Mobbing in der Schule: 3 Gründe & wie du dagegen vorgehen kannst

Verfasst von Daniel Duddek

Mobbing in der Schule ist ein ernstes Problem, gegen das immer noch viel zu selten vorgegangen wird. Zum einen, weil die Opfer still und heimlich leiden, ohne dass es jemand mitbekommt. Zum anderen, weil selbst von Menschen mit pädagogischen Berufen viel zu häufig weggeschaut wird.

 

Die Einstellung einiger Lehrer, dass Kinder eben ab und zu aneinandergeraten und die Kämpfe unter sich austragen müssen, führt an den Seelen vieler Kinder und Jugendlicher zu Schäden. Selbst im Erwachsenenalter fällt es ihnen häufig schwer, die mentalen Schäden zu verarbeiten.

 

 

Wenn du glaubst, dass ein Kind Schikanen erfährt, dann solltest du es darauf ansprechen. Denn gemobbte Kinder und Teenager empfinden oftmals eine große Scham und ziehen sich lieber zurück, anstatt sich jemandem anzuvertrauen. Zudem kann sich ein stiller Hilfeschrei in schlechten Zensuren oder ungewöhnlich aggressivem Verhalten eines Kindes äußern.

 

Bekommen Eltern mit, dass ihr Kind Mobbing in der Schule ausgesetzt ist, fühlen sie sich meist überfordert und hilflos. Dabei brauchst du keine pädagogische Ausbildung, um deinem Kind beizustehen. Der wichtigste erste Schritt ist, dass du dem Kind zuhörst. Nimm seine Erzählungen ernst und überlegt gemeinsam, wie ihr eine Änderung der Situation herbeiführen könnt.

 

Empfehlenswert ist es außerdem, sich Unterstützung von außen zu holen, wenn du nicht mehr weiterweißt. Dein Kind hat dann die Möglichkeit, Strategien gegen Mobbing zu erlernen und kann mit Angriffen mental besser umgehen.

 

3 Gründe, warum Kinder gemobbt werden

Was ist Mobbing?

 

Kleine Reibereien existieren im Alltag eines jeden Kindes – mit Geschwistern, Mitschülern oder auch den Eltern. Finden die Angriffe gegen ein Kind jedoch regelmäßig und systematisch statt, spricht man von Mobbing.

 

Die Schikanen können sowohl von physischer als aus psychischer Natur sein. Auch wenn Worte äußerlich keine Schäden bei einer Person hervorrufen, können sie so stark verletzend sein, dass Mobbingopfer sogar Selbstmord begehen.

 

Damit es nicht bis zum Äußersten kommt, muss den betroffenen Kindern frühzeitig geholfen werden.

 

Immer wieder kommt es jedoch vor, dass die Schikanen auf Außenstehende wie Lehrer nicht so schlimm wirken. Da sie nicht durchgängig in einer Klasse anwesend sind, bekommen sie lediglich eine Momentaufnahme mit, die sie viel zu häufig als Neckerei abtun.

 

Eine Weiterbildung im sozialen Bereich kann helfen, die Situation besser einzuschätzen und Betroffenen besser zur Seite stehen zu können.

 

Wichtig zu wissen, ist, dass zwischen direkten und indirekten Angriffen unterschieden werden kann:

 

  • Direktes Mobbing äußert sich insbesondere durch Beleidigungen, Drohungen oder Gewaltausübung.
  • Bei indirektem Mobbing dagegen wird eine Person von der Gruppe ausgegrenzt. Zudem können hinter ihrem Rücken Lügen verbreitet und auf diese Weise ihr Ruf geschädigt werden.

 

Die meisten Mobbingopfer werden zufällig ausgewählt. Während ihr Leben heute noch in Ordnung ist, können sie morgen plötzlich zum Außenseiter werden. Häufig sind ein ungewöhnliches Aussehen oder ein offensichtlich geringes Selbstbewusstsein der Grund, warum ein Kind ins Radar der Übeltäter gelangt. Letztendlich kann es jedoch jeden treffen. 

