Liebesentzug: Das sind die Folgen im Erwachsenenalter

Verfasst von Daniel Duddek

Nähe und Geborgenheit benötigen Kinder fast so sehr wie die Luft zum Atmen. Fühlt sich ein Heranwachsender geliebt, entwickelt sich seine Psyche gut. Zudem kann er sich in Ruhe auf die Ausbildung seiner Fähigkeiten konzentrieren. Hat ein Sprössling jedoch Angst, von Mama oder Papa nicht geliebt zu werden, steht er unter Anspannung. Das wirkt sich negativ auf seine Entwicklung aus. 

 

Liebesentzug hat jedoch auch im Erwachsenenalter noch Folgen.

 

Die Betroffenen haben vor allem mit sozialen Ängsten zu kämpfen. Sie glauben zum Beispiel, dass sie niemals von jemandem geliebt werden. Zudem fällt es ihnen oft schwer, den eigenen Kindern ihre Liebe zu zeigen. 

 

Die gute Nachricht ist: Es gibt einen Ausweg. Mit der richtigen Therapie kann jeder lernen, die Ereignisse aus der Kindheit zu verarbeiten. Dabei lernt der Betroffene wichtige soziale Kompetenten, zum Beispiel Liebe zuzulassen und zu zeigen.

 

Nach einer erfolgreichen Therapie kann sogar eine Ausbildung zum Kinder- und Jugendcoach absolviert werden, um anderen Heranwachsenden mit ähnlichen Problemen zu helfen. 

 

In diesem Artikel erklären wir dir, warum Liebe für ein Kind essenziell ist. Darüber hinaus geben wir dir Tipps, wie du deinem Nachwuchs deine Zuneigung zeigst und welche Erziehungsmethoden du besser lassen solltest.

 

Anschließend stellen wir dir einige Konsequenzen von Liebesentzug vor und geben Tipps zum Umgang mit diesen. 

 

Schimpfst du mit deinem Kind, dann sage ihm gleichzeitig, dass du es trotzdem lieb hast. So muss es keine Angst vor Zurückweisung haben und kann sich besser auf die Wiedergutmachung seines Fehlers konzentrieren.

 

 

Darum ist Liebe wichtig

 

Wer sich geliebt fühlt, ist glücklicher und gesünder. Die Liebe zu anderen Personen reduziert das Stresslevel und trägt zur Stärkung des eigenen Immunsystems bei.

 

Die Liebe zu einem Partner ist dabei genauso wertvoll wie die Liebe zu Familienangehörigen. Du als Mutter kannst also einen großen Beitrag zur psychischen und physischen Gesundheit deines Kindes leisten, indem du ihm deine Liebe deutlich zeigst.

 

Darüber hinaus übt die Beziehung zwischen dir und deinem Sprössling einen großen Einfluss auf dessen Entwicklung aus. Er sollte wissen, dass es immer von dir geliebt wird, selbst wenn er einen Fehler macht.

 

Nur so kann es sich frei ausprobieren, die Welt kennenlernen und seine Grenzen entdecken. Hat er hingegen Angst, bei einem Missgeschick bestraft zu werden, kann es seinem Entdeckungsdrang nicht nachkommen.

 

Das bedeutet: Fällt deinem Kind beispielsweise beim Versuch, selbstständig zu essen, Geschirr herunter und geht kaputt, ist das kein Grund zu schimpfen. Bleibe stattdessen ruhig, sage ihm dass es nicht so schlimm ist und ermutige es, das selbstständige Essen erneut zu probieren.

 

Auf diese Weise wird es motiviert und lernt, dass Rückschläge nichts Schlimmes sind. Du kannst damit die Resilienz bei deinen Kindern fördern. Das wird ihnen auch noch als Erwachsener zugutekommen.

 

Versuche außerdem, deinen kleinen Schatz immer liebevoll zu behandeln. Hat er einen Wutanfall, dann schreie ihn nicht an, sondern setze dich ruhig daneben. Sobald er sich etwas beruhigt hat, nimmst du ihn in den Arm und tröstest ihn.

 

Ein Kind kann seine Gefühle noch nicht so kontrollieren wie ein Erwachsener. Damit es den richtigen Umgang mit seinen Emotionen lernt, muss es verstehen, dass diese zum Leben dazugehören.

 

Dein Nachwuchs sollte niemals das Gefühl bekommen, sich deine Liebe mit guten Taten erkaufen zu müssen. Zeige ihm, dass du immer für ihn da bist. Das macht eure Beziehung stark!

