Hilfe für Mobbing Opfer

Verfasst von Daniel Duddek

Ausgelacht, ignoriert oder geschlagen zu werden, sind Dinge, die ein Kind nicht erleben sollte. Dennoch müssen viele Heranwachsende genau solche Momente ständig miterleben, weil sie gemobbt werden. Erleben Mütter mit, dass der eigene Nachwuchs betroffen ist, mischen sich Gefühle von Sorge, Wut und Hilflosigkeit.

 

Doch du stehst nicht allein da! Es gibt verschiedene Anlaufstellen für Mobbing Opfer. Diese können dich und deinen Sprössling unterstützen, egal in welcher Form er schikaniert wird.

 

Die Arten von Mobbing sind vielseitig. In vielen Fällen tritt die verbale Form auf. Gleichaltrige werden dabei beschimpft oder lächerlich gemacht. Möglich ist ebenso die Ausgrenzung aus einer Gruppe. In diesem Fall handelt es sich um nonverbales Mobbing.

 

Eine Zunahme ist auch bei körperlichen Straftaten zu verzeichnen. Schlagen, Treten oder auch ein Bein stellen, sorgen bei den Opfern nicht nur für seelische, sondern auch für körperliche Wunden.

 

Ebenfalls häufig tritt Cybermobbing auf. Die Angriffe werden hierbei auf das Internet ausgeweitet. Das führt dazu, dass die Betroffenen nicht einmal mehr zu Hause vor Anfeindungen in Sicherheit sind – und die ganze Welt dabei zusehen kann.

 

Die Verbreitung von Fotos und Kommentaren nicht kontrollieren zu können, ist hierbei eine zusätzliche Belastung.

 

Jede Form hat ihre eigenen Besonderheiten und ist für die Betroffenen eine schreckliche Erfahrung. Mit diesem Artikel möchten wir dir eine Hilfestellung geben, damit du deinen Nachwuchs bestmöglich unterstützen kannst.

Warum gibt es Mobbing?

 

Diese Frage hat sich wohl jeder Betroffene schon einmal gestellt, doch keine zufriedenstellende Antwort gefunden. Denn Mobbing ist einfach nur unnötig, egal welcher Grund dahintersteckt:

 

  • Spaß: Die Schikanen beginnen meist harmlos. Ein Mitschüler hat Langeweile oder empfindet etwas an einer anderen Person als uncool und macht deswegen einen blöden Kommentar. Erhält er dabei von anderen Anwesenden Zuspruch, fühlt er sich gut und anerkannt. Um dieses Gefühl aufrechtzuerhalten, übt er weitere Angriffe aus.

 

  • Kompensation: Manche Heranwachsende benutzen Mobbing als Gegenangriff oder zur Kompensation des Leids, das ihnen selbst angetan wurde. Hat ein Kind etwa häusliche Gewalt miterlebt, fühlt es sich besser, lässt es mit dem Mobbing seine Aggression heraus.

 

Ein Betroffener trägt also nie Schuld daran, die Zielscheibe für Anfeindungen zu sein. Er hatte lediglich Pech, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Dennoch suchen viele Heranwachsende die Schuld bei sich. Es zweifelt plötzlich an sich selbst, anstatt die Taten der Mobber infrage zu stellen.

 

Dabei ist es egal, was ein betroffenes Kind tut oder wie es sich verhält. Steht jemand einmal im Fokus, geben die Mobber keine Ruhe mehr. Sie erfreuen sich an der Situation, Macht über eine andere Person zu haben.

 

Gutes pädagogisches Personal weiß, wie schnell es zu solchen Situationen kommt und ergreift geeignete Präventionsmaßnahmen. Dennoch sind auch diese kein Garant dafür, dass eine Schule mobbingfrei ist.

 

Fällt dir auf „Mein Kind wird von anderen Kindern geschlagen!“, solltest du dich umgehend an die Lehrer und die Schulleitung wenden. Ebenfalls möglich ist eine Anzeige wegen Mobbing. Hierfür musst du mit deinem Kind jedoch zuvor ausreichend Beweise sammeln.

 

Welche Kinder werden zu Mobbingopfern?

 

Die meisten Menschen denken beim Mobbing an einen Nerd mit Brille und Zahnspange, der allein in der Ecke steht und mit dem Gameboy spielt. Also an eine Person, die sich womöglich sogar absichtlich von der Gruppe angrenzt.