 

Was solltest du einem betroffenen Kind auf jeden Fall mit auf den Weg geben? Es trägt selbst keine Schuld daran, dass es gemobbt wird!

 

Manifest der Potenzialentfaltung

Was ist Cybermobbing?

 

Das Internet macht es heutzutage sehr einfach, Menschen zu beleidigen, zu kränken und zu schädigen. Während Mobbing in der Schule früher nur möglich war, wenn die Person physisch anwesend war, bietet das Internet eine Bandbreite der Anonymität. Opfer und Täter müssen sich nicht einmal persönlich kennen.

 

Die Täter können sich ganz einfach hinter gefälschten Profilen verstecken und brauchen sich nicht zu erkennen geben. Diese simple Möglichkeit verleitet selbst Menschen dazu, andere Personen zu kränken, die sonst nie zu Mobbern geworden wären

 

Zudem ist Mobbing im Internet allgegenwärtig, dass vielen nicht einmal bewusst, wie verletzend ihr Verhalten ist.

 

Cybermobbing im Alltag

 

Sichtbar wird dies auch im Alltag. Wenn einem TV-Zuschauer nicht gefällt, auf welche Weise eine Moderatorin eine Sendung gestaltet, macht er sich seinem Ärger schnell unüberlegt in den sozialen Medien Luft.

 

Nur in Ausnahmefällen gehen die Kritiker hierbei konstruktiv vor. In der Regel verfassen sie einen beleidigenden Kommentar. Dieser kann sich im schlimmsten Fall sogar zu einem Shitstorm entwickeln

 

Während der Mobber früher also einfach weggeschaltet oder maximal mit seinen Bekannten den Austausch gesucht hätte, sendet er heute direkt ein verletzendes Feedback an die Moderatorin. Bei Cybermobbing durch Mitschüler wird ähnlich vorgegangen.

 

Es kommt häufig vor, dass Mitschüler auf Facebook eine Hassgruppe gründen, um über jemanden zu lästern. Sie hinterlassen auf der Profilseite des betroffenen Kindes gemeine Kommentare oder stellen unvorteilhafte Fotos und Videos der gemobbten Person ins Netz.

 

Sind diese Dateien erst einmal in den Umlauf gekommen, ist es mit einer Menge Mühe und Ärger verbunden, sie rückstandslos zu entfernen.

 

Aus diesem Grund solltest du möglichst schnell reagieren und dich an die Betreiber der entsprechenden Seiten wenden, damit die entsprechenden Informationen entfernt werden. Unter Umständen kann es nötig sein, hierbei einen Anwalt zu Hilfe zu holen

 

Vollständig verhindern können wir solche digitalen Angriffe auf eine Person vermutlich nicht. Wenn du allerdings die Anzeichen von Mobbing zeitig erkennst, weil du beispielsweise eine Zusatzqualifikation für Erzieher abgeschlossen hast, können die Schäden in Grenzen gehalten werden.

 

Cybermobbing ist die neue Form

 

Wie erkennst du die Anzeichen für Mobbing in der Schule?

 

Im besten Fall bekommst du in einem frühen Stadium mit, wenn jemand gemobbt wird. Je eher das betroffene Kind auf dich zukommt, desto besser stehen die Chancen, dauerhafte Schikanen zu verhindern.

 

Denn: Greifen Lehrkräfte in Bildungseinrichtungen bereits frühzeitig in das Geschehen ein, kann es noch gelingen, dem Verhalten entgegenzusteuern. Ist ein Kind bereits zu lang in der Rolle eines Mobbingopfers, ist es ein langwieriger Prozess, es wieder daraus zu befreien.