 

Liebesentzug Folgen Erwachsenenalter

 

Wie du deinem Kind Liebe zeigst

 

Hast du dich schon einmal gefragt, ob dein Kind spürt, wie sehr du es liebst? Dann geht es dir wie vielen Müttern.

 

Denn über Sätze wie „Ich habe dich ganz doll lieb“ freut sich ein Kind zwar – die Bedeutung kann es jedoch gerade im Kleinkindalter noch nicht abschätzen. Zudem nützen Worte nur wenig. Was für dein Kind wirklich zählt, sind Taten.

 

Achte daher in deinem Verhalten darauf, dass dein Nachwuchs deine Liebe spürt. Das sorgt nicht nur für ein herzliches Miteinander, sondern kann auch einer Angststörung bei Kindern entgegenwirken.

 

Wie du deinem Sprössling deine Liebe am besten beweist, ist unter anderem von seinem Alter abhängig:

 

  • Babys: Das erste Lebensjahr ist für ein Kind besonders prägend. Es ist ständig neuen Einflüssen ausgesetzt, die es nicht einordnen kann. Um ein Baby zu beruhigen, ist vor allem Körperkontakt wichtig. Dieser sorgt zudem dafür, dass du eine starke Bindung zu deinem Kind aufbaust. Viele Babys möchten am liebsten den ganzen Tag herumgetragen werden. Diese Vorliebe ist evolutionär in uns Menschen verankert. Trage dein Baby daher, so oft es geht.

 

  • Krippen- und Kitakinder: Auch Kleinkinder schreien noch oft schnell herum. Ebenso wie bei Babys ist es wichtig, dass du dem Bedürfnis nach Nähe nachkommst. Lasse dein Kind niemals schreien, egal ob Tag oder Nacht! Schreien ist ein Zeichen dafür, dass es dir etwas Wichtiges mitteilen möchte. Bei Wutanfällen ist deine emotionale Unterstützung ebenso wichtig. Nur wenn du ruhig bleibst, lernt dein Sprössling, richtig mit seinen starken Emotionen umzugehen.

 

  • Schulkinder: Je älter dein Kind wird, desto mehr sucht es sich auch bei anderen Personen Zuneigung. Dennoch nimmst du weiterhin eine relevante Rolle ein. Zeige deinem Nachwuchs mit lieben Gesten, dass du ihn lieb hast. Achtet darauf, regelmäßig etwas gemeinsam zu unternehmen. Auch eine Umarmung als Ritual am Morgen oder Abend gibt Heranwachsenden Sicherheit.

 

Manifest der Potenzialentfaltung

 

Vermeide diesen falschen Erziehungsstil

 

Manche Eltern glauben, sie dürfen ihrem Nachwuchs nicht zu viel Liebe zeigen. Sie befürchten, dass er dadurch zu sensibel wird. Diese Annahme stimmt jedoch nicht!

 

Stattdessen ist sogar das Gegenteil der Fall: Je geliebter sich ein Kind fühlt, desto selbstbewusster geht es durchs Leben. Es kommt mit Herausforderungen und Rückschlägen folglich viel besser klar.

 

Zudem fällt es geliebten Heranwachsenden leichter, innere Blockaden ohne psychotherapeutische Behandlung und ohne Kindercoaching zu lösen.

 

Spürt ein Kind nicht genug Liebe von Mama oder Papa, wächst es nicht unbeschwert auf. Liebesentzug in einem frühen Alter kann entwicklungsbedingte Ängste bei Kindern hervorrufen.

 

Diese zeigen sich etwa dadurch, dass ein Heranwachsender Angst hat, allein zu schlafen. Darüber hinaus geht eine Angststörung oftmals mit körperlichen Symptomen einher, zum Beispiel Bauch- oder Kopfschmerzen.

 

Es ist einfach, den Nachwuchs auf sein Zimmer zu schicken, weil er sich nicht lieb war. Hierdurch nimmst du ihm jedoch noch mehr die Chance auf Zuneigung! Das verletzt dein Kind und ruft aggressives Verhalten vor. Daraufhin schickst du ihn noch öfter auf sein Zimmer – ein Teufelskreis entsteht.

 

Die wichtigste Regel lautet daher: Bestrafe dein Kind niemals mit Liebesentzug!

 

Egal, was es getan hat: Setze dich mit deinem Kind in Ruhe zusammen hin und redet über die Fehler. Reflektiere dabei auch dein eigenes Handeln. Der Nachwuchs spiegelt oftmals das Verhalten der Eltern und anderer Bezugspersonen wider.

