Mein Kind wird von anderen Kindern geschlagen – Was kann ich tun?

Verfasst von Daniel Duddek

Obwohl wir in Deutschland im Großen und Ganzen ein sicheres Leben führen, kommt es immer wieder zu gewaltvollen Situationen. Leiden Kinder unter Mobbing, sind sie manchmal auch Schlägen ausgesetzt. Hin und wieder kommt es zudem vor, dass Heranwachsende ihre Macht demonstrieren. Sie suchen sich in diesem Fall wahllos Opfer aus und prügeln auf diese ein.

Die Eltern der betroffenen Heranwachsenden stellen sich in diesen Situationen die Frage: „Was kann ich tun, wenn mein Kind von anderen Kindern geschlagen wird?“ Da hierauf keine einfache Antwort existiert, bieten wir dir mit diesem Artikel eine erste Orientierung.

 

Denn wenn du deinem Sprössling den Rücken stärkst, wird er leichter mit physischen und psychischen Angriffen umgehen.

 

Das Schwierigste ist dabei, zu lernen, erst einmal ruhig zu bleiben. Steigert sich dein Schatz in die Situation hinein und schlägt zurück, steigern sich die Aggressionen immer mehr. Das hilft niemandem weiter.

 

Unser Appell lautet daher: Zurückschlagen ist nur dann erlaubt, wenn es sich um Notwehr handelt.

 

Wie sich dein Nachwuchs überdies gegen körperliche Attacken wehren kann, verraten wir weiter unten. Des Weiteren geben wir dir Tipps an die Hand, mit denen du deinen Sprössling unterstützen kannst.

 

Streitereien zu vermeiden, ist nicht immer möglich und auch gar nicht nötig. Es ist essenziell für die kindliche Entwicklung, Konfliktlösungsstrategien zu erlernen. Hierbei solltest du deinem Sprössling vermitteln, dass eine klare Kommunikation die Basis für ein friedliches Zusammenleben darstellt.

 

Lebe deinem Nachwuchs außerdem vor, dass Gefühle wichtig sind. Hilf ihm, seine Emotionen zu interpretieren, wenn er noch nicht mit diesen umgehen kann.

 

Des Weiteren soll dein Schatz wissen, dass er immer zu dir kommen kann, wenn er Probleme hat oder sogar Schläge einstecken muss. Gemeinsam findet ihr sicher eine Lösung!

 

Die Entstehung von Konflikten

 

Hast du dir schon einmal die Frage gestellt: “Wo fängt Mobbing an?” Hat dein Sprössling vor Kurzem einen Schlag eingesteckt, rückt diese Frage wieder in den Mittelpunkt.

 

Sobald er regelmäßig verbalen oder körperlichen Attacken ausgesetzt ist, können diese als Mobbing bei Kindern bezeichnet werden. Doch auch ein einzelner Schlag ist einer zu viel und kann Angstzustände bei Kindern auslösen.

 

Manche Heranwachsende schlagen völlig ohne Grund zu, weil sie sich zum Beispiel langweilen. Bei anderen stecken Neid oder psychische Probleme dahinter.

 

Doch ganz gleich, welcher Auslöser dahintersteckt: Keiner von ihnen rechtfertigt das Schlagen eines Menschen!

 

Heranwachsende, die das von ihren Eltern nicht vermittelt bekommen, reagieren in Streitsituationen nicht angemessen. Sie sind überfordert und müssen noch lernen, wie gewaltfreie Kommunikation gelingt. Doch wie kommt es überhaupt erst zu Konflikten?

 

Überall, wo mehrere Leute aufeinandertreffen, gibt es unterschiedliche Meinungen. Über diese wird im Normalfall friedlich gesprochen. Manche Personen beharren jedoch auf ihren Ansichten und akzeptieren keine anderen Denkweisen. Darüber hinaus ruft Erfolg viele Neider auf den Plan.

 

Für Heranwachsende sind derartige Umstände noch schwieriger zu ertragen. Ihnen fällt es zuweilen schwer, weitere Meinungen kognitiv zu verstehen und zu verarbeiten. Ebenso müssen sie erst noch Handlungsmöglichkeiten erlernen, die ihnen in so einem Fall helfen.

