Dein Kind hat plötzlich Angst, alleine zu schlafen? 7 Tipps

Verfasst von Daniel Duddek

Mit jedem Tag entdecken Heranwachsende ein Stück mehr von der Welt. Gleichzeitig gibt es noch viele Dinge, die für sie unbegreiflich sind. Beides kann dazu führen, dass dein Kind plötzlich Angst hat, allein zu schlafen. Wenn du eine Weiterbildung für Erzieher abgeschlossen hast, weißt du wahrscheinlich, dass es vollkommen normal ist, dass Heranwachsende Phasen haben, in denen sie aus verschiedenen Gründen Ängste verspüren.

 

 

Diese machen dann auch in der Nacht nicht Halt. Hinzu kommt, dass vor allem Kleinkinder wesentlich mehr träumen als ein erwachsener Mensch. Es bleibt also auch mehr Zeit für Alpträume, die insbesondere im Dunkeln schnell furchteinflößend sein können.

 

In der Regel geben sich die häufigen schlechten Träume nach einer Weile von selbst wieder. Dennoch ist es wichtig, dass du deinen Nachwuchs während dieser Zeit unterstützt und ihm zeigst, dass du jederzeit für ihn da bist. Wenn ihr die Situation gemeinsam mit besprecht, lernt dein kleiner Schatz, dass Alpträume zwar immer wieder auftreten können, aber nichts Bedrohliches sind. Auch ruhige Musik und ein kleines Licht können zur Entspannung beitragen. 

 

Bessert sich die Situation am Abend bzw. in der Nacht nicht, kann zudem ein Kindercoaching helfen. Bei diesem kann dein Sprössling Strategien lernen, mit denen er sich selbst beruhigen kann.

 

Kind hat plötzlich Angst allein zu schlafen: Gründe für die nächtliche Furcht

 

In der Nacht verarbeiten sowohl Heranwachsende als auch Erwachsene die Erlebnisse des Tages. Kinder durchleben ihre Träume besonders intensiv. Das gilt vor allem für das zweite bis fünfte Lebensjahr. Dann werden Monster, Gespenster und andere Fantasiegestalten lebendig, da die Sprösslinge noch nicht zwischen Fantasie und Realität unterscheiden können. Je weniger erschreckende und beängstige Eindrücke dein Nachwuchs den Tag über aufnimmt, desto weniger wird er in der Nacht damit zu kämpfen haben.

 

Es ist darum ratsam, Heranwachsende bis ins Grundschulalter nicht fernsehen zu lassen. Die Nutzung von Tablet und Smartphone sollte ebenfalls begrenzt und stets durch jemanden kontrolliert werden. Doch auch im freien Spiel kann dein Nachwuchs von anderen Kindern mit Monstern oder anderen gruseligen Kreaturen konfrontiert werden. Versuche ihm dann gleich verständlich zu machen, dass von diesen keine Gefahr ausgeht. 

 

Gemeinsam könnt ihr beispielsweise ein freundliches, liebes Monster oder ein lustiges Gespenst malen. Überlegt euch dann eine Geschichte, in der das Monster etwas Gutes tut.

 

Mit steigendem Alter sind es eher soziale Probleme wie Mobbing in der Schule oder Leistungsdruck, die Heranwachsende beschäftigen. Zudem beginnen Teenager, sich immer mehr von den Eltern zu lösen. Diese Lebensphase kann ebenfalls mit einem schlechten bzw. unruhigen Schlaf verbunden sein. Oftmals bekommen die jungen Erwachsenen die Ängste selbst in den Griff. 

 

Stecken größere Schwierigkeiten dahinter, weil dein Nachwuchs nicht nur Angst vor Mobbing äußert, sondern diesem tatsächlich ausgesetzt ist? In diesem Fall solltest du einen Arzt oder eine Person mit pädagogischer Ausbildung hinzuziehen.

 

Dein Kind hat Angst nachts alleine zu schlafen

 

Hat dein Kind plötzlich Angst, allein zu schlafen? 2 Tipps bei Alpträumen

 

Wenn sich dein Sprössling davor fürchtet, nachts allein zu sein, kann es nur mit deiner Hilfe wieder zu seiner inneren Ruhe zurückfinden. Auch ohne das Erlernen von pädagogischen Berufen kannst du deinen Nachwuchs mit viel Geduld und Liebe unterstützen. Auf keinen Fall darfst du deinen Schatz für seine Gefühle bestrafen. Dies führt nur dazu, dass es noch mehr Furcht durchlebt und folglich noch schlechter zur Ruhe kommt.