 

Dieses Bild entspricht jedoch nicht der Realität. Mobbing kann jeden treffen!

 

Zwar stimmt es, dass vor allem introvertierte Kinder unter der Ausgrenzung in der Schule leiden, weil sie keinen Weg finden, Freundschaften zu schließen. Doch mitunter genügt schon eine falsche Frisur oder ein neues auffälliges Outfit, damit ein Heranwachsender unbeliebt wird.

 

Selbst wenn er offen auf andere zugeht, können die Mitschüler in ihm eine gute Angriffsfläche finden.

 

Entspricht ein Kind nicht dem Mainstream, ist es schnell Anfeindungen ausgesetzt. Dabei ist es gerade für Heranwachsende wichtig, sich auszuprobieren. Nur somit können sie ihren eigenen Stil finden und ihre Persönlichkeit entwickeln.

 

Das bringt nicht nur für deinen Nachwuchs einen Konflikt, sondern auch für dich als Mutter. Du fragst dich womöglich:

 

  • Soll ich meinem Nachwuchs erlauben, sich zu kleiden, wie er es möchte?
  • Darf mein Sprössling ein außergewöhnliches Hobby haben?
  • Muss ich Angst um mein Kind haben, wenn es sich sozial engagiert und für Gleichberechtigung einsetzt?

 

Viele Heranwachsende lassen ihr Talente und Vorlieben lieber im Verborgenen. Schach spielen, Veganer sein, ein Computerprogramm schreiben – Dinge, die vermeintlich uncool sind, werden lieber gelassen. Doch das ist genau der falsche Weg!

 

Dein Kind hat das Recht, zu leben, wie es das möchte. Dagegen hat niemand das Recht, über sein Leben zu bestimmen!

 

Versuche, deinen Kindern die Angst zu nehmen, etwas Besonderes zu sein. Unterstütze sie auf ihrem Weg und bringe ihnen bei, selbstbewusst durchs Leben zu gehen. Übt in Rollenspielen gemeinsam Widerstand gegen Kritik.

 

Vertritt dein Sprössling selbstbewusst seine Einstellung, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er zum Mobbing Opfer wird.

 

 

Welche Kinder werden zu einem Mobbingopfer

 

Als Mobbingopfer aussitzen oder zur Wehr setzen?

 

Ist ein Heranwachsender Mobbing ausgesetzt, verdrängt er in die Tatsache in der Anfangsphase meist. Er hofft, dass die Mobber durch diese Taktik schnell wieder von ihm ablassen. Dieses Vorgehen kann funktionieren, aber die Mobbingtaten ebenso verschlimmern.

 

Das Problem dabei: Versucht ein Betroffener, nicht auf die Schikanen zu reagieren, muss er das konsequent und überzeugend tun. Die Täter spüren, wenn jemand nur so tut, als gehen die Angriffe spurlos an ihm vorbei.

 

Denn gemobbte Kinder zeigen meist unbewusst ein anderes Verhalten als früher. Sie betreten beispielsweise den Klassenraum später oder melden sich im Unterricht nicht mehr oft.

 

Hat dein Nachwuchs Freunde unter den Mitschülern, sollte er sich möglichst mit diesem zusammenschließen. Mobber haben das Ziel, ihre Opfer zu verletzen. Wird dieses durch eine Gruppe geschützt, machen ihnen die Angriffe zu viel Mühe.

 

Sie lassen schneller wieder von den Attacken ab. Fällt das Ignorieren der Angriffe schwer, helfen auch gute Sprüche bei einem Konter. Hierfür muss dein Nachwuchs sehr wortgewandt sein.

 

Das Verhalten im Anfangsstadium des Mobbings ist sehr wichtig. Denn eine Woche mit doofen Sprüchen wird noch nicht offiziell als Mobbing anerkannt. Ein Kind muss daher erst einmal regelmäßig Angriffe über sich ergehen lassen, bis es sich auf weiteren Wegen zur Wehr setzen kann.

 

Hierin besteht ein großes Dilemma: Die Opfer erhalten erst richtige Hilfe, wenn der Mobbingprozess bereits in vollem Gang ist. Vorher wird sein Problem nicht ernst genommen. Gleichzeitig wird es mit jeder Woche schwerer, sich gegen die Täter zu wehren.

 

Davon sollte sich dein Nachwuchs aber nicht einschüchtern lassen! Mobbing ist kein Tabu-Thema mehr. Dein Kind muss die Angriffe nicht ertragen! Es muss nur Mut haben, sich Unterstützung zu suchen und sich gegen die Mobber zu wehren.