 

Diese Tipps tragen zur Vermeidung von Konflikten bei:

 

  • Lebe deinem Nachwuchs Toleranz vor: Es ist normal, dass nicht alle die gleichen Vorstellungen haben.

 

  • Bringe ihm bei, sich in andere Personen hineinzuversetzen: Das hilft ihm sowohl im Privat- als auch im Berufsleben.

 

  • Erlaube deinem Sprössling, seine Gefühle zu zeigen: Andernfalls frisst er diese in sich hinein, bis sie irgendwann aus ihm hervorbrechen.

Mein Kind wird von Kindern geschlagen

Wie wehrt sich mein Nachwuchs am besten gegen Gewalt?

 

Bei einem Angriff ist ein Heranwachsender im ersten Moment überfordert. Er weiß nicht, wie er richtig reagiert und sich aus der misslichen Lage befreit.

 

Es ist möglich, dass dein Kind aufgrund von Trennungsangst nicht in den Kindergarten will. Besucht er bereits die Schule, möchte er diese meiden. Diese Ängste solltest du stets ernst nehmen. Suche mit deinem Nachwuchs am besten das Gespräch.

 

Mit diesem Verhalten stärkst du deinem Sprössling den Rücken:

 

  • Gefühle thematisieren: Sprich mit deinem Nachwuchs darüber, wie er sich gefühlt hat, als er einen Schlag abbekommen hat. Mache ihm klar, dass alle seine Emotionen in Ordnung sind – egal, ob es sich dabei um Wut, Angst oder Traurigkeit handelt. Dein Sprössling darf alle Gefühle offen zeigen.

 

  • Selbstbewusstsein aufbauen: Um Kindern Angst zu nehmen, musst du ihr Selbstvertrauen stärken. Introvertierte, schüchterne Heranwachsende haben oft nicht in Mut, sich gegen Angreifer zu wehren. Sie lassen die Gewalt stattdessen über sich ergehen. Mit dem nötigen Selbstbewusstsein stärkst du deinen Schatz für schwierige Situationen.

 

  • Rückhalt geben: Je geliebter sich dein Sprössling fühlt, desto besser kann er damit umgehen, wenn manche Heranwachsende ihn nicht mögen. Darüber hinaus entwickelt es emotionale Stärke, wenn es sich zu Hause gut aufgehoben fühlt.

 

  • Richtiges Verhalten vorleben: Lebe deinem Nachwuchs vor, wie Konflikte friedlich zu lösen sind. Lerne mit ihm, richtig zu streiten und pflegt eine offene, ehrliche Kommunikation in der Familie.

 

  • Realistisch sein: Du würdest deinem Sprössling gern sagen, dass alle Menschen nett sind? Das ist ein schöner Wunsch, entspricht aber nicht der Realität. Erkläre ihm, wie er gewaltbereite Personen erkennt.

 

Verzichte außerdem darauf, Vergleiche zwischen deinem Sprössling und Gleichaltrigen anzustellen. Jeder Heranwachsende ist einzigartig. Dein Schatz hat nichts falsch gemacht und trägt keine Schuld daran, dass es Opfer von Gewalt wurde! Mache ihm dies bewusst.

 

Sollte ein Kind zurückschlagen?

 

Wann immer es möglich ist, sollte dein Schatz einen Konflikt mit Worten lösen. Hierfür kannst du mit ihm üben, wie er auf verbale Angriffe schlagfertig reagieren kann. Manchmal bringt eine überraschende Äußerung den Täter bei einem physischen Angriff aus dem Konzept.

 

Es ist zudem wichtig, dass sich dein Sprössling nicht alles gefallen lässt und sich frühzeitig Hilfe bei Dritten sucht. Das kann bereits im Vorfeld dafür sorgen, dass er kein Opfer zukünftiger Angriffe wird.

 

Unterstützung kann er zum Beispiel von Freunden oder Lehrern erhalten. Gegenüber möglichen Mobbern sollte er stets selbstbewusst auftreten.