 

Am besten hilfst du deinem kleinen Schatz, wenn du die folgenden zwei Tipps befolgst:

 

  • Zeig deinem Sprössling, dass du ihn ernst nimmst: Er kommt zu dir, weil er mit seinen Gefühlen überfordert ist und seine Furcht nicht selbst überwinden kann. Das Schlimmste, was du deinem Nachwuchs antun kannst, ist, seine Furcht kleinzureden oder sich darüber lustig zu machen. Höre ihm stattdessen aufmerksam zu und zeige Verständnis für seine Situation.

 

  • Sucht gemeinsam eine Lösung: Ist dein Nachwuchs schon größer und zeigt soziale Ängste, könnt ihr gemeinsam eine Lösungsstrategie erarbeiten und euch zum Beispiel Strategien gegen Mobbing ausdenken. Im Kleinkindalter benötigt dein Schatz vor allem das Gefühl von Sicherheit. Kuscheln und streicheln oder ein „Ich bin da“ helfen hierbei am besten. Außerdem schlafen Kleinkinder im Bett ihrer Eltern oft ruhiger und besser – das kommt auch deinem Schlaf zugute.

 

Tipps für einen ruhigen Schlaf

 

Unabhängig davon, dass Ängste bei Kindern den Schlaf stören können, existiert eine Reihe weiterer Faktoren, die den Schlaf deines Sprösslings stören können. So ist es beispielsweise kontraproduktiv, wenn dein Nachwuchs anregende Speisen oder Getränke zu sich nimmt. Hierzu zählen etwa Limonade, Schokolade oder andere zuckerhaltige Lebensmittel. Zudem sollte das Abendessen mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen stattfinden. Leichte Speisen sorgen dafür, dass die Verdauung schneller gelingt und den Körper nachts nicht belasten.

 

Wichtig ist außerdem, dass dein Nachwuchs immer eine ruhige und rauchfreie Umgebung für die Nacht vorfindet. Zigarettenrauch schadet deinem Schatz und kann zu langfristigen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Verzichte am besten ganz darauf! Gelingt dir das nicht, dann halte zumindest die Wohnung rauchfrei. 

 

Ebenfalls vermieden werden sollten Stress und Lärm. Ein Ritual kann aus diesem Grund bereits vor der eigentlichen Schlafenszeit beginnen. So kannst du mit deinem Sprössling zum Beispiel ein Buch anschauen oder ein Bild malen, bevor du ihm die Zähne putzt und ihn umziehst. 

 

Für manche Heranwachsende ist es außerdem hilfreich, noch einmal die Erlebnisse des Tages Revue passieren zu lassen. Achte hierbei darauf, den Fokus auf die positiven Dinge zu legen. Denn: Negative Dinge können zu belastend und folglich zu schlechten Träumen führen. Je mehr Aktivierung dein Sprössling vor dem Einschlafen erhält, desto schwerer fällt es ihm, zur Ruhe zu kommen. 

 

Darum sollten auch der Fernseher, das Smartphone und alle anderen technischen Geräte am Abend tabu sein. Tagsüber kannst du darauf achten, welche Medien dein Sprössling konsumiert. Begrenze am besten auch die Zeit, in der es technische Geräte nutzen darf, auf eine Stunde am Tag. Viel wichtiger ist Bewegung an der frischen Luft, bei der es sich austoben kann.

 

Nachtangst und Schlafstörungen bei Kindern

 

So kannst du das Einschlafen unterstützen

 

Du brauchst keine Weiterbildung im sozialen Bereich zu absolvieren, um deinem Nachwuchs beim Einschlafen zu helfen. Eine gute Grundvoraussetzung ist es, wenn du deinen Schatz mit einer positiven Einstellung ins Bett bringst. Bist du davon überzeugt, dass er gut ein- und durchschläft, überträgst du diese Zuversicht auf deinen Sprössling. Das heißt noch nicht, dass die Nacht tatsächlich ruhig wird. Mit der Zeit wird sich die Situation aber immer weiter bessern.

 

Des Weiteren kannst du einen guten Schlaf mit den folgenden 4 Tipps unterstützen:

 

  • Geborgenheit geben: Heranwachsende benötigen zu jeder Tageszeit Geborgenheit. Wenn sie wissen, dass sie nicht einsam sind, kommen sie besser zur Ruhe. Wenn du dich abends mit deinem Sprössling gemeinsam ins Bett kuschelst, kann es deine Nähe spüren und fühlt sich sicher. Das sorgt dafür, dass es sich entspannen kann.