 

Die folgenden Punkte können ein Alarmsignal für Mobbing sein:

 

  • Rückzug: Bemerkst du, dass sich ein Kind plötzlich zurückzieht und nicht mehr in die Schule gehen möchte? Das kann ein Anzeichen dafür sein, dass es dort schlecht behandelt wird. Typische Mobbingopfer ziehen sich immer mehr in eine geschützte virtuelle Welt zurück und schreiben sich zum Beispiel in Foren ihren Schmerz von der Seele.

 

  • Traurigkeit: Vielleicht fällt dir auf, dass ein Schüler neuerdings sehr traurig und niedergeschlagen ist. Dies kann ebenfalls ein Hinweis darauf sein, dass es gemobbt wird. Hinzu kommen oftmals schlechte Zensuren beziehungsweise eine generelle Passivität. Womöglich siehst du ein Kind in den Pausen nur noch still an seinem Platz sitzen oder gar allein auf dem Gang herumstehen.

 

  • Verletzungen: Wenn ein Kind äußerliche Wunden aufweist und du nicht weißt, wo diese herkommen, kann Gewalt von Mitschülern dahinterstecken. Vermutlich wird der Betroffene erst einmal nicht verraten wollen, wo die Verletzungen herkommen. Darum ist es wichtig, dass du dranbleibst, bis sich das Kind dir anvertraut. 

 

Gründe für Mobbing in der Schule

 

Die Gründe für das schändliche Verhalten von Schulkindern herauszufinden, ist nicht immer einfach. Oftmals spielen mehrere Faktoren zusammen, die zur Folge haben, dass andere Kinder gemobbt werden. Ein generelles schlechtes Klassenklima kann dazu führen, dass Mitschüler sich ein Opfer aussuchen, dem sie Schaden zufügen möchten.

 

Darüber hinaus können schlechte Familienverhältnisse schuld daran sein, dass sich Kinder unsozial verhalten. Erfährt ein Kind zu Hause häusliche Gewalt, übt es häufig auch Gewalt gegen andere Personen aus. Diese Spirale ist dann nicht mit dem Schulabschluss zu Ende, sondern zieht sich durch das ganze Leben

 

Natürlich kann es auch vorkommen, dass ein Kind Opfer von Mobbing wird, weil es selbst andere schikaniert. Meistens sind es jedoch die ruhigen Mitschüler die Leidtragenden.

 

Aus diesem Grund ist es wichtig, das Selbstbewusstsein eines Kindes zu stärken. Gleichzeitig kann ein geringes Selbstwertgefühl jedoch auch der Grund sein, warum jemand zum Mobber wird. Indem er andere Kinder schikaniert, fühlt er sich nicht mehr wie ein Verlierer, sondern stark und überlegen.

 

3 Gründe, warum Kinder mobben

 

  • Langeweile: Viele Kinder können mit Langeweile nicht gut umgehen. Um der Eintönigkeit zu entkommen, suchen sie sich entweder ein gefährliches Hobby oder beginnen damit, aus Spaß anderen Personen zu schaden. Dies müssen nicht immer mit Mitschüler sein. Zuweilen werden sich aus fremden Menschen welche ausgesucht, denen man Angst einjagen möchte. 

 

  • Perspektivlosigkeit: Perspektivlosigkeit geht oft mit Langeweile einher und betrifft vor allem Kinder, deren Eltern den sozial schwachen Milieus angehören. Diese sehen oft keinen Sinn darin, überhaupt eine Bildungseinrichtung zu besuchen, da sie keine berufliche Karriere anstreben. Um sich den Schultag interessanter zu gestalten, suchen Sie nach Gemeinheiten, die sie anderen antun können. 

 

  • Wut: Nicht alle Kinder lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen und Konflikte gewaltfrei zu lösen. Darum können sie ihre Wut nicht kontrollieren und leben diese durch körperliche Aggression aus.  Das Gewaltpotenzial verschlimmert sich, wenn die Familie Gefühle nicht ernst nimmt.

 

Manifest der Potenzialentfaltung

 

Wie kannst du gegen Mobbing in der Schule vorgehen?