 

Leider lassen sich nicht alle Konflikte friedlich lösen. In dem Moment, in dem dein Nachwuchs geschlagen wird, muss er zuerst an sich denken. Am effektivsten ist es, schnell wegzurennen.

 

Auf diese Weise kommt dein kleiner Schatz am schnellsten aus der Situation heraus. Gleichzeitig läuft er keine Gefahr, sich selbst zum Täter und somit strafbar zu machen.

 

Das er sich in einer Notsituation befand, kann er schwer beweisen, falls der Schläger den Hergang falsch darstellt. Das kann der Zukunft eines Heranwachsenden schaden, sollte der Fall vor Gericht landen.

 

Gelingt es deinem Sprössling allerdings nicht, sich mit Worten oder durch Wegrennen vor weiteren Schlägen zu schützen, sollte er sich wehren. In diesem Moment geht es nur darum, mit möglichst wenigen Verletzungen davonzukommen.

 

Dabei sollte dein Sprössling darauf achten, nur so viel Gewalt anzuwenden, wie nötig ist. Sobald er sich aus der Opferrolle befreien kann, sollte er die Chance nutzen und weglaufen.

 

Es geht hier ausschließlich darum, Gewalt als letztes Mittel der Notwehr einzusetzen.

Kind wird von anderen Kindern geschlagen Hilfe

Was kann ich als Mutter tun?

 

Wird dein Sprössling verprügelt, brauchst du als Mutter nicht tatenlos zusehen. Wichtig ist, dass du deinen Nachwuchs vor allem emotional unterstützt.

 

Ohne Hilfe der Eltern oder weiteren Bezugspersonen kann sich eine Angststörung bei Kindern herausbilden, die regelmäßig Gewalt erfahren.

 

Beobachtest du eine Situation, in der gegen deinen Sohn oder deine Tochter ein Schlag ausgeteilt wird, greife sofort ein! Versuche im ersten Schritt, die Heranwachsenden voneinander zu trennen.

 

Haben sich alle Beteiligten beruhigt, kannst du versuchen, zwischen ihnen zu vermitteln. Im Idealfall entschuldigt sich der Schläger bei deinem Sprössling.

 

Ob du darüber hinaus weitere Schritte einleitest, solltest du in Ruhe überlegen. Hierdurch kann dein Nachwuchs zu einer Zielscheibe für weitere Angriffe werden. Sprich zunächst noch einmal mit deinem Sprössling. Vielleicht kann er den Vorfall leicht abhaken.

 

Möglicherweise findest du auch heraus, dass dein Schatz öfter Schläge über sich ergehen lassen muss. Dann solltest du dir eine passende Ansprechperson suchen und sagen „Mein Kind wird gemobbt.

 

Diese Ansprechpersonen kann etwa ein Lehrer sein, wenn dein Sprössling in der Schule Schikanen ausgesetzt ist. Sind die Nachbarskinder die Täter, kannst du das Gespräch mit deren Eltern suchen. Sei jedoch darauf vorbereitet, dass diese alles abstreiten.

 

Eltern nehmen ihren Nachwuchs meist in Schutz und geben nicht zu, dass dieser einen Fehler begangen hat. Hilfe findest du in diesem Fall bei psychologischen Beratungsstellen.

 

Zudem solltest du gut beobachten, ob die Angelegenheit endgültig geklärt ist. Oftmals sucht ein aggressiver Heranwachsender sein Opfer wiederholt auf.

 

Benötigt dein Sprössling Schutz, begleite ihn auf möglichst vielen seiner Wege. Als letzter Schritt kommt ein Umzug oder Schulwechsel infrage.

 

Nimm die Ängste deines Nachwuchses immer ernst, sonst können Panikattacken bei Kindern entstehen. Diese loszuwerden, ist schwieriger als ein Umgebungswechsel.

 

Wir hoffen, dass du die Frage „Was mache ich, wenn mein Kind von anderen Kindern geschlagen wird?“ nun für dich beantworten kannst.

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Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

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