 

  • Treue Begleiter: Über Nacht von Mama und Papa getrennt zu sein, ist für viele Heranwachsende schwer. Um deinem Nachwuchs die Situation zu erleichtern, kann ein bester Freund in Form eines Kuscheltieres oder Schnuffeltuchs helfen. Gern kannst du deinem Sprössling das Gefühl vermitteln, dass ihn das Stofftier beschützt. 

 

  • Nachtlicht: Manche Heranwachsende fühlen sich orientierungslos, wenn sie nachts aufwachen. Dennoch sollte der Schlafraum möglichst dunkel gehalten werden. Ein dunkles Nachtlicht kann deinen Sprössling nachts beruhigen, ohne seinen Schlaf zu stören.

 

  • Schlafenszeit: Regelmäßige Schlafenszeiten sind gut, dürfen jedoch nicht zu starr sein. Sind Kinder noch munter oder bereits übermüdet, brauchen sie sehr lang, um zur Ruhe zu kommen. Darum ist es besser festzulegen, dass dein Nachwuchs zum Beispiel zwischen 20 und 21.30 Uhr ins Bett geht. Innerhalb dieses Zeitraums kannst du dann entsprechend der Bedürfnisse deines Sprösslings flexibel agieren. 

 

Schlafstörungen: Wenn die Furcht zu groß ist

 

Schafft es dein Nachwuchs trotz großer Bemühungen nicht, einen ruhigen Schlaf zu finden, könnte eine Schlafstörung vorliegen. In diesem Fall solltest du zunächst einen Kinderarzt aufsuchen. Dieser kann beurteilen, ob dein Sprössling Hilfe von einem Psychologen oder einem anderen Facharzt benötigt. Mit dessen Unterstützung kannst du dann herausfinden, welche Auslöser zu den Schlafproblemen beitragen. Durch die Beseitigung der Ursachen kann sich die Schlafsituation schnell wieder verbessern.

 

Scheue dich nicht vor dem Gang zu einem Psychologen! Nicht selten kommt es vor, dass ein Heranwachsender zum Beispiel unter Mobbing in der Grundschule leidet, ohne jemandem davon zu erzählen. Daneben können Leistungsdruck oder die Trennung der Eltern Gründe für dauerhafte Einschlafprobleme sein. Bringt ein Psychotherapeut diese Probleme zum Vorschein, kann deinem Nachwuchs umfassend geholfen werden. Hierfür kann es nötig sein, weitere Personen wie etwa einen Lerncoach hinzuzuziehen.

 

Wichtig zu wissen ist darüber hinaus, dass sich das Schlafverhalten eines Heranwachsenden immer wieder ändern kann. Schläft dein Sprössling heute gut, kann schon nächste Woche eine Phase kommen, in der ständige Alpträume die nächtliche Ruhe stören und dein Kind plötzlich Angst hat, allein zu schlafen. Zeige in jedem Fall Verständnis für seine Situation und setze es nicht unter Druck. 

 

Je besser du das Selbstbewusstsein deiner Kinder stärken kannst und je mehr du ihnen das Gefühl gibt, für sie da zu sein, desto besser wird es diesen Abschnitt bewältigen und bald wieder besser schlafen.

Loved this? Spread the word


Daniel Duddek

ÜBER DEN AUTOR

Daniel ist der Entwickler des Stark auch ohne Muckis-Konzeptes. Nachdem er im Jahr 2004 eine Entscheidung gegen die schiefe Bahn und für ein starkes und integres Leben traf, widmete er sich dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Mobbing. Das zu einer Zeit, in der fast niemand über das Thema sprach. Er ist Vater von zwei Kindern, Erzieher, ausgebildeter Trainer und Coach und hat sein eigenes System in den letzten 12 Jahren erst entwickelt, dann evaluiert und nun so rund geschliffen, dass es wie ein Schweizer Uhrwerk funktioniert, um Kinder nachhaltig zu stärken.

Daniel Duddek

Weiterführende Artikel

Verlustangst Kind: 5 Symptome & wie du sie behandelst

Weiterlesen

Streitschlichter Grundschule: Konzept & 3 Tipps zur Streitschlichtung

Weiterlesen

Wo findest du Hilfe bei Mobbing?

Weiterlesen

Wie kann ein Jugendcoaching deinem Kind helfen?

Weiterlesen

Registriere dich für den Newsletter!