gegenseitigen Unterstützung. Jeder muss den Freiraum haben, seinen persönlichen Interessen nachzugehen, ohne jedoch in Egoismus zu verfallen. 

Familienstreit: Wann ist professionelle Hilfe nötig?

Manchmal gelingt es nicht, einen Familienstreit selbst zu lösen. In diesem Fall kann externe Hilfe in Anspruch genommen werden, beispielsweise bei einem Familiencoach oder Therapeuten.

Experten wie diese kennen verschiedene Methoden, mit denen sie den Ursachen des Konflikts auf den Grund gehen und Beziehungsdynamiken sowie Verhaltensweisen analysieren. Ebenso ist durch eine professionelle Beratung bei einem Familienstreit sichergestellt, dass die Meinung eines jeden Beteiligten gehört und ernst genommen wird. 

Die Entscheidung, externe Hilfe wie eine systemische Familienberatung in Anspruch zu nehmen, fällt vielen Familien nicht leicht. Mach dir bewusst, dass dies keine Schwäche darstellt, sondern von Stärke und Verantwortungsbewusstsein zeugt. Es macht deutlich, dass dir und den anderen Beteiligten der Zusammenhalt eurer Familie nicht egal ist. 

In einigen Fällen sollte professionelle Hilfe hinzugeholt werden. Das bezieht sich unter anderem auf diese Situationen:

  • Wiederkehrende Probleme: Wiederholen sich bestimmte Konflikte regelmäßig oder eskalieren sogar, stecken vermutlich tiefergehende Schwierigkeiten dahinter. Mit externer Unterstützung kann eine langfristige Lösung erarbeitet werden. Neben einer familiären Beratung ist gegebenenfalls die Einbeziehung weiterer Experten wie einem Kinder- und Jugendcoach sinnvoll.
  • Emotionale Belastung: Führt ein Familienstreit zu einer schweren emotionalen Belastung für einzelne Familienmitglieder, sollte dies nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Bei Depressionen, Angstzuständen oder Panikattacken ist ein Psychologe ein wertvoller Ansprechpartner.
  • Gewalt oder Missbrauch: Kommt es zur Gewalt, Missbrauch oder anderen Formen von emotionaler beziehungsweise physischer Misshandlung, müssen die Betroffenen sofort geschützt werden. Neben einer Beratungsstelle und einem Arzt sollte in diesem Fall auch die Polizei aufgesucht werden. Gewalt sollte niemals akzeptiert oder heruntergespielt werden. Damit gefährdest du sowohl dich als auch dein Kind!
Autor - Daniel Duddek
Über unseren Autor
Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.