Was tun gegen Ausgrenzung? 3 hilfreiche Tipps

Verfasst von Daniel Duddek

Stell dir vor, du stehst in der Mitte eines Zimmers. Um dich herum sind mehrere Personengruppen, die sich unterhalten und Spaß haben. Du gehst zu einer Gruppe hin und möchtest mitreden, doch wirst weggeschickt. Das Ganze passiert dir nochmal und nochmal… Irgendwann hast du keine Lust mehr, setzt dich allein auf einen Stuhl, überlegst, ob du etwas falsch gemacht hast. 

 

Wie fühlst du dich? 

 

  • Traurig? 
  • Deprimiert? 
  • Wütend?

 

Zahlreiche Kinder machen täglich so eine Situation durch. Darum möchten wir dir in diesem Artikel verraten, was du gegen Ausgrenzung bei deinem Kind tun kannst.

 

In schlimmen Fällen geht eine Ausgrenzung auch mit Mobbing einher. Hast du dich schon einmal gefragt: „Warum wird mein Kind von anderen Kindern geschlagen?“. Ist es sehr schüchtern oder wirkt es aggressiv? Unterscheidet es sich in bestimmten Eigenschaften von anderen Kindern? 

 

All diese Dinge können dazu führen, dass Kinder zur Angriffsfläche werden. Denn wer sich vom Durchschnitt abhebt, fällt auf. 

 

Während es sich beim Mobbing um geplante Angriffe handelt, passiert eine Ablehnung manchmal auch ohne weitere Absichten. Eine Gruppe möchte in diesem Moment keine weitere Person integrieren und denkt gar nicht weiter über die Folgen nach. Schlimmer ist eine systematische Ablehnung, mit der versucht wird, einen Heranwachsenden zu isolieren. 

 

Das Gute ist: Gegen Ablehnung lässt sich etwas tun. Wird dein Kind von einer bestimmten Gruppe ausgeschlossen, braucht es sich das nicht zu Herzen zu nehmen.

 

Mit genügend Selbstbewusstsein kann es sich stattdessen mit anderen Heranwachsenden anfreunden. Wie du deinen Sprössling darüber hinaus unterstützt, erfährst du in diesem Artikel.

Warum wird mein Kind ausgegrenzt?

 

Warum eine Person aus einer Gruppe ausgeschlossen wird, ist nicht immer eindeutig zu klären. Ähnlich wie beim Mobbing bei Kindern kann es einen speziellen Auslöser dafür geben, sich aber ebenso schleichend entwickeln.

 

Manchmal ist die Ausgrenzung sogar ein Teil des Mobbings, denn eine einzelne Person ist leichter angreifbar.

 

Um festzustellen, warum dein Kind von Gleichaltrigen nicht akzeptiert wird, solltest du einmal genau sein Verhalten beobachten. Suche außerdem das Gespräch mit deinem Sprössling. Heranwachsende nehmen oft kein Blatt vor den Mund und sagen einem Gleichaltrigen, warum sie ihn nicht dabeihaben wollen.

 

Die häufigsten Gründe für den Ausschluss aus einer Gruppe sind folgende:

 

  • Vorurteile: Unsere Gesellschaft ist größtenteils tolerant. Leider gibt es jedoch nach wie vor Menschen, die Vorurteile gegenüber Personen mit einer anderen Hautfarbe oder einem außergewöhnlichen Kleidungsstil besitzen. Daneben ist Homosexualität ein häufiger Angriffspunkt. Ist dein Nachwuchs anders als der Durchschnitt, solltest du das Selbstbewusstsein deiner Kinder stärken. Versuche nicht, sie zu überzeugen, sich zu ändern. Jeder Mensch hat das Recht, sich frei zu entfalten!

 

  • Introvertiertheit: Kinder, die offen auf Gleichaltrige zugehen, haben oftmals mehr Freunde. Das bedeutet aber nicht, dass diese Freundschaften auch besser sind. Ist dein Sprössling schüchtern und pflegt wenige, aber dafür sehr intensive Freundschaften, sind diese sogar oftmals mehr wert. Dennoch haben introvertierte Menschen oftmals Probleme, sich zu integrieren. Ihre Schüchternheit wird von anderen schnell fälschlicherweise als Arroganz wahrgenommen. Daher sollte dein Schatz offen mit seiner Schüchternheit umgehen.