 

Liebesentzug Folgen im Erwachsenenalter

 

Mögliche Folgen von Liebesentzug

 

Setzt du Liebesentzug als Bestrafung ein oder zeigst deinem Nachwuchs aus anderem Gründen keine Zuneigung, prägt ihn das auch als erwachsener Mensch noch. Vor allem die Psyche ist stark betroffen.

 

Unter anderem können diese Auswirkungen auftreten:

 

  • Kein Selbstvertrauen: Heranwachsende sehen sich selbst oftmals als Ursache für Probleme. So glauben zum Scheidungskinder, dass sich Mama und Papa wegen ihm getrennt haben. Schenkst du deinem Sprössling keine Zuneigung, wird er glauben, dass etwas an ihm schlecht ist. Folglich entwickelt er kein Selbstbewusstsein, was ihm auch als Erwachsener im Berufs- und Privatleben zum Verhängnis wird.

 

  • Angststörung: Die Angst vorm Alleinsein oder vorm Verlassen werden entsteht häufig durch schlechte Erfahrungen. Schickst du dein Kind etwa häufig aufs Zimmer oder lässt es in der Nacht schreien, spürt es dabei jedes Mal Angst. Diese Ängste manifestieren sich in seinem Unterbewusstsein. Sie können so schlimm werden, dass sie irgendwann nicht mehr verschwinden, auch nicht als Erwachsener. Sorge darum dafür, dass sich dein Sprössling bei dir stets sicher fühlt!

 

  • Emotionslosigkeit: Wer keine Liebe erfährt, lernt oftmals nicht, seine Gefühle offen zu zeigen. Zeigst du beispielsweise kein Mitgefühl, wenn dein Nachwuchs traurig ist, zeigt er seine Gefühle gar nicht mehr. Stattdessen zieht er sich zurück oder versucht seine Enttäuschung mittels Gewalt zu verarbeiten.

 

  • Motivationslosigkeit: Kraftlosigkeit kann beispielsweise aus psychischen Problemen wie Depressionen resultieren. Diese können entstehen, wenn auch als Erwachsener das Bedürfnis nach Liebe unerfüllt bleibt. Zum anderen entwickeln Betroffene zuweilen eine Essstörung, um die Enttäuschung über das Verhalten der Eltern zu kompensieren. Zeigt dein Sprössling schon frühzeitig keinen Ehrgeiz, kannst du einen Kinder- und Jugendcoach zurate ziehen.

 

Manifest der Potenzialentfaltung

 

Mit den Folgen von Liebesentzug umgehen

 

Je eher die Auswirkungen des Entzugs von Liebe behandelt werden, desto bessere Chancen hat eine Therapie. Spürst du bereits jetzt, dass dein Nachwuchs unter zu wenig Zuneigung leidet, solltest du Gegenmaßnahmen ergreifen. Stell dir folgende Fragen und beantworte diese ehrlich:

 

Warum erhält dein Kind zu wenig Liebe?

 

Was hindert sich daran, ihm mehr Zuneigung zu schenken?

 

Wurdest du als Kind nicht gut behandelt, hast du womöglich eine innere Blockade, die nicht mehr Nähe zulässt. Der beste Weg ist es in diesem Fall, sich einem Psychologen anzuvertrauen. Dieser kann mit dir gemeinsam deine Situation aufarbeiten.

 

Schritt für Schritt kannst du dann eine bessere Beziehung zu deinem Nachwuchs aufbauen und deinen Kindern die Angst nehmen, sie nicht lieb zu haben.

 

Zusätzlich solltest du mit deinem Nachwuchs einen Kinderarzt oder Psychologen aufsuchen. Diese können einschätzen, ob eine Therapie nötig ist. In leichten Fällen kann bei einer physischen Störung auch mit anderen Mitteln gegengesteuert werden, zum Beispiel mit einem Jugendcoaching.

 

Die Folgen von Liebesentzug im Erwachsenenalter sind in der Regel ausschließlich mit einer psychotherapeutischen Handlung zu beseitigen. Da es viele Dinge aufzuarbeiten gibt, nimmt die Therapie mehrere Jahre in Anspruch.

 

Diese Investition lohnt sich jedoch. Betroffene fühlen sich danach freier und können Liebe gegenüber ihrem Partner und ihrem eigenen Kind besser zulassen.

 

Damit dein Nachwuchs glücklich aufwächst und später eine gesunde Beziehung zu anderen Menschen pflegt, solltest du ihm ein liebevolles Miteinander vorleben.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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