 

In erster Linie sind es vor allem die Lehrer und andere Pädagogen, die Einfluss auf das Verhalten der Schüler nehmen können. Als Elternteil kannst – und solltest – du natürlich dein Kind bei seinem Kampf unterstützen.

 

Allerdings sind deine Hilfsmöglichkeiten dadurch begrenzt, dass du während der Mobbingattacken in der Bildungseinrichtung nicht anwesend bist. Das heißt jedoch nicht, dass du deinem Kind nicht helfen kannst. 

 

Warte nicht erst ab, wenn sich die Mobbingangriffe noch in Grenzen halten. Ein paar Wochen später haben sich diese womöglich bereits etabliert und verschlimmert, dass für dein Kind jeder Schultag die Hölle ist!

 

Damit sich die Pädagogen in der Schule ein Bild vom Ausmaß der Übergriffe machen können, sollte dein Kind ein Mobbing-Tagebuch führen. Das kannst du auch mit ihm zusammen machen.

 

Notiere dir, wer deinem Kind wann welche Art von Schikane angetan hat. Vielleicht ist es auch möglich, einzelne Angriffe zu dokumentieren. Du kannst Screenshots machen, falls es sich um Cybermobbing handelt.  

 

Darüber hinaus solltest du das Selbstbewusstsein deiner Kinder stärken. Auch könnt ihr zusammen üben, wie sich dein Kind bei einem Angriff verhält. Beispielsweise kann es direkt auf den Mobber zugehen oder sich möglichst wenig in Reichweite des Täters aufhalten.

 

Gut kann es außerdem sein, sich verbündete Klassenkameraden zu suchen. Denn Mitschüler, die zwar nicht aktiv am Mobbing beteiligt sind, aber wegsehen oder sogar lachen, bestärken den Mobber bei seinen Taten

 

Des Weiteren sollten die Lehrer deines Kindes dazu angehalten sein, verstärkt Pausenaufsicht zu leisten. Das Thema Mobbing muss im Unterricht offen angesprochen werden.  Gemeinsam kann die Klasse eine Lösung für das Problem finden.

 

Am besten besprecht ihr das Vorgehen gemeinsam, damit deinem Kind nicht mit einer falschen Aktion noch mehr Schaden zugefügt wird. Den oftmals haben Schüler Angst, dass sich das Mobbing weiter verschlimmert, wenn sie sich jemandem anvertrauen. 

 

Fazit

 

Es ist wichtig, dass du die Erlebnisse eines Kindes nicht verharmlost. Wenn es sich ungerecht behandelt fühlt, sorge dafür, dass sich etwas an der Situation ändert. Ist das Mobbing erst im Anfangsstadium, umso besser!

 

Denn jetzt kannst du noch am besten einschreiten, bevor es womöglich schwerwiegende Schäden davonträgt. Ständige Übelkeit, Kopfschmerzen, Angstzustände und Suizidgedanken sind nur einige der möglichen Symptome.

 

Da viele Kinder denken, sie sind selbst schuld daran, dass sie gemobbt werden, fragen sie nur selten von sich aus nach Hilfe. Umso bedeutungsvoller ist es, dass du aufmerksam bist und nachhakst, wenn du Anzeichen für Mobbing bemerkst. Dabei kannst du auch direkt auf den Mobber zugehen. Denn einen Täter anzusprechen, setzt ein klares Signal.

 

Je mehr wir unsere Gesellschaft für Mobbing in der Schule sensibilisieren, desto besser können wir den Betroffenen helfen.

 

Wenn du dich dafür einsetzen möchtest, dass Mobbing in der Schule zukünftig der Vergangenheit angehört, dann überlege dir, wo man als Pädagoge oder Erzieher arbeiten kann. Denn überall dort, wo Kinder unter sich sind, kann es zu Situationen kommen, in denen ein Kind Mobbing erfährt.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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