 

  • Unzuverlässigkeit: Besucht dein Kind bereits die Schule, muss es dort Tag für Tag viele Aufgaben bewältigen. Es ist wichtig, dass es dabei gut organisiert ist. Insbesondere bei Gruppenarbeiten müssen sich die anderen auf deinen Sprössling verlassen können. Arbeitet er gut mit? Erledigt er seine Aufgaben rechtzeitig? Stehen die Mitschüler wegen deines Kindes schlecht da, möchten sie das nächste Mal nicht mit ihm zusammenarbeiten. 

 

Folgen von Ablehnung

Der Ausschluss aus sozialen Gruppen ruft zwar keine körperlichen Schäden bei deinem Kind hervor, belastet jedoch die Psyche. Heranwachsende brauchen den Kontakt mit Gleichaltrigen, um ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln. 

 

Fehlen diese Gelegenheiten, reichen die Folgen bis ins Erwachsenenalter. Beispielsweise kann soziale Isolierung zu einer Angststörung bei Kindern führen. 

 

Hinzu kommt, dass ein Heranwachsender die Schuld für die Ablehnung in der Regel bei sich selbst sucht. Es ist wichtig, dass er sein Verhalten reflektiert, wenn er sich etwa sehr aggressiv gegenüber anderen Kindern verhält. 

 

Wird dein Kind allerdings aufgrund seiner Herkunft oder anderen unproblematischen Persönlichkeitseigenschaften ausgeschlossen, liegt der Fehler nicht bei ihm.

 

Dennoch kommt es meist zu diesem Verhalten:

 

  • Veränderung: Erfährt ein Kind aufgrund eines individuellen Merkmals immer wieder Ablehnung, versucht es oft, sich zu ändern. Ein Junge möchte dann zum Beispiel nicht mehr Ballett tanzen, ein Mädchen zwingt sich, nicht mehr lesbisch zu sein. Im ersten Moment wird sich seine Situation hierdurch womöglich bessern. Langfristig ist dein Nachwuchs jedoch unglücklich, wenn er nicht leben darf, wie er es möchte. Ermutige ihn darum, so zu bleiben, wie er ist. 

 

  • Rückzug: Die andere Variante ist es, dass sich dein kleiner Schatz sehr zurückzieht. Er ist verzweifelt, weil er nicht akzeptiert wird – und redet sich selbst ein, dass er keine Freunde findet. Es beginnt ein Teufelskreis, der sich zu einer sozialen Phobie entwickeln kann. Auch Panikattacken bei Kindern können entstehen, wenn dein Kind in einer Schleife mit negativen Gedanken gefangen ist. Wichtig ist, dass du dich für deinen Sprössling einsetzt. 

 

Die anderen halten es für uncool, wenn dein Kind nicht raucht, sondern sich für den Umweltschutz einsetzt? Ermutige deinen Schatz, weiterzumachen und hilf ihm beim Finden neuer, passender Freunde. 

 

Besonders sensible und schüchterne Kinder finden im ehrenamtlichen Bereich sowie bei sozialen Vereinen oftmals gut Anschluss zu Gleichgesinnten. 

 

Was kannst du gegen Ausgrenzung tun?

 

Das kannst du gegen Ausgrenzung tun – 3 Tipps

 

Wird dein Kind nur von einer speziellen Gruppe ausgegrenzt, ist nicht unbedingt Handlungsbedarf erforderlich. Manche Heranwachsende bilden eine feste Gemeinschaft und möchten keine weiteren Kinder aufnehmen. 

 

Anders sieht es aus, wenn dein Sprössling oft beim Spielen oder Lernen ausgeschlossen wird. In diesem Fall besteht die Gefahr, dass dein Kind zum Einzelgänger wird. 

 

Versuche, deinen Kindern die Angst zu nehmen, auf Gleichaltrige zuzugehen. In einem anderen Umfeld kann das manchmal leichter sein. Wird dein Kind zum Beispiel in der Schule gemobbt, muss es die Gelegenheit bekommen, in der Freizeit positive Erfahrungen zu machen. 