 

Wo finden Mobbingopfer Hilfe?

 

Mobbingopfer fühlen sich oft hilflos und alleingelassen. Doch das sind sie nicht! Mache deinem Kind klar, dass es deine volle Unterstützung hat! Du kannst ihm in dieser Situation Halt geben und zeigen, dass es ein wertvoller und geliebter Mensch ist. Damit gibst du deinem Kind Kraft, das Mobbing durchzustehen.

 

Damit sich die Lage deines Sprösslings wieder bessert, ist aber weitere Hilfe von außen nötig.

 

Diese erhältst du zum Beispiel hier:

 

  • Lehrer: Lehrer sind nicht nur dafür da, den Schülern Wissen zu vermitteln. Sie sollen mit ihren pädagogischen ebenfalls für ein gutes Lernumfeld sorgen. Beispielsweise können sie das Thema Mobbing im Unterricht thematisieren und in den Pausen das Geschehen im Blick behalten.

 

  • Schulamt: Bekommt dein Sprössling von der Schule zu wenig Hilfe, kannst du dich an das zuständige Schulamt wenden. Dieses kann Kontakt zu Schule aufnehmen und die Ernsthaftigkeit der Vorfälle noch einmal verdeutlichen. Zudem können Sie Kontakt zu weiteren Hilfestellen herstellen, etwa zu Schulsozialarbeitern.

 

  • Kinder- und Jugendpsychologe: Die Folgen von Mobbing können schwerwiegend sein. Manchmal entwickeln sich zum Beispiel Panikattacken bei Kindern. Bei einem Psychologen erhält dein Nachwuchs professionelle Hilfe und lernt, richtig mit Anfeindungen umzugehen. Zudem kann eine Therapie das Selbstbewusstsein stärken.

 

  • Anwalt: Bei schwerem Mobbing in der Schule sind rechtliche Schritte möglich. Ein solcher Prozess kann jedoch sehr teuer und psychisch aufreibend sein. Informiere dich am besten bei einem Anwalt über das Vorgehen und die Erfolgsaussichten.

 

Hilfe für Mobbing Opfer

 

Mobbing Opfer: Das Leiden der Betroffenen

 

Mobbing ist kein harmloser Kinderstreich, sondern eine Straftat. Vielen Tätern ist nicht bewusst, was sie ihren Opfern antun. Ihnen macht es Spaß, andere fertigzumachen. Manche Mobber kompensieren damit die eigene Unsicherheit oder das Gefühl, nicht gut genug zu sein.

 

Die Betroffenen leiden meist still und heimlich, bis ihrem Umfeld irgendwann eine Veränderung auffällt. Eltern merken zum Beispiel, dass ihr Kind plötzlich sehr aggressiv ist, nur noch wenig isst, schlecht schläft oder ständig unter Kopfschmerzen leidet.

 

Fällt dir als Mutter auf, dass etwas mit deinem Sprössling nicht in Ordnung ist, dann sprich ihn offen darauf an. Du kannst ihn auch konkret fragen, ob er gemobbt wird. Die Antwort „ja“ fällt Heranwachsenden leichter, als das Thema selbst zur Sprache zu bringen.

 

Mobbing Opfer leiden aber nicht nur an körperlichen Symptomen. Häufig entwickeln sich Angstzustände bei Kindern. Selbst wenn das Mobbing irgendwann aufhört, bleiben die psychischen Probleme weiter bestehen, wenn keine Behandlung erfolgt.

 

Zudem können sie sich zu einer sozialen Angst bei Kindern weiterentwickeln. In diesem Fall meiden die Betroffenen irgendwann ganz den Kontakt zu anderen Menschen.

 

Generell kann gesagt werden, dass jedes Kind anders mit den Schikanen umgeht. Manche ziehen sich zurück und verletzten sich sogar selbst. Andere verüben Gegenangriffe und machen sich damit selbst strafbar.

 

Nur die wenigsten Heranwachsenden sind sehr selbstbewusst, sodass sie wirklich über den Angriffen stehen.

 

Als Mobbing Opfer gegen die Täter anzukämpfen, braucht eine Menge Zeit und Kraft. Doch mit deiner Unterstützung kann es dein Kind schaffen, als stolzer und selbstbewusster Mensch aus dieser Situation hervorzugehen!

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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