 

Traut es sich nicht allein, zu anderen Sprösslingen Kontakt zu knüpfen? Dann suche nach Aktivitäten, bei denen ihr gemeinsam andere Mütter und deren Kindern kennenlernen könnt.


Darüber hinaus möchten wir dir 3 Tipps mit auf dem Weg gehen:

 

  1. Sei ein gutes Vorbild: Dein Kind schaut sich von dir ab, wie es sich gegenüber anderen Menschen verhalten sollte. Meidest du soziale Kontakte, solltest du an dir selbst arbeiten. Mach mit deinem Nachwuchs eine Challenge. Stellt euch hierfür gegenseitig Aufgaben, um die eigene Schüchternheit zu überwinden. Dieses Erlebnis schweißt euch nebenbei noch mehr zusammen.
  2. Zeige Verständnis: Dein Kind ist traurig, wenn es von Gleichaltrigen nicht akzeptiert wird. Diese Traurigkeit darf es auch zeigen. Ebenso wie Wut, Enttäuschung oder andere Gefühle. Bei dir hat es einen sicheren Rahmen, in dem es offen über seine Emotionen sprechen kann. Spiele seine Situation niemals herunter. Nimm deinen Sprössling stattdessen in den Arm und tröste ihn.
  3. Mache Mut: Jeder kann lernen, selbstbewusst zu sein. Für manche Menschen erfordert es viel Übung, doch die investierte Zeit lohnt sich. Eine erste Übung für mehr Selbstbewusstsein ist diese: Setze dich mit deinem Nachwuchs hin und überlegt gemeinsam, welche Stärken er hat. Sage ihm außerdem, warum du stolz auf ihn bist.

 

Wege aus der Einsamkeit

 

Wird dein kleiner Schatz bereits stark ausgestoßen, sodass er psychische Probleme hat, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

 

Als Mutter kannst du beispielsweise nur schwer beurteilen, wo Mobbing anfängt. Der Kinderarzt oder eine Mobbing-Beratung hingegen können dich umfassend zu dem Thema informieren.

 

Besonders schnelles Eingreifen ist gefragt, wenn dein Sprössling oft über Bauchschmerzen, Kopfschmerzen oder Schlafstörungen klagt. Auch ein ungewöhnliches, aggressives Verhalten deutet auf eine seelische Erkrankung hin. 

 

Je schneller ein Psychologe deinen Schatz behandelt, desto besser stehen die Chancen, dass es ihm bald wieder gut geht. Eine unbehandelte psychische Störung hingegen kann Langzeitfolgen wie Depressionen verursachen und sogar zu Selbstmordgedanken führen. 

 

Fühlt sich dein Kind einsam, helfen neben einer Therapie folgende Dinge:

 

  • Liebe: Fühlt sich dein Nachwuchs allein, braucht er die Gewissheit, dass du für ihn da bist. Zeige ihm, dass du ihn lieb hast und er nichts falsch gemacht hat. Nimm dir Zeit und unternimm mit deinem Sohn oder deiner Tochter etwas Schönes. Geht zum Beispiel gemeinsam ins Schwimmbad oder macht zusammen Sport.

 

  • Entspannung: Besonders wenn dein Kind körperliche Symptome aufweist, solltest du versuchen, dass es sich entspannen kann. Leidet es beispielsweise an Schlafstörungen, kannst du ihm abends Entspannungsmusik einschalten. Auch gemeinsames Kuscheln baut nachweislich Stress ab.

 

  • Austausch: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann für deinen Sprössling von großem Wert sein. Er erfährt, dass andere Gleichaltrige ähnliche Probleme haben und welche Strategien helfen. Eine Selbsthilfegruppe ist hierfür ein guter Anlaufpunkt. Daneben bietet das Internet Austauschmöglichkeiten. Da sich dort auch viele Betrüger tummeln, solltest du die Online-Aktivitäten deines Kindes im Blick behalten.

 

Wird dein Kind von Gleichaltrigen ausgeschlossen, muss das kein Dauerzustand bleiben. In diesem Artikel haben wir dir aufgezeigt, was du gegen Ausgrenzung tun kannst. Mit dem richtigen Selbstbewusstsein kann dein Nachwuchs zu einem beliebten und glücklichen Kind werden!

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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